Stadt Rastatt plant Sommer ohne Hallenbad

Rastatt (dm) – Weniger Einnahmen, höhere Kosten: Die Stadt Rastatt will in diesem Jahr keinen Bäder-Parallelbetrieb mehr anbieten. Das Alohra soll während der Freibadsaison geschlossen bleiben.

Blick ins Alohra (Archivbild), das derzeit wegen Corona geschlossen ist. Unabhängig davon soll es während der Freibadsaison rund 16 Wochen dicht bleiben. Foto: Oliver Hurst

© pr

Blick ins Alohra (Archivbild), das derzeit wegen Corona geschlossen ist. Unabhängig davon soll es während der Freibadsaison rund 16 Wochen dicht bleiben. Foto: Oliver Hurst

Kein Parallelbetrieb der beiden Rastatter Bäder mehr, zumindest in diesem Jahr: So lange das Freibad 2021 geöffnet ist, soll das Hallenbad Alohra geschlossen sein. Dieses Ansinnen bringen die Betriebsleitung des städtischen Bäder-Eigenbetriebs und die Stadtverwaltung nun in die politischen Gremien.
Der Technische Ausschuss soll am Montag eine entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat abgeben (Übertragung der Videositzung in die Badner Halle ab 17.30 Uhr). Als Gründe werden (auch) pandemiebedingte Einnahmeverluste und ein erhöhter finanzieller Aufwand für die Bäder angegeben.

Rückläufige Besucherzahlen

Wenn die Corona-Lage denn einen Betrieb zulässt, will die Stadt am 13. Mai in die Freibadsaison starten und dann am 22. Mai – mit Beginn der Pfingstferien – die Pforten des Alohra schließen, und zwar bis zum Ende der Freibadsaison, geplant ist diese bis zum 12. September. 16 Wochen lang wäre das Hallenbad demzufolge dicht, normalerweise geht es im Sommer lediglich in eine sechswöchige Revisionszeit.

Die beiden Bäder werden jährlich von durchschnittlich 185.000 Gästen besucht, heißt es in den Unterlagen aus dem Rathaus, jedoch nehme das Besucheraufkommen „merklich von Jahr zu Jahr ab“. Den Grund sieht die Verwaltung, die sich in den vergangenen Jahren für den Neubau eines Kombibads stark gemacht hat, darin, dass „die Attraktivität eines modernen Bads nicht mehr gegeben“ sei. Und im Vergleich zu 2019 seien die Verluste der beiden Bäder aus dem Pandemiejahr 2020 um rund eine halbe Million Euro gestiegen.

Weiteres Thema: Der Parallelbetrieb sei nicht mit dem aktuellen Mitarbeiterstamm zu stemmen. Der Personalpool, der für beide Bäder tätig sei, reiche nicht aus, weshalb man in der Vergangenheit Fremddienstleistungen eingekauft habe, um die Verkehrssicherungs- und Wasseraufsichtspflicht einhalten zu können. Durch den Wegfall des Parallelbetriebs erwarte man Einsparungen von „mindestens“ 120.000 Euro.

Sollte das Freibad im Mai witterungsbedingt nicht wie geplant öffnen können, werde die Schließung des Alohra entsprechend nach hinten verschoben. Damit für die ganze Freibadsaison wetterunabhängig eine „ansprechende Wassertemperatur“ im Natura gehalten werden kann, soll die mobile Heizanlage der Stadtwerke in die Badewassertechnik eingebunden werden.

Schulen „überwiegend“ einverstanden

Auch der Schulsport soll im genannten Zeitraum vorübergehend im Natura stattfinden. Mit den Leitern der Rastatter Schulen ist der Sachverhalt bereits besprochen worden, teilt die Verwaltung mit. Dabei habe es „überwiegend“ Zustimmung gegeben. Allerdings müsse bei schlechter Witterung mit einem Ausfall von Schwimmunterricht gerechnet werden. Für die Tage der Abiturprüfungen im Fach Sport soll es Ausweichmöglichkeiten geben.

Wie es mit dem sanierungsbedürftigen Alohra generell weitergeht, soll, wie berichtet, ein vom Gemeinderat beauftragtes Instandsetzungsgutachten klären. Unabhängig von Corona ist das Außenbecken aus baulichen Gründen bereits seit Juni 2020 geschlossen, und die Sauna wurde wegen brandschutzrechtlicher Mängel dichtgemacht.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

Zum Artikel

Erstellt:
5. Februar 2021, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.