Start in Freibadsaison ungewiss

Rastatt (sawe) – Die Bäder in Rastatt, Kuppenheim und Durmersheim bereiten sich auf die Freibadsaison vor. Wann sie definitiv öffnen dürfen, ist aber bisher noch ungewiss.

In den Schwimmbädern – wie hier in Kuppenheim – laufen die  Vorbereitungen für die Freibadsaison. Foto: Frank Vetter

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In den Schwimmbädern  – wie hier in Kuppenheim – laufen die Vorbereitungen für die Freibadsaison. Foto: Frank Vetter

Ein heißer und trockener Sommer droht auch in diesem Jahr, da tut ein Bad im erquicklichen Nass nur allzu gut. Doch die Badbetreiber können angesichts derlei Wetterprognosen momentan nicht frohlocken. Sie wissen nicht, wann die Bäder definitiv öffnen dürfen. Dass die Freibadsaison wegen der Corona-Pandemie eventuell ganz ausfallen könnte, dürfte für viele Badbetreiber und Badefans indes kaum vorstellbar sein. Ungeachtet dessen rüsten sich die Schwimmbäder in Kuppenheim, Rastatt und Durmersheim für den möglichen Start.
Nach der fünften Corona-Verordnung der Landesregierung müssen die Bäder vorerst bis zum 3. Mai geschlossen bleiben. Gleichzeitig sind bis Ende August Großveranstaltungen nicht erlaubt, wobei noch unklar ist, ab welcher Größe Veranstaltungen unter das neue Verbot fallen. Unklar ist ebenso, wie der Betrieb im Außenbereich des Bads mit Abstandsregelung und Hygienemaßnahmen ablaufen soll. Fragen, die auch Bürgermeister Karsten Mußler in Kuppenheim beschäftigen. „Wir haben noch keine Informationen über einen Eröffnungstermin“, sagt er. Im Hallenfreibad Cuppamare, das seit dem 16. März geschlossen ist, wird bereits alles für die Freibadsaison vorbereitet. Um Kosten zu sparen, wurden viele Arbeiten von den eigenen Mitarbeitern erledigt, erläutert Mußler und lobt das zwölfköpfige Bad-Team: „Es zieht toll mit und bringt sich auch fachfremd ein.“ Die Becken wurden gereinigt, es wurden neue Geländer um das Kinder- und Bewegungsbecken angebracht, alte Spielgeräte im Außenbereich abgebaut und durch neue ersetzt, Pflegearbeiten geleistet und die Sauna neu gestrichen. Auch hätten Mitarbeiter schon großteils ihren Jahresurlaub vorgezogen, damit der Badebetrieb, sollte er später starten, ohne die übliche Schließung für die technische Revision zwischen Sommer- und Wintersaison aufrechterhalten werden kann. Weitere Arbeiten leisten Firmen, unter anderem wird mit dem Umbau und der Sanierung der Trinkwasserinstallation eine Hygienemaßnahme für rund 30 000 Euro durchgeführt. „Es werden aber alle geplanten Maßnahmen nochmals im Detail angeschaut, ob sie nicht zeitlich verschoben werden können“, sagt Mußler auch.

Rastatt peilt 20. Mai an

Sollte die Freibadsaison ganz ausfallen, würde sich das Defizit in diesem Zeitraum auf rund 1,05 Millionen Euro summieren, wobei der Stadt Kuppenheim dabei allein rund 250 000 Euro an Eintrittsgeldern fehlen würden. Bliebe das Hallenfreibad gar bis Ende des Jahres geschlossen, könnte sich das Defizit auf 1,3 Millionen Euro erhöhen, schätzt der Bürgermeister. In dem Fall müsste geprüft werden, ob eventuell Kurzarbeit für Mitarbeiter angemeldet werden kann, verweist er auf den brandaktuellen Tarifvertrag für kommunale Arbeitgeber (TV COVID), der am 1. April in Kraft getreten ist, um den Auswirkungen der Corona-Krise zu begegnen. Er endet am 31. Dezember 2020.

„Große Ungewissheit bei großer Hoffnung“, so bringt Bäderleiter Tobias Peter in Rastatt die derzeitige Stimmung auf den Punkt. Auf der Bäder-Homepage ist der 20. Mai als Start in die Freibadsaison vermerkt. Ob der angepeilte Termin zu halten ist, hänge davon ab, was die Landesregierung Anfang Mai vorgibt und wie eine Großveranstaltung deklariert wird. „Es ist alles noch in der Schwebe“, bekennt Peter. Gleichwohl laufen im Natura die üblichen Vorbereitungen und Wartungen – der Aufwand wird auf rund 70 000 Euro beziffert. Peter hofft, dass beide Bäder, Freibad Natura und Hallenfreibad Alohra, bald wieder öffnen können.

Anpassung der Jahreskarte im Blick

 „Seit 1. März bereiten wir den Betrieb vor – da gibt es jede Menge zu tun“, berichtet Bürgermeister Andreas Augustin aus Durmersheim. Seit Montag sei man dabei, die Becken mit Wasser zu füllen. Zur Vorbereitung gehörten auch Umbaumaßnahmen. „In den vergangenen drei Jahren hatten wir eine Überschreitung der Trihalogenmethanrichtwerte“, so Augustin. Um diese zu beheben und die Vorgaben des Gesundheitsamts zu erfüllen, wurde kürzlich die Sandfilter-Anlage durch einen Aktivkohlefilter ersetzt. Zudem habe man die Technik des Schaltschranks erneuert. Die Umbaumaßnahmen begannen Anfang März und sind jetzt fertiggestellt. Gesamtkosten: rund 156000 Euro. „Der normale Betrieb würde üblicherweise am 15. Mai beginnen. Doch die rechtliche Lage ist eindeutig – bis zum 3. Mai ist der Betrieb von Schwimmbädern auf jeden Fall untersagt“, stellt Augustin klar. Er persönlich glaube indes nicht an eine Öffnung vor Mitte Juni. Da damit zu rechnen sei, dass das Bad nicht während der gesamten Freibadsaison geöffnet haben wird, berate man nun über eine Anpassung der Jahreskarte. „Wir harren der Dinge“, so sein Fazit. Doch bei aller Ungewissheit über die weitere Entwicklung scheint für Augustin zumindest ein Aspekt vorhersehbar – das Defizit des Freibads. Dieses betrage jedes Jahr zwischen 280000 bis 330000 Euro, und auch dieses Jahr rechne man mit einem Defizit in dieser Höhe. „Aufgrund der Corona-Situation allerdings eher im oberen Stellenbereich.“

Die Gemeindeverwaltung Malsch konnte sich gestern zum weiteren Vorgehen nicht äußern. Man hangele sich von Verordnung zu Verordnung und wisse noch nicht, wann man den Badebetrieb wieder aufnehmen könne.

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Erstellt:
21. April 2020, 23:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 26sec

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