St. Michael bald in neuem Glanz

Von Judith Giese

Rastatt (jg) – Die Decke und Wände in der Pfarrkirche St. Michael in Wintersdorf werden derzeit renoviert. Ende Juni sollen in der Kirche wieder Gottesdienste stattfinden.

St. Michael bald in neuem Glanz

Für die Deckengemälde muss zum normalen Malerbetrieb noch ein Restaurator hinzugezogen werden. Foto: Judith Giese

Die Seelsorgeeinheit (SE) Iffezheim Ried hat im Normalfall vier Pfarreien mit vier katholischen Gotteshäusern. Gleich zwei sind zur Zeit nicht nutzbar. Während in Ottersdorf bereits seit vergangenem Jahr der Zutritt wegen der unsicheren Dachkonstruktion gesperrt war und aktuell renoviert wird, ist mittlerweile auch die Pfarrkirche St. Michael in Wintersdorf nicht nutzbar.

Betritt man die Kirche, dann staunt man nicht schlecht. Ein Gewirr aus Stahlstreben durchzieht das Gotteshaus. Die komplette Kirche ist zur Innenrenovierung eingerüstet. Bis unter die Decke ragen die Gerüste und tragen einen kompletten Boden, etwa 1,90 Meter unter der eigentlichen Decke. Dort sind die Maler am Werk.

Bereits zuvor wurde mit speziellem Werkzeug der Schmutz von den Wänden geholt. Danach haben die Maler damit begonnen Risse freizulegen und neu zu versäubern. Für die Deckengemälde musste zusätzlich zum normalen Malerbetrieb noch ein Restaurator hinzugezogen werden. Peter Volkmer hat bereits erste Erhaltungsarbeiten durchgeführt, die Deckengemälde hinterspritzt und zur professionellen Restaurierung vorbereitet.

Ruß und Staub hinterlassen ihre Spuren

Die Maler haben derweil den ersten Anstrich mit breiten Pinseln auf die Decke aufgebracht. Dabei wird eine offenporige Mineralfarbe verwendet, die die Decke künftig wieder neu erstrahlen lässt. Dabei müssen sie auch um die neue Orgel – die ebenfalls professionell von der Orgelbaufirma eingehaust wurde – herumarbeiten. Gleich neben dem Instrument kann man an der Decke und dem Übergang zur Wand einen abgeklebten Streifen erkennen. Hier bleibt eine Vergleichsstelle unrenoviert – damit auch der Laie am Ende noch den Unterschied erkennen kann. Und bereits jetzt wird klar, dass bis vor einigen Wochen Wände und Decke grau waren.

Die 1821 erbaute Kirche wurde zuletzt 1992 im Innenraum renoviert. Ruß und vor allem Staub, der durch die Heizungsanlage verwirbelt wird, hatten Spuren hinterlassen. Selbst auf den gereinigten Wänden kann man noch die Umrisse der aktuell abgehängten Kreuzwegbilder erkennen. Ob ein Anstrich bei den Wänden genügen wird, um zu decken, da ist sich Malermeister Kurz noch nicht sicher. Dennoch liegt man im Zeitplan. Seit 8. April laufen die Arbeiten. Allein eine Woche wurde benötigt, um das komplette Gerüst zu stellen. Bis Mitte Juni sollen die Arbeiten noch andauern und abschließend auch das Gerüst wieder abgebaut werden, sodass Ende Juni wieder Gottesdienste stattfinden können. Bis es so weit ist, müssen noch einige Risse geflickt und etliche Eimer Farbe an die Wand gebracht werden. Auch die fachmännische Aufarbeitung der denkmalgeschützten Deckengemälde durch den Restaurationsbetrieb muss noch fertiggestellt werden. Und dann darf sich die SE über eine Kirche in neuem Glanz freuen.