Stadt Bühl will „Haus der Musik“ nicht verkaufen

Bühl (BNN) – Die Stadt Bühl nimmt Stellung zu einem sich hartnäckig haltenden Gerücht: Die Stadt verkauft das „Haus der Musik“ nicht. Aber: Es stehen alle kommunalen Gebäude auf dem Prüfstand.

Bleibt im kommunalen Besitz: Die Stadt Bühl will das „Haus der Musik“ in der Steinstraße nicht verkaufen. Die Pressestelle dementiert entsprechende Gerüchte. Foto: Ulrich Coenen

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Bleibt im kommunalen Besitz: Die Stadt Bühl will das „Haus der Musik“ in der Steinstraße nicht verkaufen. Die Pressestelle dementiert entsprechende Gerüchte. Foto: Ulrich Coenen

Die Gerüchte halten sich in Elternkreisen hartnäckig. Angeblich will die Stadt das „Haus der Musik“ in der Steinstraße verkaufen. „Da ist nichts dran“, erklärt Matthias Buschert, Pressesprecher der Stadt Bühl, auf Anfrage dieser Zeitung.

Das „Haus der Musik“ ist eine Außenstelle der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst, deren zentrale Verwaltung sich im Bürgerhaus Neuer Markt befindet. In den Räumen der Schule unterrichten 40 Musikpädagogen rund 1.200 Schüler: Ursprung der Gerüchte um das Haus der Musik könnten die Diskussionen um die Haushaltskonsolidierung der Stadt sein. Das vermutet jedenfalls Buschert. Die Gewerbesteuereinnahmen der Kommune sind nach der Automobilkrise dramatisch eingebrochen, vor allem weil mit Schaeffler der größte Arbeitgeber betroffen ist.

Die Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung, der Mitglieder des Gemeinderates und der Verwaltung angehören, stellt im Auftrag des Gemeinderates unter anderem alle kommunalen Gebäude auf den Prüfstand. Buschert spricht von rund 150 Immobilien – nicht nur die Rathäuser in der Kernstadt und den Stadtteilen, sondern auch Schulen, Kindergärten, Gemeindehallen und Wohngebäude. Dabei geht es auch um die Frage, ob sich die Kommune nicht von der einen oder anderen Immobilie trennen kann, um Geld zu sparen. „Im Hinblick auf das Musikschulgebäude in der Steinstraße gibt es keine solchen Überlegungen“, stellt Buschert fest. „Unsere Musikschule benötigt die dortigen Räume. Wir haben keine Ersatzflächen, die wir der Bildungseinrichtung zur Verfügung stellen könnten.“

Städtisches Eigentum macht durchaus Sinn

Das heutige „Haus der Musik“ in der Steinstraße hat diese Aufgabe bereits seit 2007. Ursprünglich befanden sich dort Sozialwohnungen. Die Kommune ließ das Gebäude sanieren und gab ihm die neue Aufgabe. Auf drei Stockwerken entstanden Unterrichtsräume. „Dort werden vor allem die leiseren Instrumente unterrichtet“, berichtet Buschert. Er nennt Klavier, Querflöte, Gitarre, Geige und Cello. Schlagzeug und Blasinstrumente stehen im Bürgerhaus Neuer Markt auf dem Stundenplan. An zwei Tagen in der Woche steht außerdem die Carl-Netter-Realschule für Trompeten- und Posaunen-Unterricht zur Verfügung.

Bisher hat die Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung noch keine konkreten Ergebnisse im Hinblick auf die Prüfung der kommunalen Immobilien vorgelegt. Bei der Untersuchung geht es um künftige Nutzungsmöglichkeiten, aber auch um den möglichen Verkauf mancher Gebäude. „Langfristig wird das passieren“, meint Buschert. Er weist aber ausdrücklich darauf hin, dass solche Entscheidungen nicht einfach seien und verweist auf das ehemalige Gasthaus Weinberg in Eisental. „Der Verkauf war zu einem früheren Zeitpunkt angedacht“, sagt Buschert. „Wir haben uns aber von dieser Idee verabschiedet, weil es Fördermittel aus dem Leaderprogramm in Zusammenhang mit einem Konzept für junges Wohnen gibt.“

Auch die aktuelle Flüchtlingskrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine zeigt nach Meinung Buscherts, dass Immobilien im Eigentum der Stadt durchaus Sinn machen. „Es ist gut, in einer solch schwierigen Situation Gebäude in der Hinterhand zu haben“, findet er.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Ulrich Coenen

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Erstellt:
13. April 2022, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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