Statt Kampagne: Comedy im Doppelpack

Gaggenau (tom) – Die Große Karnevalgesellschaft Grokage Gaggenau reduziert wegen Corona ihr närrisches Programm – plant aber zwei Abende in der Jahnhalle.

Zumindest nicht in dieser geballten Form wie hier beim Finale 2019 wird es in der Jahnhalle im Januar 2021 zugehen. Aber ganz ausfallen soll die Grokage-Fastnacht nicht. Die Verantwortlichen arbeiten an einem Alternativkonzept. Foto: Jörg Schumacher

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Zumindest nicht in dieser geballten Form wie hier beim Finale 2019 wird es in der Jahnhalle im Januar 2021 zugehen. Aber ganz ausfallen soll die Grokage-Fastnacht nicht. Die Verantwortlichen arbeiten an einem Alternativkonzept. Foto: Jörg Schumacher

Die Grokage Gaggenau hat die Fastnachtskampagne 2020/21 abgesagt – allerdings nicht vollständig: An den als Fremdensitzungen geplanten zwei Abenden 22./23. Januar 2021 soll es in der Jahnhalle ein unterhaltsames fastnachtliches Programm geben unter dem Motto: „GroKaGe goes Comedy“.

In einer Rundmail hat Grokage-Vorsitzender Hans-Wolfgang Paulusch seine Mitglieder am Sonntagabend informiert.

„Nach intensiven Gesprächen und Beratungen hat der Vorstand gemeinsam mit dem Künstlerischen Team schweren Herzens beschlossen, die Kampagne 2020/21 komplett abzusagen. Das Motto und die Themen werden auf die Kampagne 2021/22 verschoben“, heißt es in dem Schreiben.

Als Gründe werden die aktuell steigenden Corona-Zahlen sowie die damit einhergehende unsichere Zukunftsprognose genannt. „Eine Fastnacht, wie wir sie kennen und lieben, ist unter diesen Bedingungen nicht möglich“, verweist Paulusch auf die gebotene Einhaltung von Hygiene-Regeln. Er erinnert auch an die zahlreichen Tanzgruppen, die ihr Training nicht wie gewohnt absolvieren könnten.

Die Gesundheit aller Aktiven und Gäste habe oberste Priorität, betont Paulusch. Närrische Ratssitzung und Rathaussturm wird es 2021 also nicht geben.

Auch wirtschaftlich könne es sich der Verein nicht erlauben, die Fremdensitzungen in gewohnter Weise, aber mit reduzierter Besucherzahl auszurichten. Ohne Einnahmen aus Getränkebar und Hallenbewirtung gehe das Finanzierungskonzept nicht auf, blickt Paulusch auf die „enorm hohen“ Fixkosten für die Veranstaltungen. „Ich will dabei betonen: Unser Verein steht wirtschaftlich solide da, und so soll es auch bleiben. Schließlich haben wir, um wieder da hin zu kommen, in den letzten Jahren auch hart dafür gearbeitet.“

Gleichwohl sei das Vereinsleben der Grokage geprägt von Freude, Spaß und Gemeinschaft. Die Brauchtumspflege und Vermittlung des fastnachtlichen Brauchtums verstehe der Verein als wichtige Aufgabe, der er sich stelle. Auch die Einbindung und Förderung der jungen Mitglieder sei eine „Herzensangelegenheit“.

Freude, Spaß und das Gemeinschaftliche prägen und zeichnen die Grokage aus, so Paulusch. Dabei hätten insbesondere die jüngsten Fremdensitzungen gezeigt, dass die Grokage „eine große Familie“ ist. „Über 200 Akteure auf der Bühne wussten das Publikum zu begeistern und mitzureißen. Das hat sich auch wie ein roter Faden durch die Kampagne gezogen.“

Das Künstlerische Team der Grokage arbeitet bereits daran, ein Comedy-Programm im kleineren Umfang zusammenzustellen. Es ist daran gedacht, es an den als Sitzungen geplanten zwei Abenden 22./23. Januar 2021 jeweils etwa zwei Stunden „unter der gewohnt eloquenten Moderation von Paco Palma Diaz“ zur Aufführung zu bringen. Arbeitstitel: „GroKaGe goes Comedy“.

Das Künstlerische Team „KT“ war 2017 als Gremium gegründet worden. Es kümmert sich um die Gestaltung insbesondere der Sitzungsprogramme. Mitglieder sind Peter Mann, Francisco „Paco“ Palma Diaz, Gerd Pfrommer, Gerlinde Stolle sowie für den Bereich Tanz Tamara Hertweck.

Routiniers und Debütanten

„Wir freuen uns, dass uns der Vorstand beim Alternativprogramm unterstützen wird“, bestätigte Palma Diaz auf BT-Anfrage – und ergänzte schmunzelnd: „Wir haben auch schon die eine oder andere lustige Idee.“ So werde er neben der Moderation seine Rolle als „spanischer Maschinenbauingenieur“ wieder aufleben lassen. Mit Sabine Hager, Gerlinde Stolle, Peter Mann und Gerd Pfrommer wird es nach BT-Informationen sicher wieder ein schrilles Bühnentheater geben. Auch die Tollenhechte sind schon geraume Zeit im Probenmodus und wollen beim Comedy-Abend mit einer musikalischen Überraschung aufwarten. Das KT hoffe sehr, so erläuterte Palma Diaz, dass im Januar routinierte Bühnenakteure wie auch die erfolgreichen Debütanten der jüngsten Sitzungen und neue Talente gleichermaßen das Programm bereichern werden. Letztlich blickt man bei der Grokage auf die Entwicklung der Corona-Fallzahlen. Sie werden letztlich entscheidend sein, ob und unter welchen Rahmenbedingungen die Comedy-Abende stattfinden können. Dabei spielt auch eine Rolle, mit welchem Sitzplatzangebot die geräumige Jahnhalle bestückt werden kann. Bei der für Donnerstag, 1. Oktober (18.30 Uhr, Jahnhalle), geplanten Jahreshauptversammlung wird man sicher Näheres erfahren.


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