Sportverbände warten auf Corona-Entscheidungen

Baden-Baden (moe) – Die Fußballer und Schachspieler in Südbaden haben ihren Spielbetrieb unterbrochen. Andere Sportverbände warten noch ab.

Die Handballer in Südbaden wollen weiterspielen, der Badische Schachverband hat indes den Spielbetrieb bereits unterbrochen. Foto: Uwe Anspach/dpa

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Die Handballer in Südbaden wollen weiterspielen, der Badische Schachverband hat indes den Spielbetrieb bereits unterbrochen. Foto: Uwe Anspach/dpa

In der jüngeren Vergangenheit haben sich die Fußballer in Südbaden mit ihren pandemiebedingten Entscheidungen meist lange Zeit gelassen. Nicht so im aktuellen Fall: Als einer der ersten großen Verbände hat der Südbadische Fußballverband (SBFV) am Montagabend eine vorgezogene Winterpause ausgerufen. Abgesehen von den Schachspielern warten andere Sportverbände noch ab und harren der Dinge, die die baden-württembergische Landesregierung noch in dieser Woche verkünden will.

Handball: „Lasst uns bitte spielen“, hatte Alexander Klinkner dem BT bereits am Montagabend gesagt, verbunden mit dem Hinweis, dass man den Spielbetrieb so lange fortführen werde, so lange es politisch erlaubt ist. Am Dienstag bekräftigte der Präsident des Südbadischen Handballverbands (SHV) seinen Standpunkt – wohlwissend, dass es sich mit der politischen Erlaubnis wohl schon bald erledigt haben dürfte. Eine vorgezogene Winterpause analog zur Entscheidung der südbadischen Fußballer wollte man beim SHV trotzdem nicht proaktiv ausrufen, auch weil sich die Spielausfälle am vergangenen Wochenende „in Grenzen“ gehalten haben. 20 Partien wurden SHV-weit abgesetzt. Dass einige Vereine – vornehmlich in der Ortenau – ihre Begegnungen vorsichtshalber ohne Publikum ausgetragen haben, bezeichnete Klinkner als „sehr verantwortungsvoll“. In den Reihen der Protagonisten auf dem Feld sind die Meinungen differenziert: Der ein oder andere hat in Sachen Saisonfortsetzung ein „mulmiges Gefühl“, wieder andere halten eine Unterbrechung „für das falsche Signal“.

Keine Schachspiele im Dezember

Schach: Der Badische Schachverband (BSV) hat angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens bereits am vergangenen Samstag den Spielvertrieb für den Rest des Jahres unterbrochen. Grundlage für die Entscheidung des Verbands war eine Umfrage unter den Mitgliedsvereinen: 47 Prozent votierten für eine Saisonunterbrechung, weitere 20 sogar für einen Abbruch. Die Fortsetzung präferierten 28 Prozent, fünf Prozent enthielten sich laut Mitteilung auf der Verbandsseite. Der BSV stellte es seinen untergeordneten Bezirken frei, eigene Entscheidungen in Sachen Spielbetrieb zu treffen. Der Bezirk Mittelbaden schloss sich der BSV-Empfehlung an und setzte die Spiele ebenfalls aus. Ende Dezember soll entschieden werden, wie mit den Spielterminen im Januar verfahren werden soll.

Nur „ganz wenige Ausfälle“ im Volleyball

Volleyball: Beim für die hiesigen Mannschaften zuständigen Nordbadischen Volleyball-Verband wartet man indes gespannt auf die Entscheidungen aus Stuttgart, wie Geschäftsführer Holger Schell berichtet. Bisher habe man „ganz wenige Ausfälle“ zu verzeichnen, die auf Corona zurückzuführen seien. Auch deshalb hofft Schell, dass der „Sport als relevanter anerkannt wird“, als es vor dem letzten Lockdown der Fall war.

Tischtennis: Beim Verband Tischtennis Baden-Württemberg befinden sich die Präsidiumsmitglieder im „ständigen Austausch“ und beobachten die aktuelle Lage, wie Jacqueline Pirk, Vizepräsidentin Öffentlichkeitsarbeit, berichtet, die gespannt auf Entscheidungen der politischen Akteure wartet. Auf Bundesebene habe man sich verständigt, den Spielbetrieb weiter aufrechtzuerhalten, wobei einige Verbände – etwa in Bayern – den Betrieb einstellen mussten. Inwieweit eine Fortsetzung auch im Südwesten noch vertretbar sei, müsse man abwarten.

Eishockey: Auch die harten Jungs auf dem Eis harren der Dinge – also Entscheidungen seitens der Politik, wie Guntram Lüdemann erklärt, der Fachvorsitzende für Eishockey im Eissport-Verband Baden-Württemberg. Seine klare Aussage: „Wenn es uns nicht verboten wird, dann spielen wir weiter. So lange es geht.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
30. November 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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