Starkregen: Loffenau sucht Schutz

Loffenau (stj) – Ein Unwetter hat jüngst in Loffenau für teils erhebliche Schäden gesorgt. Der Gemeinderat fordert nun entsprechende Maßnahmen für mehr Schutz vor Starkregen.

Im Neubruchweg zeugte nach einem Unwetter im Juni 2013 eine 25 Meter lange Absperrung von den Hochwasserschäden. So etwas soll sich möglichst nicht wiederholen. Foto: BT-Archiv

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Im Neubruchweg zeugte nach einem Unwetter im Juni 2013 eine 25 Meter lange Absperrung von den Hochwasserschäden. So etwas soll sich möglichst nicht wiederholen. Foto: BT-Archiv

Aufgrund von Schubkräften und extremen Gewichten erfordern Verkehrsbereiche, die stark von Schwerlastfahrzeugen wie Lkw frequentiert werden, besondere Lösungen bei der Entwässerung. Deshalb hat die Gemeinde Loffenau eine Schwerlastrinne für die Abwasserentsorgung in der Igelbachstraße einbauen lassen. Doch bei den jüngsten Starkregenereignissen war selbst diese im örtlichen Gewerbegebiet überfordert.

„Bei der Menge, die da runter kam, hat es die Rinne nur teilweise geschafft“, blickte Bürgermeister Markus Burger in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf das Unwetter zurück, das Loffenau am 29. Juni getroffen hatte: Wie aus dem Nichts habe sich an jenem Dienstag „ein Blitz über ganz Loffenau breitgemacht, unmittelbar begleitet von einem Donnerhall, der einen erschauern ließ“.

Kurzschluss in der Grundschule

Während der Blitz für einen Kurzschluss in der Grundschule sorgte und die Schuluhr sowie zahlreiche Computer im direkten Umfeld beschädigte, hatte die Firma Häfele Metallrecycling GmbH & Co. im Gewerbegebiet mit den enormen Wassermassen zu kämpfen. Sie setzten binnen weniger Minuten einen Teil der Halle unter Wasser. Nicht nur die Halle fiel dem Starkregen zum Opfer, auch sämtliche Straßenzüge in Loffenau wurden überflutet, Gullydeckel vom Wasser ausgehebelt und die Baustelle in der Ortsdurchfahrt hat sich in kürzester Zeit gänzlich gefüllt. Außerdem wurden Feldwege ausgeschwemmt und es kam zu Auswaschungen des Fußwegs beim Pfarrberg, fasst die Verwaltung zusammen. Personenschäden mussten aufgrund des Unwetters in Loffenau nicht beklagt werden. Es kam aber zu Sachschäden durch Blitzeinschlag und Wassereintritt in Kellern und Souterrain-Wohnungen. Die Ausbesserungen der Schäden im Ort werden seither peu à peu vom kommunalen Bauhof vorgenommen.

Probleme zum Teil hausgemacht?

Auf Anfrage von Reiner Singer (Freie Wähler) betonte Amtsleiterin Daniela Tamba in der Loffenauer Gemeinderatssitzung am Dienstag, dass die Schwerlastrinne in der Igelbachstraße funktioniere: „Insgesamt haben wir weniger Überschwemmungen der Häfele-Halle zu beklagen. Es ist nicht so, dass die Rinne keinen Effekt hätte.“ Gleichwohl sieht sich Bürgermeister Markus Burger im Blick auf die jüngsten Ereignisse – und auch auf den heutigen Donnerstag, für den erneut starke Regenfälle angesagt waren – dazu veranlasst, „ganz genau hinzuschauen und zu untersuchen, wo das Wasser herkommt und wie wir es wieder wegkriegen“. Ziel müsse es sein, die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass es im Gewerbegebiet in der Igelbachstraße und andernorts in der Gemeinde zu Überflutungen kommt. Hoffnungen setzt Burger diesbezüglich auf das Starkregenmanagement des Landkreises Rastatt.

Wolfgang Reik (SPD & Aktive Loffenauer Bürger) sieht die immer stärker auftretenden Probleme im Zusammenhang mit Starkregen auch ein Stück weit hausgemacht: Er habe den Eindruck, dass sich manche Bereiche durch die vielen Umbauten, etwa der fortschreitenden Sanierung der Ortsdurchfahrt, sogar verschlechtert haben. Er appelliert, die Sache zügig anzugehen.

Starkregenmanagement: Besserer Schutz für die Region Mittelbaden

Mit einem Starkregenmanagement will sich die Region Mittelbaden besser vor Überschwemmungen schützen. Das Land Baden-Württemberg zahlt 710.500 Euro an die 23 Städte und Gemeinden im Landkreis Rastatt und an die Stadt Baden-Baden aus, um ein solches Konzept erstellen zu können. Die Förderung umfasst 70 Prozent der Projektkosten. Die Stadt Gaggenau wickelt die Zuwendung für alle Kommunen treuhänderisch ab; die fachtechnische Betreuung des Vorhabens übernimmt das Umweltamt im Landratsamt Rastatt. Im Starkregenmanagement werden zunächst Gefährdungs- und Risikoanalysen erstellt, daraus ergibt sich ein Handlungskonzept. Bis Ende Januar 2021 mussten alle Projekte in den Städten und Gemeinden gestartet werden. Bis 1. August 2023 muss das Konzept zum Starkregenmanagement nach den Richtlinien des Landeszuschusses fertig sein. Die Große Kreisstadt Gaggenau spielt im Kampf gegen Überschwemmungen eine zentrale Rolle. Gerade im Murgtal habe es in den vergangenen Jahren in diesem Bereich bereits mehrere brenzlige Situationen gegeben. Die Überschwemmungen hätten deutlich gemacht, dass die Kanalnetze für vermehrt auftretende, außergewöhnliche Wetterereignisse nicht mehr ausreichend ausgelegt seien. Im Murgtal muss man zudem die Flüsse und Bäche im Blick behalten, die manchmal enorme Regenmengen abtransportieren.


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