Stadt warnt: An Ostern nicht in die Allee gehen

Baden-Baden (hez)– So langsam spielt sich das Leben mit der Corona-Krise in Baden-Baden ein wenig ein. Diesen Eindruck bekam man gestern im Rathaus, wo die Verwaltungsspitze wie jede Woche in einer Pressekonferenz zur aktuellen Situation an der Oos Stellung nahm. Dabei gab es auch viel Lob für die Bevölkerung.

Es muss nicht immer die Lichtentaler Allee sein: Rund um Baden-Baden gibt es viele Flanierwege fürs Osterwochenende – auch in den Weinbergen bei Neuweier. Foto Stadtverwaltung

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Es muss nicht immer die Lichtentaler Allee sein: Rund um Baden-Baden gibt es viele Flanierwege fürs Osterwochenende – auch in den Weinbergen bei Neuweier. Foto Stadtverwaltung

Allgemeine Lage: „Konsequent und diszipliniert“, so Oberbürgermeisterin Margret Mergen, hielten sich die Baden-Badener an die Regeln und Gebote, die die Corona-Pandemie erfordert. Die Versorgung vor allem mit Lebensmitteln und Arzneien funktioniere gut, in den Geschäften gingen die Menschen „fürsorglich“ miteinander um. Das Klinikum sei bislang gut in der Lage gewesen, die Versorgung der vom Coronavirus betroffenen Menschen zu bewältigen. Mit aktuellen Zahlen zum Umfang der Krise wartete Maximilian Lipp, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, auf. Am gestrigen Vormittag zählte man im Stadtkreis Baden-Baden 123 Infizierte, fünf Menschen sind bisher daran gestorben. Aber seit Montag ist auch die Zahl der Genesenen deutlich angestiegen auf momentan 23 Personen.

Verstöße: Bei der Bußgeldbehörde sind bislang 46 Anzeigen wegen Übertretungen der Corona-Bestimmungen eingegangen. Dies sei, betonte Lipp, eine durchaus überschaubare Zahl.

Osterfeiertage: Eine vorsorgliche Schließung von Parkplätzen angesichts der erwarteten hohen Zahl an Ausflüglern wird es nicht geben. Die Stadt appelliert allerdings an die Spaziergänger, die Kontaktbestimmungen zu beachten. Darauf wird man auf den Parkplätzen auch hinweisen und Kontrollen durchführen. Allgemein muss in der Stadt mit einer hohen Polizeipräsenz gerechnet werden. Abgeraten wird von Spaziergängen in der Lichtentaler Allee, da man sich hier doch recht nahe kommt. Vielmehr empfiehlt die Stadtverwaltung Ausflüge auf Wanderwegen im und am Rande des Stadtwalds (Panaromaweg) sowie im Rebland ein „genussvolles“ Wandern im Bereich der Rebhänge.

Notfallbetreuung: Sehr gut funktioniert die Notfallbetreuung von Kita-Kindern und Schülern, wobei sich allerdings weiterhin nur begrenzter Bedarf zeigt.

Flüchtlinge: Inzwischen sind in Baden-Baden sieben Flüchtlinge am Coronavirus erkrankt, aber eine stationäre Unterbringung ist in diesen Fällen bislang nicht nötig. Sie sind im vor wenigen Tagen von der Stadt eröffneten Quarantäne-Bettenhaus „Im Heitzenacker“ einquartiert. Dieses Bettenhaus mit 80 Plätzen ist grundsätzlich für Quarantänefälle in der Stadt gedacht, die diese Zeit nicht zu Hause verbringen können. Bürgermeister Roland Kaiser berichtete gestern auch, dass 30 Kontaktpersonen der betroffenen Flüchtlinge ihre Quarantäne in einer der Unterkünfte am Waldseeplatz verbringen würden. Diese hätten viel Wert darauf gelegt, selbst kochen zu können, und würden von den anderen Bewohnern mit den Lebensmitteln versorgt.

Altenpflege: Zu ganz gravierenden Infektionsumfängen in Baden-Badener Altenpflegeheimen, darauf verwies gestern Maximilian Lipp, sei es bislang zum Glück nicht gekommen. In einer Einrichtung habe das Virus sieben Menschen befallen, ein Bewohner sei gestorben. Dies sei das bisher massivste Auftreten des Virus in einem hiesigen Heim. Die Notversorgung für Senioren in der Tagespflege klappt gut, hier sind in der Kurstadt noch Kapazitäten frei.

Baumaßnahmen: Hier läuft, so Bürgermeister Alexander Uhlig, alles weiter. Es soll auch auf nichts verzichtet werden. Gewisse Verzögerungen sind allerdings aufgrund von Personalengpässen bei den Firmen möglich.

Schutzkleidung: Hier hat sich die Lage gegenüber der Situation in der vergangenen Woche nicht grundlegend verbessert. Lieferungen von Bund und Land kommen meist überraschend und nicht im erhofften Umfang.

Stadtbibliothek: Der Bestellservice mit Lieferung und Bereitstellung ausgesuchter Medien erfreut sich großen Interesses. Die Medien werden zum vereinbarten Zeitpunkt vor der Glastüre deponiert. Für die Nutzung der Online-Dienste gehen zahlreiche Neuanmeldungen ein. Bibliotheksleiterin Sigrid Münch stellt fest: „Es ist oft gespenstisch ruhig im Haus. Wir vermissen unsere Leser, die uns aber wohl noch mehr.“

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Erstellt:
9. April 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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