Stadt Bühl vergibt zum ersten Mal einen Kliamschutzpreis

Bühl (sga) – In Bühl wird hohes Engagement belohnt: Die Stadt hat nun zum ersten Mal einen Kliamschutzpreis an drei Projekte vergeben. Damit sollen bürgerschaftliche Konzepte ausgezeichnet werden.

Wolfgang Jokerst, Rudolf und Andrea Schübert, Frank und Sonja Fröhlich mit Tochter, Martin Andreas, Elke Gottschall, Renate Ibach, Claudia Schilfahrt und Hubert Schnurr freuen sich über die Preise (von links). Foto: Bernhard Margull

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Wolfgang Jokerst, Rudolf und Andrea Schübert, Frank und Sonja Fröhlich mit Tochter, Martin Andreas, Elke Gottschall, Renate Ibach, Claudia Schilfahrt und Hubert Schnurr freuen sich über die Preise (von links). Foto: Bernhard Margull

Ob Tauschregal, Wald- oder Erlebnisgarten: In der Zwetschgenstadt gibt es viele kreative Köpfe, die sich für den Klimaschutz einsetzen möchten. Die Stadt Bühl will solch großes Engagement fördern. Deshalb wurde am Mittwochabend das erste Mal ein Preis verliehen, um bürgerschaftliche Projekte zu würdigen, die in den vergangenen drei Jahren umgesetzt worden sind.

Interesse am Gewinn hatten jedoch nicht nur die Initiatoren der drei Konzepte, die es schließlich auf die ersten drei Plätze geschafft haben. Bis Ende Juni gingen bei der Stadtverwaltung insgesamt sieben Bewerbungen ein, die zwar unterschiedlicher nicht sein könnten – sich jedoch alle den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben haben. „Ich freue mich über die rege Teilnahme“, hebt Oberbürgermeister Hubert Schnurr das Engagement der Teilnehmer hervor. Die Mittel für den Preis kommen laut dem OB aus dem Nachhaltigkeitsfond der Stadt.

Wer sich an dem Wettbewerb beteiligt hat, blieb nicht unbeobachtet. Denn die Bewerbungen wurden akribisch vom städtischen Referat Klima und Umwelt unter die Lupe genommen und von einer Jury bewertet. So haben sich Mitglieder des Klimabeirats der Stadt genau angesehen, was die Teilnehmer umsetzen.

Kriterien gab es hierfür genug, denn die Projekte wurden unter anderem nach ihrem Innovationsgrad und Modellcharakter bewertet. Ganz oben auf der Prioritätenliste: der Beitrag zum Klimaschutz. Werden zum Beispiel die CO2-Emissionen reduziert? Die Jury jedenfalls schaut bei jedem Projekt genau hin. Und weil es letztlich ja auch um die Gemeinschaft geht, durften auch die Bürger mitentscheiden. Von August bis September haben insgesamt 407 Bürger ihre Stimme abgegeben. Der Klimabeirat entschied sich dann für drei Projekte: Für den ersten Platz und den Publikumspreis gibt es jeweils 2.500 Euro, der zweite Platz bekommt 1.000 Euro.

Publikumspreis geht nach Eisental

Besonders großes Interesse hat bei den Bürgern hat ein Konzept aus Eisental geweckt. Bereits 2018 machte es sich der dort ansässige Heimatverein zur Aufgabe, ein vernachlässigtes Wildpflanzareal in einen Wildkräuter- und Erlebnisgarten umzuwandeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es entstanden über 200 verschiedene Pflanzenarten, 1.300 Pflanzen insgesamt, die als Permakultur, mit Vogelschutzhecken und verschiedenen Nistmöglichkeiten für Wildbienen und andere Insekten angelegt sind.

„Das Projekt fördert den Artenschutz, erhöht die Biodiversität vor Ort und trägt somit indirekt zum Klimaschutz bei. Gleichermaßen dient der Wildkräutergarten den Menschen als Erholungsraum“, findet die Stadt Bühl. Aus der Bevölkerung gibt es ebenfalls großen Zuspruch: Mit 173 Stimmen haben sich die Initiatoren den Publikumspreis verdient.

Zweiter Platz für Familie Fröhlich

Dass in Eisental viel geht, beweist auch Familie Fröhlich, die aus einer konventionell bewirtschafteten Rebfläche einen artenreichen Waldgarten zaubern möchte. So wird seit 2010 auf dem 6.000 Quadratmeter großen Grundstück in Steillage gearbeitet.

Vor zwei Jahren wurde schließlich damit angefangen, fleißig zu bepflanzen – bis heute gedeihen unter anderem 80 Bäume und zirka 500 Sträucher verschiedenster Sorten in dem Wildgarten. Vom Klimabeirat gibt es großen Applaus und außerdem den zweiten Platz. Doch Familie Fröhlich ist nicht das erste Mal mit ihrem Engagement aufgefallen: Wie bereits berichtet, wollen die Beteiligten sechs Zisterne für intelligentes Regenwassermanagement, Humusaufbau und Klimaanpassung einbauen. Von der Stadt gab es für das Projekt, das in den kommenden drei Jahren realisiert werden soll, einen Nachhaltigkeitszuschuss.

„Nimms und Brings“ auf 1. Platz

„Nimms und Brings“ heißt es unterdessen in der Vimbucher Straße, wo vor allem die Vorbildfunktion und der hohe Grad der Öffentlichkeitsbeteiligung die Jury des Klimabeirats überzeugt hat. Denn dort findet seit Juni 2020 aktive Abfallvermeidung statt, weil am Grundstück der Familie Schübert ein Tauschregal eingerichtet wurde. Wer mag, kann daheim nach noch brauchbaren Dingen wie beispielsweise Büchern, Kleidung, Haushaltsartikeln oder Technik Ausschau halten, sie dort abgeben und sich ebenfalls frei am Regal bedienen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
27. Oktober 2021, 18:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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