Stadt will Vereinen stärker unter die Arme greifen

Baden-Baden (nof) – Mehr Transparenz und eine Gleichbehandlung: Diese Ziele hat sich die Stadtverwaltung bei der Erneuerung ihrer Richtlinien für die Vereinsförderung gesetzt.

Die Stadt Baden-Baden erhöht die Unterstützung der Vereine und passt sie damit dem Niveau anderer Kommunen an. Symbolfoto: BT/av

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Die Stadt Baden-Baden erhöht die Unterstützung der Vereine und passt sie damit dem Niveau anderer Kommunen an. Symbolfoto: BT/av

Die Vorschläge wurden jüngst dem Sportausschuss präsentiert, der diese positiv aufgenommen hat. Dass eine Überarbeitung dringend geboten gewesen sei, betonte Bürgermeister Roland Kaiser. „Die Richtlinien stammen aus dem Jahr 2003, es gab zwischenzeitlich nur kleinere Anpassungen. Es war also höchste Zeit.“ Auch weil sich die Vereinslandschaft seither verändert habe. Mit den neuen Richtlinien soll Klarheit bei Förderkriterien und -möglichkeiten geschaffen werden, erläuterte Annemarie Harrer, Fachgebietsleiterin Schule und Sport. Auch eine Gleichbehandlung aller eingetragenen Vereine mit Sitz in Baden-Baden könne darüber sichergestellt werden. Außerdem sollen die Zuschüsse auf das Förderniveau anderer Städte angeglichen werden.

Neu sei die Grundförderung, die allen sportlichen und kulturellen Vereinen ab 21 Mitgliedern – gestaffelt nach der Mitgliederzahl – zustehe. Erhöht werde die Jugendförderung auf sieben Euro pro jugendlichem Vereinsmitglied. Auch könnten Investitionszuschüsse für Bau- und Sanierungsmaßnahmen oder projektbezogene Vorhaben beantragt werden. Neu sei auch die Möglichkeit, Übungsleiterlehrgänge bezuschussen zu lassen, zählte Harrer auf. Die Talentförderung solle erhöht werden.

Ausgaben werden deutlich erhöht

Die Neufassung der Förderrichtlinie zieht bei einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats auch eine finanzielle Komponente nach sich: Die Kosten für die städtischen Vereinszuschüsse steigen von aktuell rund 75.000 Euro auf 231.000 Euro.

„Die Erhöhung der Ausgaben ist eine Herausforderung, aber das Konzept ist durchdacht“, lobte CDU-Stadträtin Reinhilde Kailbach-Siegle dieses „wertschätzende Entgegenkommen der Stadt den Vereinen gegenüber“. Tommy Schindler (FBB) bedankte sich, „dass die Stadt sich um die Vereine kümmert“. Thomas Gönner (Grüne) begrüßte, dass die Jugendförderung auf neue Beine gestellt wird, haderte aber mit einem Passus die Vereinsmindestbeiträge betreffend. Außerdem sprach er sich für die Wiedereinführung eines gemeinderätlichen Kulturausschusses aus. Kurt Hochstuhl (SPD) kritisierte, dass die Staffelung der Grundförderung bei Vereinen mit mehr als 251 Mitgliedern auf 600 Euro gedeckelt ist. „Es gibt deutlich größere Vereine, die auch einen größeren administrativen Aufwand haben.“ Bürgermeister Kaiser sagte zu, die Anregungen aus dem Gremium für weitere Diskussionen mitzunehmen. Der Präsident des Baden-Badener Sportausschusses, Armin Zeitvogel, begrüßte die geplante Neuregelung in einer schriftlichen Stellungnahme als „Meilenstein“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
6. Dezember 2021, 10:18 Uhr
Lesedauer:
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