St. Marien: Die Kirche soll Kirche bleiben

Gaggenau (tom) – Droht der Kirche St. Marien der Abriss? Nein, versichern Kirchenvertreter. Denn ein Beitrag des SWR-Fernsehens hat für Befürchtungen gesorgt.

Denkmal aus Beton: Im Stil eines italienischen Campanile steht der Kirchturm von St. Marien neben dem eigentlichen Kirchengebäude. Foto: Thomas Senger/Archiv

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Denkmal aus Beton: Im Stil eines italienischen Campanile steht der Kirchturm von St. Marien neben dem eigentlichen Kirchengebäude. Foto: Thomas Senger/Archiv

Es sind nur einige wenige Sekunden, in denen die Kirche St. Marien in einem SWR-Fernsehbeitrag zu sehen ist. Doch dies reichte, um bei Mitgliedern der katholischen Kirchengemeinde doch für einige Irritation zu sorgen, ja sogar für Befürchtungen, das Gotteshaus könnte entwidmet, verkauft oder gar abgerissen werden.

„Gott ohne Haus? Wenn die Kirchen verschwinden“, heißt der Beitrag, der am Mittwoch, 26. Januar, im SWR-Fernsehen gezeigt wurde. Darin geht es um Kirchengebäude, die künftig keine Sakralbauten mehr sein sollen.

Befragt haben die Fernsehleute unter anderem Linus Becherer, den Immobilienmanager der Erzdiözese Freiburg. Er führt unter anderem aus, dass die Erzdiözese Kirchengemeinden dabei helfen wolle, den Immobilienbestand auf eine „Kernimmobilie“ zu reduzieren. Spannend für die Gaggenauer wird es in dem knapp 45-minütigen Beitrag ab etwa 16.58 Minuten, als der Sprecher aus dem Off sagt: „Sämtliche Immobilien der Erzdiözese Freiburg hat Becherer in einer Datenbank erfasst – von einfachen Betonbauten bis zu historischen Schönheiten. Alles kommt auf den Prüfstand. Abrisskandidaten sind in einem ersten Schritt die Nachkriegsbauten.“

Ensemble unter Denkmalschutz

Dazu sieht man auf Becherers Laptop-Bildschirm unter anderem Bilder von St. Marien in Gaggenau; die Kirche wurde 1968 eingeweiht.

Die Bildauswahl sei „reiner Zufall“, versichert man im Erzbischöflichen Ordinariat auf BT-Nachfrage. Und auch Andreas Merkel, Mitglied im Pfarrgemeinderat der katholischen Seelsorgeeinheit Gaggenau und von Kindesbeinen an Mitglied der Kirchengemeinde St. Marien, betont: „Es gibt keinerlei Überlegungen, das Ensemble von St. Marien zu entwidmen, zu verkaufen oder abzureißen.“ Nicht zuletzt handele es sich um ein denkmalgeschütztes Ensemble.

Auch für die anderen Gebäude um den Innenhof herum gebe es keine Verkaufspläne. So habe die Kirchengemeinde für das Pfarrhaus einen Vertrag mit der Stadt mit zehn Jahren Laufzeit geschlossen, um dort eine Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen einzurichten.

Hier geht es zu dem Beitrag in der ARD-Mediathek.


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