Sportzentrum Sinzheim: Ja zur Erweiterung

Sinzheim (up) – Eine 400-Meter-Bahn wird es keine geben - dies sorgte für Diskussion im Gemeinderat. Am Ende gab das Gremium aber grünes Licht für die Erweiterung des Sportzentrums in Sinzheim.

Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am Montag nach jahrelangen Diskussionen die Erweiterung des Sportzentrums beschlossen.  Foto: Ulrich Philipp

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Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am Montag nach jahrelangen Diskussionen die Erweiterung des Sportzentrums beschlossen. Foto: Ulrich Philipp

Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am Montag nach jahrelangen Diskussionen die Erweiterung des Sportzentrums beschlossen. Damit ist der Weg frei für das Konzept des Planungsbüros Dreigrün, das mehr als vier Millionen Euro teure Projekt umzusetzen.

So werden neue Kunstrasenplätze geschaffen, eine 200 Meter Rundlaufbahn mit vier Bahnen gebaut, zudem zwei Volleyballfelder sowie eine Hochsprung- und eine Kugelstoßanlage. „Wir haben versucht, das Optimum aus dem Gelände herauszuholen, jetzt ist vieles abgedeckt, was den Akteuren wichtig war“, erklärte Bürgermeister Erik Ernst.

Aus Platzgründen konnten nicht alle Wünsche der Sportvereine und der Schulen umgesetzt werden, „dennoch werden wir durch unsere Investition einen klaren Mehrwert schaffen“, so Ernst, denn die aktuellen Nutzungszeiten von 2.473 Stunden im Jahr können in Zukunft mehr als verdoppelt werden, auf etwa 5.600 Stunden.

Da der Kostenansatz der Planer etwa eine Million Euro über den Möglichkeiten der Stabsgemeinde liegt, muss zunächst auf den Neubau von Gebäuden und damit auf genügend Umkleidekabinen verzichtet werden. Allerdings können diese in der nahe gelegenen Fremersberghalle genutzt werden.

„Momentan ist es einfach nicht machbar“

Für Diskussionen im Gremium sorgte, dass keine 400-Meter-Bahn gebaut werden wird, auch weil kurzfristig keine dafür notwendigen Grundstückskäufe möglich waren. Christoph Hagel, Rektor der Realschule, erklärte in seiner Stellungnahme, es müssten 750 Schüler für den Sport begeistert werden, dafür benötige man geeignete Sportanlagen. Eine 400-Meter-Bahn hätte er sehr begrüßt, „aber die geplante 200 Meter Bahn ist mehr als wir jetzt haben“, so der Pädagoge. Er regte an, schattenspendende Pflanzen auf dem Gelände zu pflanzen, und betonte: „Wir freuen uns auf die Sportanlage.“

Thomas Schöller, Vorsitzender des SV Sinzheim (SVS) sagte: „Wir danken dem Gemeinderat im Namen von 800 Mitgliedern und 26 Mannschaften. Das Projekt ist sehr wichtig, um den Verein zu erhalten.“ Kritisch äußerte sich der Vertreter des Breitensports in der Stabsgemeinde, Werner Schmitt: „Bereits vor Jahren wurde uns eine 400-Meter-Bahn versprochen, das Versprechen wurde aber nie eingelöst.“ Der Vorsitzende des Turnerbundes, Torsten Vogt, begrüßte die geplante Anlage: „Es ist alles da, um das Sportabzeichen abnehmen zu können“, außerdem freue er sich auf das Beachvolleyballfeld, das zum Verweilen einlade.

Gemeinderat Gabriel Schlindwein (CDU) zeigte Verständnis für die Unzufriedenheit bezüglich der 400-Meter-Bahn, betonte aber: „Momentan ist es einfach nicht machbar. Die CDU steht voll hinter dem Kompromiss.“ Ulrike Alex (Grüne) lobte den SVS, der nie den „Rollladen“ habe fallen lassen und immer wieder gesprächsbereit war.

Die Entscheidung sei ein Paradebeispiel für Kommunalpolitik, „jeder hat Abstriche machen müssen, aber jeder hat auch etwas bekommen“, so Alex. Anton Jany (Freie Wähler) sagte, er sei zwar nicht zufrieden mit der Sportanlage, wolle aber auch nicht gegen sie stimmen. Jany enthielt sich bei der Abstimmung, wie seine Fraktionskollegin Martina Zoller und Torsten Trey von „Gemeinsam für Sinzheim (GfS). Gegenstimmen gab es keine.

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Erstellt:
1. Oktober 2021, 14:00 Uhr
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