Stadtführung „Mit dem Nachtwächter durch Rastatt“

Rastatt (fuv) – Nachtwächter sorgten im Mittelalter für den Schutz der Bevölkerung vor zwielichtigen Gestalten. In der Stadtführung erzählt Kurt Falk von den Aufgaben im nächtlichen Dienst.

Dunkler Mantel und Lampe: So waren einst Nachtwächter in den Städten unterwegs. Kurt Falk lässt die Tradition wieder aufleben.  Foto: Frank Vetter

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Dunkler Mantel und Lampe: So waren einst Nachtwächter in den Städten unterwegs. Kurt Falk lässt die Tradition wieder aufleben. Foto: Frank Vetter

„Mit dem Nachtwächter durch Rastatt“ heißt eine etwas andere Stadtführungsreihe, zu der das Stadtmarketing am Mittwoch wieder eingeladen hatte. 25 Teilnehmer begleiteten Nachtwächter Kurt Falk bei einem launigen Rundgang durch die Innenstadt.
Seit sechs Jahren tut Falk in Gestalt des ehemaligen Soldaten Michael Brand Nachtwächterdienst. Mit dem Wachsen der Bevölkerung der Städte im Mittelalter wuchs das Bedürfnis nach nächtlicher Sicherheit, erzählt Falk. Allerlei zwielichtige Figuren, auch „Gesindel“, seien da zunächst rekrutiert worden, bis man auf ehemalige, oft in Kriegen versehrte Soldaten gekommen sei.

Die Aufgabe des „Heimleuchtens“

Dunkle Lederkleidung, ein Umhang eine Hellebarde und natürlich die Laterne – und schon ist der Nachtwächter ausgestattet.

Nächtliche Ruhestörer zur Raison bringen, schon mal angeheiterte Ratsherren nach Hause begleiten, daher der Ausdruck des „Heimleuchtens“, aber auch das Auslösen von Feueralarm zählten zu den Aufgaben, referiert Falk, alias Brand.

Die frühabendliche Wanderung führt vom Schloss über Schlosskirche, Ludwig-Wilhelm-Gymnasium und Fruchthalle durch die Kaiserstraße mit Rathaus, Stadtkirche und Brunnen, Pagodenburg, Post und Museumstor zurück an den Ausgangspunkt bei der Stadtinformation.

Historische Fakten und immer wieder lustige, pikante und gruselige Anekdoten weiß der Nachtwächter zu berichten. Unter den Teilnehmern sind „Wiederholungstäter“ wie Rainer Knoll. Er ist mit seiner Schwester Sabine Kuhrts-Martini und deren Kindern Gabriel und Michelle mit von der Partie. Für Kids lockern die kleinen Geschichten von Falk die historischen Fakten wohltuend auf; wenn er beispielsweise seine Waffen erläutert.

Bis zu 20 Führungen im Jahr

Offenbar sind die Rundgänge mit dem Nachtwächter sehr beliebt. Bis zu 20 Führungen macht Kurt Falk im Jahr. Oft im Rahmen von privaten Feiern, für die er gebucht werde, erzählt der Nachtwächter, der seinen Job sichtlich genießt.

Ihr Autor

Frank Vetter

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Erstellt:
20. August 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

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