Staatstheater-Intendant entschuldigt sich

Von Christiane Lenhardt

Karlsruhe (cl) – Nach Kritik an seinem Führungsstil verspricht der Generalintendant des Badischen Staatstheaters, Peter Spuhler, mehr Transparenz. Er soll sich bei den Mitarbeitern entschuldigt haben.

Staatstheater-Intendant entschuldigt sich

Der Karlsruher Intendant Peter Spuhler ist bei einer Personalversammlung auf seine Mitarbeiter zugegangen und soll diejenigen, die sich durch sein Vorgehen verletzt fühlen, um Verzeihung geben haben. Foto: Uli Deck/dpa

Ein Versuch, die Wogen am Badischen Staatstheater Karlsruhe wieder zu glätten, hat Generalintendant Peter Spuhler gestern unternommen. Bei einer Personalvollversammlung versprach er den Theatermitarbeitern mehr Transparenz und Beteiligung. In einer Mitteilung der Theaterleitung hieß es gestern, Spuhler habe sich auf der Versammlung von den Vorgängen um das Staatstheater und der Kritik an seinem Führungsstil betroffen gezeigt. Er habe „die Menschen, die sich durch sein Vorgehen verletzt fühlten, um Verzeihung“ gebeten, wie es weiter hieß. Der Generalintendant sagte zu, dass es Veränderungen geben würde. Dafür habe er verschiedene Vorschläge zur weiteren internen Diskussion vorgelegt.Der Personalrat des Mehr-Sparten-Hauses hatte vergangene Woche in einem Offenen Brief angebliche Missstände angeprangert wie „Kontrollzwang, beständiges Misstrauen, cholerische Ausfälle“ seitens Spuhler. Es herrsche ein „toxisches Arbeitsklima“, heißt es darin unter Berufung auf vertrauliche Gespräche des Personalrates mit Mitarbeitern.Karlsruher Freie Wähler: „Vorwürfe gravierend“

Als Reaktion auf die Vorwürfe hatten Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup in einer gemeinsamen Stellungnahme mitgeteilt, sie nähmen die Schilderungen ernst und würden sich damit auseinandersetzen. Gleichzeitig kritisierten sie die Vorgehensweise, wie der Personalrat seine Kritik in die Öffentlichkeit getragen habe – und warfen ihm vor, eine „Kampagne“ gestartet zu haben. Zur Vermittlung wurde ein Vertrauensanwalt ins Gespräch gebracht. Bauer hat den Vorsitz im Verwaltungsrat des Staatstheaters inne; OB Mentrup ist Stellvertreter.Gestern äußerte sich auch die Karlsruher Stadtratsfraktion der Freien Wähler zum Zwist des Generalintendanten und des Personalrats. „Wir möchten beide Seiten zu Wort kommen lassen, so wie das auch die Träger fordern“, erklärte Stadträtin Petra Lorenz, „die Vorwürfe sind gravierend und müssen dringend geprüft werden, denn wer will schon in einem Klima der Angst arbeiten?“ Die Fraktion erklärt, dass die Vorwürfe auch nicht neu seien, „es scheint nun über die Jahre einiges zusammengekommen zu sein, was sich nun öffentlich entlädt“, fügte Stadtrat Friedemann Kalmbach hinzu, „dass die Träger des Staatstheaters von einer Kampagne sprechen, sehen wir kritisch“. Den Vorschlag, eine neutrale Stelle zu schaffen, um die Vorwürfe aufzunehmen und einen Vertrauensanwalt einzuführen, begrüßt die Fraktion. Spuhler ist seit 2011 Generalintendant am Staatstheater. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte er seinen bis 2021 laufenden Vertrag um fünf Jahre bis zum August 2026 verlängert.