Städtepartnerschaftsverein schwebt in der Luft

Baden-Baden/Moncalieri (marv) – An einem Montag vor gut 30 Jahren, am 14. Mai 1990, haben das italienische Moncalieri und die Kurstadt Baden-Baden mit einer Partnerschaftsurkunde ihre Freundschaft besiegelt. Die Corona-Pandemie verhindert nun aber Feiern zu dem Anlass.

Bilder wie dieses von der Prozession „Beato Bernardo“ aus dem vergangenen Jahr wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach nicht geben. Foto: Städtepartnerschaftsverein

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Bilder wie dieses von der Prozession „Beato Bernardo“ aus dem vergangenen Jahr wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach nicht geben. Foto: Städtepartnerschaftsverein

Das glaubt zumindest der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Baden-Baden, Lutz Benicke. Auch die Prozession, der Festgottesdienst und das Mysterienspiel im Rahmen der „Festa del Beato Bernardo“ für den Seligen Bernhard von Baden, zu der oft auch Baden-Badener anreisen und die üblicherweise am zweiten Juli-Wochenende stattfindet, kann man sich derzeit nicht vorstellen. Gottesdienste sind mittlerweile wieder erlaubt, aber nur unter strengen Auflagen: So soll die Anzahl der Gläubigen und Geistlichen auf ein Minimum reduziert werden, heißt es beispielsweise in der aktuellen Corona-Verordnung von Südtirol. Der gesetzliche Vertreter der jeweiligen Pfarrei lege die Höchstzahl an Gläubigen fest, die in der Kirche Platz haben. Dass die Prozession wie gewohnt stattfinden kann, sei sehr unrealistisch, äußerten auch Bewohner von Moncalieri gegenüber dem Partnerschaftsverein.

Ab 3. Juni sollen EU-Bürger wieder nach Italien reisen dürfen. Dennoch ist man bezüglich gemeinsamer Feierlichkeiten oder gegenseitiger Besuche „eher zurückhaltend. Wir glauben nicht, dass es diesen Sommer dazu kommt“, sagt Benicke und ergänzt: „Ich würde furchtbar gerne nach Moncalieri fahren und unsere Freunde dort besuchen, vielleicht ja im Spätjahr.“

Es tue schon weh, zu wissen, die meisten Termine auf nächstes Jahr verschieben zu müssen, sagt Benicke, der im März schon die gebuchten und geplanten Bürgerreisen nach Sotschi und Karlovy Vary sowie die Teilnahme von Badener Läufern am Halbmarathon in Karlovy Vary absagen musste.

„Für uns ist das brutal“

„Für uns ist das brutal. Unser Verein lebt vom persönlichen Kontakt“, betont der Vorsitzende. Die Vorstandssitzungen und Stammtische fallen ebenfalls bis auf Weiteres aus. Im Oktober oder Anfang November soll dann die im Juli anberaumte Mitgliederversammlung, zu der laut Benicke meist um die 50 Personen kommen, stattfinden.

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Erstellt:
19. Mai 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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