Standortsuche für Klinikum läuft

Rastatt (fk) – Nachdem Rastatt schon zwei Vorschläge für einen möglichen Standort des zukünftigen Zentralklinikums in Mittelbaden gemacht hat, wartet nun alles auf einen eben solchen aus Baden-Baden.

Unter anderem die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln – hier die Bushaltestelle vor dem Rastatter Krankenhaus – ist ein wichtiges Kriterium für einen künftigen Klinikneubau. Foto: Florian Krekel

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Unter anderem die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln – hier die Bushaltestelle vor dem Rastatter Krankenhaus – ist ein wichtiges Kriterium für einen künftigen Klinikneubau. Foto: Florian Krekel

Das zukünftige Zentralklinikum in Mittelbaden wird – da braucht es keine hellseherischen Fähigkeiten – irgendwo zwischen den Stadteingängen von Rastatt und Baden-Baden liegen. Alles andere würde dem Gutachten, auf dessen Basis die Ein-Standort-Lösung beschlossen wurde, zuwiderlaufen – und somit den Beschluss von Kreistag Rastatt und Gemeinderat Baden-Baden ad absurdum führen.

Nur Rastatt und Baden-Baden haben echte Chancen


Und so brachte Landratstellvertreter Karsten Mußler am Freitag auf den Punkt, was im Hintergrund schon längst alle wussten. Ja, Gemeinderat Baden-Baden und Kreistag Rastatt haben beim Zementieren der Standortkriterien in den zurückliegenden Wochen zwar betont, dass das Klinikum gemäß Landesvorschriften in einem sogenannten Mittelzentrum – Bühl, Gaggenau, Baden-Baden, Rastatt – liegen solle – aber wirkliche Erfolgsaussichten haben nur Offerten der Städte Rastatt und Baden-Baden. Denn das Strukturgutachten, das die Ein-Standort-Lösung empfohlen hatte, identifiziert mit Blick auf die bestmögliche Erreichbarkeit eines zukünftigen Zentralklinikums als mögliches Baufeld im Wesentlichen einen Bereich entlang der B3 zwischen Rastatt und Baden-Oos. Und, das betonten bei einem Pressegespräch am Freitag sowohl die Spitzen der beiden Kreise als auch des Klinikums, die Erreichbarkeit des zukünftigen zentralen Krankenhauses hat absolute Priorität.

Die Vorzeichen für die Standortwahl sind also klar. Während die Stadt Rastatt schon vor Monaten das Merzeau-Gelände sowie das Areal des Rastatter SC/DJK ins Spiel gebracht hatte, gibt es aus Baden-Baden noch keinen Vorschlag. Die kurstädtische Oberbürgermeisterin Margret Mergen betonte am Freitag allerdings, dass man sich in der Stadt an der Oos in den kommenden Wochen intensiv mit dieser Frage beschäftigen werde. Dazu halte man unter anderem auch Rücksprache mit der Stadt Offenburg, die das Verfahren der Standortsuche für ein Zentralklinikum schon hinter sich gebracht habe. Es müsse, so Mergen, unter anderem die Frage geklärt werden, ob ein PFC-Eintrag auf möglichen Flächen ein Hindernis für einen Klinikbau sei. Außerdem dürfe man kein Gebiet mit zu kleinparzelligen Besitzverhältnissen wählen, da dies das Verfahren deutlich in die Länge ziehen könnte.

Land soll fördern

Die Kommunen aus Land- und Stadtkreis haben bis zum 15. Oktober Zeit, Vorschläge zu unterbreiten. Die Kreisspitzen hofften auf mehrere Vorschläge, um eine Auswahl zu haben, so Mußler und Mergen unisono. Eine Entscheidung für einen Standort soll im zweiten Quartal 2022 fallen. Zudem wollen alle Seiten baldmöglichst Gespräche mit dem Land aufnehmen, um dessen Förderbeteiligung an den Kosten (erste Schätzungen gehen von über 330 Millionen Euro aus) zu besprechen.

Die Zeitspanne bis zur Standortfindung will das Klinikum nach Worten des medizinischen Geschäftsführers Dr. Thomas Iber nutzen, um erste Betriebs- und Organisationsprogramme zu entwerfen – etwa wie groß welche Bereiche werden müssten und wie man Arbeitsabläufe am besten kombiniere. Die Herausforderung dabei sei, die medizinische Situation in zehn Jahren vorherkalkulieren zu müssen.

Aussehen von Gebäuden noch unklar

Dazu, wie ein möglicher Bau aussehen soll, gab es am Freitag noch keine konkreten Aussagen. Üblich sei aber, so Iber, eine funktionelle Zweiteilung in einen Bettentrakt und einen Trakt mit OPs, Notfallmedizin und Intensivstationen. In welcher Form diese ausfalle, sei aber noch völlig offen. Eine zu große Zergliederung in Bauten wolle man aber aus organisatorischen Gründen vermeiden. Sicher ist laut Iber, dass ein Gebäude für die ambulante Versorgung auf dem Gelände gebaut werde, das irgendwie baulich an die Klinikgebäude angeschlossen werde.


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