Stadt Bühl wirbt für nachhaltigen Konsum

Bühl (red) – Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen will die Stadt Bühl für nachhaltigen Konsum sensibilisieren.

Bühler Stadtkaffee aus Peru: Umweltschutz-Mitarbeiterin Beate Link (rechts) und Gaby Bohn vom Bürger-Service-Center präsentieren das Fairtrade-Produkt aus ökologischem Anbau. Foto: Eiermann

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Bühler Stadtkaffee aus Peru: Umweltschutz-Mitarbeiterin Beate Link (rechts) und Gaby Bohn vom Bürger-Service-Center präsentieren das Fairtrade-Produkt aus ökologischem Anbau. Foto: Eiermann

„Die Konsumenten haben eine große Verantwortung für den Klimaschutz“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Das allgemeine Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum zu schärfen, ist erklärtes Ziel der Fairtrade-Stadt Bühl. Dazu setzt sie auf Informationsvermittlung durch Vorträge und Aktionen. Zehn Veranstaltungen sind im Lauf des Jahres geplant, das Doppelte im Vergleich zu 2019, unterstrich Oberbürgermeister Hubert Schnurr gestern in einem Pressegespräch.

Das Jahresprogramm wurde rund um den zugkräftigen Bauernmarkt gestrickt, der am 19. September zum 23. Mal in der Innenstadt ausgetragen wird. Besonderheit in diesem Jahr: Die Kampagne, die dahinter steht, ist noch ein paar Jahre älter – die Reihe „Gläserne Produktion“ wird 30 Jahre alt. Die runde Zahl gibt am Markttag Anlass zum Feiern im Friedrichsbau.

„Jeder Verbraucher kann seinen Beitrag leisten“

Auch wenn es noch ein halbes Jahr hin ist, kündigte Beate Link, Mitarbeiterin der städtischen Umweltschutzabteilung, schon mal an, dass unter der organisatorischen Federführung ihrer Kollegin Susanne Panther die regionalen Direktvermarkter wieder mit einem großen Angebot regionaler Frische-Produkte, insbesondere saisonalem Obst und Gemüse, vorstellig sein werden. Erzeugnisse, für die keine langen Transportwege und intensive Kühlhaltungen anfallen, die meist ohne Umverpackung auskommen und auch kein Palmöl enthalten, für dessen Erzeugung Regenwälder gerodet werden. „Jeder Verbraucher kann seinen persönlichen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten“, ist Link überzeugt.

So zieht sie hiesige Kartoffeln allemal tiefgekühlten Pommes frites vor. Abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt spreche auch die Energiebilanz eindeutig für das Produkt vom heimischen Bauern, da eine frische Kartoffel laut wissenschaftlichen Erkenntnissen nur mit einem Siebtel an CO2-Ausstoß belastet sei. Bei Kartoffelchips falle die Klimabelastung im Vergleich zur Knolle noch weit verheerender aus. Bio-Erzeugnisse, erklärte Barbara Thévenot, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung, schnitten unter diesem Vergleichsaspekt im Schnitt um zwei Drittel besser ab als konventionelle Produkte.

Zusammenarbeit mit Fairtrade ist ein wichtiger Baustein

Fleisch von Weideflächen hiesiger Bauern statt aus Übersee zu kaufen, sei ebenfalls ein Beitrag zum Klimaschutz, so Link. Was nicht regional erzeugt werde, könne von andernorts unter fairen Bedingungen bezogen werden. „Die Zusammenarbeit mit Fairtrade ist ein wichtiger Baustein unserer Klimaschutzpolitik“, unterstrich Jokerst. Seit der offiziellen Aufnahme in den Kreis der Fairtrade-Städte vertreibt Bühl einen eigenen Stadtkaffee, einen hundertprozentigen Arabica aus Öko-Anbau in Peru. Besucher der Mediathek erhalten ihn darüber hinaus brühwarm aus dem dortigen Automaten.

Der nachhaltige Umgang mit Rohstoffen, der Schutz von Natur, Umwelt und Ressourcen sowie das Bemühen um sozial gerechte Arbeitsbedingungen eint alle Beteiligten des Jahresprogramms wie die städtische Steuerungsgruppe, den Bühler Weltladen, die katholische Frauengemeinschaft und den Perukreis sowie die weiteren Beteiligten von auswärts.

Zu einer ganz besonderen Begegnung wird es am 29. April kommen, wenn einer der indigenen Bewohner des Amazonas aus dem Grenzgebiet von Brasilien und Peru aus erster Hand vom täglichen Kampf um den Erhalt des Regenwalds berichten wird – seit Jahren leistet die Stadt Bühl einen finanziellen Beitrag zu ihrem Schutz. Zuerst hören interessierte Bürger den Vortrag und danach der Gemeinderat.

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Erstellt:
11. März 2020, 07:40 Uhr
Lesedauer:
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