Startschuss für Kirchen-Renovation in Neusatz

Bühl (mf) – Projekt statt Predigt: Das „Fundraising-Team“ hat im Sonntags-Gottesdienst den Startschuss für die Renovation der Borromäus-Kirche Neusatz gegeben. Im Fokus – eine Kunstaktion mit Ziegeln.

Das Fundraising-Team stellt beim Gottesdienst am Sonntag die Renovierung der Kirche aus verschiedenen Blickwinkeln vor.  Foto: Martina Fuß

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Das Fundraising-Team stellt beim Gottesdienst am Sonntag die Renovierung der Kirche aus verschiedenen Blickwinkeln vor. Foto: Martina Fuß

„Heute wollen wir den Startschuss setzen, heute geht es los.“ Bettina Kist und ihre Kollegen vom „Fundraising-Team“ haben im Gottesdienst am Sonntagmorgen ganz offiziell das Neusatzer Projekt „Renovation der Kirche St. Karl Borromäus“ gestartet.
Pfarrer Jörg Seburschenich hatte dem Team sozusagen die Kanzel überlassen. Anstatt einer Predigt stellten Bettina Kist, Alexia Dürr, Roswitha und Hubert Oberle, Johannes Rettig und Wolfgang Weber beim Gottesdienst die Kirchenrenovierung aus verschiedenen Blickwinkeln vor.

„Von Generationen für Generationen“, so lautet die Überschrift, unter der das ortsbildprägende Gebäude mit dem ungewöhnlichen Turm in Form einer Schwarzwaldtanne saniert werden soll. Hubert Oberle erinnerte an die Geschichte des 1911 von dem bedeutenden Kirchenbaumeister Johannes Schroth erbauten Gotteshauses, das der Bund als „national bedeutsames Kulturdenkmal“ eingestuft hat. Nach Schäden in zwei Weltkriegen wurde die Kirche 1979 bis 1981 grundlegend renoviert und im Juni 1981 ein neuer Altar eingeweiht. Wolfgang Weber erklärte das Ziel der erneuten Renovierung. „Wir wollen die Schönheit erhalten“, sagte er und verwies auf die zahlreichen Altäre, auf die Schnitzereien und die kunstmalerische Ausgestaltung durch den Kirchenmaler Josef Wagenbrenner. Johannes Rettig stellte „einen ganzen Köcher voller Veranstaltungen“ vor, die das Projekt finanziell und ideell in den Fokus rücken werden.

Künstlerisches Benefiz-Projekt

Die Renovierung in zwei Bauabschnitten wird eine Million Euro kosten. Knapp die Hälfte wird über Zuschüsse des Bundes und der Erzdiözese finanziert, die Kirchengemeinde selbst hat eine Rücklage in Höhe von 150.000 Euro. Ein knappes Drittel wird über ein Darlehen finanziert, und schließlich hofft man auf Spenden und Eigenleistungen in Höhe von 90.000 Euro. Im August wird das Gerüst gestellt, dann beginnen die Arbeiten am Äußeren der Kirche. Im nächsten Jahr geht es dann an die Innenrenovierung: Die Figuren, Kirchenbänke und Wand- und Deckenflächen werden gereinigt, die Malerei ausgebessert, die Orgel von Schimmel befreit und eine automatische Fensterlüftung eingebaut.

Eine erste Aktion, um etwas Geld zu sammeln, konnte gleich im Gottesdienst bewundert werden. Roswitha Oberle stellte das Benefiz-Projekt der Künstlerin Eva Schniedertüns-Gornik vor. Sie hat historische Biberschwanzziegeln des Kirchendachs in einer Acryl-Mischtechnik kunstvoll gestaltet. Im Rahmen des jährlichen Carolus-Festes Anfang November werden die kunstvollen Ziegel zugunsten der Kirchenrenovation versteigert. Bis dahin werden sie erneut in der Bäckerei Schultz in der Schwarzwaldstraße präsentiert.

Der Künstlerin gleich getan haben es die Kindergartenkinder, die ebenfalls alte Ziegeln bemalen durften. Auch diese Kunstwerke waren in der Kirche ausgestellt. Und wer selbst eine persönliche Erinnerung gestalten will, hat die Möglichkeit, einen historischen Dachziegel zu erwerben.

Der Gottesdienst war auch in musikalischer Hinsicht eine Besonderheit, die die Vorzüge der schönen Kirche deutlich machte. Platziert neben dem Altar, entlockte die junge Musikerin Lea Maria Löffler ihrer Konzertharfe zauberhafte Klänge, die den ganzen Kirchenraum füllten. Das klang sehr feierlich und bewegend. Begleitet wurde sie beim Eingangsstück von ihrem Vater Bernhard Löffler, dem Leiter der Bühler Schule für Musik und darstellende Kunst.

Und auch die Ministranten hatten den Gottesdienst mitgestaltet. In 24 Bildern entlang des Mittelgangs erzählen sie die Geschichte der süßen Neusatzer Borro-Maus, die auch auf die Sanierung ihres Zuhauses hofft. Sie freut sich ebenfalls, denn jetzt geht es ja los.

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Erstellt:
27. Juli 2021, 11:00 Uhr
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