Stadt: Keine zusätzliche Straße zum Joffre-Areal

Rastatt (ema) – Die Stadtverwaltung lehnt eine zusätzliche Straße zur Erschließung des Joffre-Areals in Verbindung mit einem Kreisel ab. Damit bleibt es im Regelverkehr allein bei der Verlängerung der Josefstraße, über die man das neue Wohnquartier im Dörfel erreichen kann. Es gibt allerdings Ausnahmen.

Der Vorschlag eines Kreisverkehrs an dieser Stelle stößt bei der Stadtverwaltung nicht auf Zustimmung. Foto: Mauderer/Archiv

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Der Vorschlag eines Kreisverkehrs an dieser Stelle stößt bei der Stadtverwaltung nicht auf Zustimmung. Foto: Mauderer/Archiv

Die SPD-Fraktion im Rastatter Gemeinderat hatte sich für eine zweite Zufahrt stark gemacht vor dem Hintergrund, dass auf Joffre „geschätzt 500 Haushalte und rund 1.000 Einwohner“ leben würden. Die Sozialdemokraten plädieren für eine zweite Zu- und Abfahrt – und zwar über das Grundstück des städtischen Gebäudes Karlstraße 23, sobald dessen geplante Sanierung ansteht (ehemaliges SWI-Gebäude, heute das Domizil von Jiu-Jitsu-Kampfportverein, Art Canrobert und bald, so der Plan, auch Stadtarchiv). Laut SPD-Fraktion biete sich an der Stelle ein Kreisverkehr an.

Die zweite Erschließung hält die SPD für dringend erforderlich – „nicht nur, um bei Straßenarbeiten oder Rettungseinsätzen eine zweite Zu- und Abfahrt zu haben, sondern gerade, um den alltäglichen Straßenverkehr aufzunehmen“, so Fraktionschef Joachim Fischer.

Im Rathaus sieht man das etwas anders, wie aus einem Schreiben von OB Hans Jürgen Pütsch an Fischer hervorgeht. Da das ehemalige SWI-Gebäude an der Karlstraße weiterhin in städtischer Hand bleiben und erhalten werden soll, sei eine Abgrenzung einer Verkehrsstraße mit der zweiten Änderung des Bebauungsplans nicht mehr vorgesehen, schreibt der Verwaltungschef. Pütsch: „Die gesamte Grundstücksfläche wird wie bereits vor dem Umbau des Kasernengeländes auch den Nutzern des Gebäudes zur Verfügung stehen. Die öffentliche Verkehrserschließung an dieser Stelle entfällt.“

Allerdings sehe der geänderte Bebauungsplan an dieser Stelle ein Geh-, Fahr- und Leitungsrecht vor. Und: Man gewährleistet einen Durchgang für Fußgänger sowie eine Befahrbarkeit im Notfall und für Baufahrzeuge. Dies sei gerade bei verstärkter Bautätigkeit, wie dies momentan durch den Umbau der ehemaligen Mannschaftsgebäude parallel zur Bahnlinie der Fall ist, oder Tiefbauarbeiten in der Josef- oder der Michael-Ludwig-Rohrer-Straße für die Herstellung von Hausanschlussleitungen für Gas und Trinkwasser erforderlich. Damit bestehe auch ein weiterer Weg im Falle eines Rettungseinsatzes, so Pütsch, der zugleich auf das Baugebiet Baldenau verweist, das ebenfalls nur über eine Anbindung an den Rödernweg erschlossen ist.

Fußgängerrampe beim früheren Diana-Werk soll dieses Jahr kommen

Die von der SPD angesprochene barrierefreie Fußgängerrampe Richtung früheres Diana-Werk soll in diesem Jahr umgesetzt werden, kündigt Pütsch an. Die von den Sozialdemokraten geforderte Überwachung des ruhenden Verkehrs kann derweil noch nicht vollständig geleistet werden, da die Stadt noch gar nicht alle Straßen vom Investor übernommen hat. Pütsch zufolge gingen im vergangenen Spätjahr teilweise Verkehrsflächen nach einer gemeinsamen Abnahmebegehung in städtisches Eigentum über. Noch nicht im Besitz der Stadt sind die Michael-Ludwig-Rohrerstraße entlang der Mannschaftsgebäude sowie Kleinflächen wie etwa Parkplätze im südöstlichen Bereich und entlang der Ferdinand-Stieffell-Straße.

Die Beschilderung im Gebiet soll bis Ende März stehen. Auf den öffentlich gewidmeten Verkehrsflächen mit entsprechender Beschilderung, die bereits übernommen wurden, werden dann Verwarnungen gegen Verkehrssünder ausgesprochen, kündigt der OB an. Man werde mit der Kontrolle also nicht warten, bis das gesamte Joffre-Areal frei gegeben beziehungsweise von der Stadt übernommen wurde, so Pütsch. Die Restarbeiten sollen noch in diesem Halbjahr erledigt werden.

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Erstellt:
17. April 2020, 12:30 Uhr
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