„Stadtmusikanten“ als Weihnachtsmärchen in Baden-Baden

Baden-Baden (nof) – Freundschaft und Zusammenhalt stehen im Fokus des Weihnachtsmärchens am Theater Baden-Baden. Thomas Höhne inszeniert „Die Bremer Stadtmusikanten“ – mit Querverweisen zur Pandemie.

Regisseur Thomas Höhne (links) und Schauspieler Oliver Jacobs im Bühnenbild. Foto: Nico Fricke

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Regisseur Thomas Höhne (links) und Schauspieler Oliver Jacobs im Bühnenbild. Foto: Nico Fricke

Mutmachen und zeigen, dass man gemeinsam oft mehr erreichen kann: Mit „Die Bremer Stadtmusikanten“ der Brüder Grimm inszeniert Thomas Höhne für das Theater Baden-Baden ein Weihnachtsmärchen mit durchaus passenden Themen zur weiter andauernden Corona-Pandemie.

Doch dabei rückt der Regisseur vor allem „die Heiterkeit des lebendigen Märchens mit viel Spielpotenzial“ in den Vordergrund, wenn Hahn, Esel, Hund und Katze auf der Theaterbühne ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. „Etwas Besseres als den Tod findest du überall“, heißt es in dem bekannten Märchen. „Und es ruft dazu auf, etwas zu machen, auch wenn es aussichtslos scheint“, betont Höhne, der vor allem dem Esel, gespielt von Oliver Jacobs, eine besondere Rolle zuweist: „Er motiviert die anderen Tiere dazu, das Leben anzupacken. Das Leben muss gelebt sein.“

Wärme, Heimat, Freude und Nahrung finden die vier tierischen Freunde auf ihrem Weg in Richtung Bremen – „und natürlich auch ein bisschen Anarchie“, skizziert Höhne das bekannte Abenteuer, das die werdenden Stadtmusikanten mit den Räubern erleben.

Umrahmt von jeder Menge Live-Musik erhalte das „Roadmovie“ eine gewisse „Coolness und Lässigkeit fast wie in einem Rockkonzert“. Dabei sei zwar kein Musical entstanden: „Aber es steckt viel Musik drin“, erklären Höhne und Jacobs, der auch die musikalische Leitung hat. Der Gitarrist Leander Mangelsdorf sei „dramaturgisch in das Stück eingebunden und sorgt für die entsprechende Atmosphäre“, erklärt Jacobs. Schöne Kostüme (Ilona Lenk), ein tolles Bühnenbild (Steven Koop) und eine gelungene Lichtstimmung tragen laut Höhne und Jacobs das Übrige bei: „Wir bieten Theater für alle Sinne“, macht Höhne neugierig auf die „Stadtmusikanten“, die sich „traditioneller Theatermethoden bedienen, ohne altmodisch zu wirken.“ Und wie es gelingt, dass die Tiere in dem Stück auch noch die Räuber darstellen, will Oliver Jacobs natürlich noch nicht verraten.

Bereits die zweite Begegnung

Für die Schauspieler ist es übrigens bereits die zweite Begegnung mit dieser Inszenierung, stand sie doch als Weihnachtsmärchen bereits im vergangenen Jahr für das Spielzeitmotto „Zusammenhalt“ im Programm. Zur Aufführung kam es damals aber nicht: „Wir hatten das Stück schon bis zur Generalprobe durch, wissend, dass die Premiere coronabedingt schon abgesagt war“, blickt Jacobs zurück. „Aber schon damals wollten wir passend zum Stück eben nicht einfach aufgeben.“

Nun steht das Märchen also wieder vor der Premiere – im Spielzeitmotto „Berühren“. „Inszeniert hatten wir es vor einem Jahr auf Abstand“, erklärt Höhne. Die Regeln seien heute etwas lockerer. „Man kann etwas freier agieren, was Abstände und Berührungen angeht“, fügt Jacobs hinzu. Die Spielfreude habe sich in den neuerlichen Proben jedenfalls vervielfacht: „Die Kinder sollen spüren, dass es den Schauspielern großen Spaß macht.“

Der Vorverkauf hat schon im Oktober begonnen, sagt Theater-Pressereferentin Klara Sandmann. „Die Nachfrage war bislang groß. Das haben wir auch bei den anderen Jugendstücken gespürt. Es gibt Nachholbedarf.“ Nun hoffen alle Beteiligten, dass sich viele Klassen, Kindergartengruppen oder Familien das Stück ansehen. Auf der Bühne stehen Cyril Hilfiker, Oliver Jacobs, Michaela Lenhart, Simon Mazouri, Constanze Weinig und Leander Mangelsdorf. Sebastian Brummer und Birga Ipsen sind für die Dramaturgie verantwortlich. Premiere ist am Sonntag, 28. November, 15 Uhr. Das Stück in einer Fassung von Philipp Löhle und mit der Musik von Thomas Esser eignet sich für Kinder ab fünf Jahren.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
19. November 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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