Stadt will maroden Murgdammweg zeitnah sanieren

Rastatt (rjk) – Ein Rastatter hat sich bei der Stadtverwaltung über den desolaten Zustand des Murgdamms zwischen der Rheinauer Brücke und dem Gewann Bittler beschwert. Die Stadt will reagieren.

Nicht ungefährlich: Eine ältere Dame mit Rollator bewegt sich auf dem Murgdamm in Richtung der Rheinauer Brücke. Das Wegstück im Gewann Bittler ist marode und soll zeitnah saniert werden. Foto: Ralf Joachim Kraft

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Nicht ungefährlich: Eine ältere Dame mit Rollator bewegt sich auf dem Murgdamm in Richtung der Rheinauer Brücke. Das Wegstück im Gewann Bittler ist marode und soll zeitnah saniert werden. Foto: Ralf Joachim Kraft

Mühsam bewegt sich eine ältere Dame mit Rollator in Richtung der Rheinauer Brücke. Sie ist an diesem kühlen, aber sonnigen Januartag auf dem Murgdamm unterwegs. Der Abschnitt im Gewann Bittler ist bei Spaziergängern sehr beliebt. In Höhe der Kleingartenanlage im Brufert ist die Frau besonders vorsichtig, denn der Gehweg ist uneben, der Belag teils stark gewölbt. An etlichen Stellen zeigen sich verschieden große Risse und Stolperfallen in Form kleiner „Schlaglöcher“. Aber auch dort, wo in Rastatt der Weg bereits saniert wurde, heben erneut Wurzeln die Asphaltdecke empor, erobert sich die Natur zurück, was ihr gehört. Wer auf östlicher Seite im Deichabschnitt bei der Gartenanlage Murgdamm zu Fuß unterwegs ist, hat nach Ansicht einiger Spaziergänger gute Chancen, sich dabei zu verletzen. Vor allem, wenn der Untergrund nass, glitschig oder vereist ist.

Brief an die Stadtverwaltung

Seinem Unmut über den maroden Zustand des Gehwegs hat jetzt auch ein 86-jähriger Bürger Luft gemacht. In einem Schreiben an die Stadtverwaltung fragt sich der Mann, wann endlich auch dieser knapp 500 Meter lange Abschnitt durch einen entsprechenden Belag in einen verkehrssicheren Zustand gebracht wird. Den Brief hat der Rastatter, der namentlich nicht genannt sein will, an die Redaktion weitergeleitet. Er sagt: „Ich gehöre zwar der Gruppe der schon älteren Menschen an, bin aber noch einigermaßen gut zu Fuß.“ Das Wegstück für Spaziergänge zu benutzen, sei „nicht ungefährlich“.

Aufgrund der vielen Unebenheiten und Schrägen müsse damit gerechnet werden, dass Personen verunfallen und dann Regressansprüche bei der Stadt geltend machen. „Die würden sie spätestens vor Gericht auch durchsetzen. Die entstehenden Kosten könnte sich die Stadt sparen, wenn der Abschnitt in einen einwandfreien Zustand versetzt würde. Und zwar baldmöglichst und nicht erst, wenn es zu spät ist“, betont der 86-Jährige.

Natürlich wäre es, wie er sagt, viel einfacher und preiswerter, am Beginn des Wegs bei der Rheinauer Brücke auf die Unfallgefahr hinzuweisen. Etwa durch ein Warnschild – „ähnlich wie das am Beginn des Siemensweges praktiziert wurde“. Dies, so gibt er zu bedenken, „wäre allerdings die schlechteste Maßnahme zur Lösung des Problems.“

Stadt verspricht zeitnahe Sanierung

Die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg erklärt auf Anfrage: „Der erwähnte Abschnitt des Murgdamms steht auf der Umsetzungsliste ganz oben. Er soll sehr zeitnah saniert werden, sobald es die Witterung zulässt.“ In diesem Zusammenhang erinnert die Sprecherin daran, dass der Gemeinderat Ende Oktober 2021 die Sanierung beschlossen und den Auftrag an die Rastatter Garten- und Landschaftsbaufirma Florian Hüfner für rund 120.000 Euro vergeben habe. „Ursprünglich war geplant, noch 2021 mit den Baumaßnahmen zu beginnen“, so Dießelberg. „Da die Arbeiten wegen der ungewissen Witterung aber nicht vor Weihnachten hätten abgeschlossen werden können, wurde der Baubeginn auf Anfang dieses Jahres verschoben.“ Der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest, da auch er von der Witterung abhängig sei. Generell, so betont die Sprecherin, sei die Verwaltung kontinuierlich dabei, die an einigen Stellen maroden Murgdammwege so instand zu setzen, dass sie verkehrssicher begehbar sind.

Umgestaltung hängt am Hochwasserschutz

Mindestens ein Abschnitt pro Jahr wird ihren Angaben zufolge saniert. Priorität hätten „die besonders angegriffenen Bereiche“, sagt sie – und fügt hinzu: „Die Stadtverwaltung strebt eine umfangreiche Umgestaltung der Murgdammwege an. Diese ist aber erst möglich, wenn die notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt werden.“ Zum aktuellen Stand dieser innerstädtischen Maßnahmen und zum Zeitplan könne sie jedoch noch keine konkreten Angaben machen. „Zur umfassenden Detailplanung läuft gerade die Ausschreibung für einen Projektsteuerer. Der Gemeinderat wird voraussichtlich im April darüber entscheiden.“

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Erstellt:
18. Januar 2022, 07:30 Uhr
Lesedauer:
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