Status quo weder Fisch noch Fleisch

Gernsbach (stj) – Bürgermeister Julian Christ reagiert auf die Kritik an der Sperrung des Stadtbuckels und der Verkehrsregelung in der Amtsstraße.

Die Absperrung am Stadtbuckel ist jetzt moderater gestaltet. Dass die Gastronomen dahinter das Mehr an Platz nutzen, ist allerdings nicht zu erkennen. Foto: Stephan Juch

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Die Absperrung am Stadtbuckel ist jetzt moderater gestaltet. Dass die Gastronomen dahinter das Mehr an Platz nutzen, ist allerdings nicht zu erkennen. Foto: Stephan Juch

Nach der Übergabe von 36 Unterschriften, mit denen sich vor allem Anwohner der Amtsstraße gegen die derzeit dort geltende Einbahnstraßenregelung aussprechen, hat sich Bürgermeister Julian Christ zu Wort gemeldet. In einem Schreiben an die Beteiligten der Unterschriftenaktion bedankt sich der Schultes zunächst für ihren Diskussionsbeitrag. Im Weiteren geht er auf den Altstadtentwicklungsprozess ein, erläutert dessen Ablauf und verweist auf die darin implementierte Bürgerbeteiligung. So fänden sich in der Steuerungsgruppe, die für den gesamten Prozess verantwortlich sei, Vertreter aller großen Gemeinderatsfraktionen sowie Bewohner und Gewerbetreibende der Altstadt. Zudem erinnert Christ an die Bürgerwerkstatt, zu der alle Gernsbacher eingeladen waren.

Bürgermeister sieht Vorteile für die Gastronomie

„Dies zeigt, dass sowohl die Bürgerschaft als auch der Gemeinderat aktiv in die Weichenstellungen zum Altstadtentwicklungsprozess mit eingebunden sind und die Problematik des Durchgangsverkehrs durch die Altstadt schon früh angesprochen wurde“, betont Christ: „Zudem ist der Prozess noch nicht abgeschlossen“, so werde es zum Beispiel noch eine weitere Bürgerwerkstatt geben. Für Christ sei völlig klar: „Eine Beibehaltung des Status quo bei der Verkehrsführung ist weder ,Fisch noch Fleisch‘ und trägt nicht zu einer Aufwertung der Altstadt bei. Dies zeigen mir auch die vielen persönlichen Gespräche mit Anwohnern der Hauptstraße, die sich im Rahmen der jetzigen probeweisen Verkehrsführung für die Entlastung von Verkehrslärm bedanken und die dadurch neu geschaffenen Plätze nutzen.“

Der Bürgermeister nennt in seinem Schreiben auch die Vorteile für die Gastronomie, die ihm zufolge „bereits im letzten Jahr die Chance erkannt hat, ohne eine Fahrbahn deutlich mehr Tische stellen zu können – ein Aufwand, der bisher bei einer bloßen Sperrung am Wochenende nicht vertretbar war.“

Abschließend macht Bürgermeister Christ deutlich, „dass der Verkehr in der Altstadt zum Wohle der Anwohner, Gewerbetreibenden und Besucher deutlich reduziert werden muss. Dieses Ziel werden wir nur in Schritten und im gemeinsamen Dialog erreichen.“

Unterdessen hat die Stadtverwaltung auf die Kritik an der massiven Absperrung des Stadtbuckels reagiert und sie moderater gestaltet. Statt der drei Gitter mit acht Lampen blockiert jetzt nur noch eins mit fünf Lampen die Gernsbacher Hauptstraße vor dem Marktbrunnen.

Wenn wie hier Lieferverkehr die Amtsstraße blockiert, haben die Anwohner aufgrund der aktuellen Regelung keine Möglichkeit, mit ihren Pkw verkehrskonform wegzufahren. Foto: Gerd Kappler

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Wenn wie hier Lieferverkehr die Amtsstraße blockiert, haben die Anwohner aufgrund der aktuellen Regelung keine Möglichkeit, mit ihren Pkw verkehrskonform wegzufahren. Foto: Gerd Kappler


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