Steinbruch Raumünzach als Zwischenlager

Forbach (mm) – Ein modernes Pumpspeicherkraftwerk (PSKW) der EnBW soll in Forbach entstehen. Die Pläne für die Umwandlung des Rudolf-Fettweis-Werks werden derzeit aktualisiert.

Die Schwarzenbach-Talsperre an der L83 soll das Oberbecken für das neue Pumpspeicherkraftwerk werden. Foto: Markus Mack/Archiv

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Die Schwarzenbach-Talsperre an der L83 soll das Oberbecken für das neue Pumpspeicherkraftwerk werden. Foto: Markus Mack/Archiv

Das anfallende Ausbruchmaterial für die Kaverne soll nicht wie ursprünglich vorgesehen abgelagert, sondern im Steinbruch Raumünzach aufbereitet und danach verwertet werden.

Nach der Offenlage und der Stellungnahme der Fachbehörden Ende 2019 wurden die Unterlagen an einigen Stellen nochmals „optimiert und angepasst“, informiert Pressesprecher Ralph Eckhardt auf BT-Anfrage. Dies sei im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens sehr aufwendig.

Abschnittsweise müssten Planungen im technischen Bereich sowie die Gutachten des Immissionsschutzes und die darauf aufbauende Umweltplanung angepasst werden. „Diese Phase werden wir bis Ende dieses Jahres abschließen können, sodass im Anschluss das Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung des Vorhabens beim RP Karlsruhe weitergeführt werden kann.“

Eine wesentliche Änderung betrifft Behandlung und Verwertung des Tunnel-Ausbruchmaterials. Rund 400.000 Kubikmeter werden erwartet, um Platz für die Kaverne im angrenzenden Berg beim Forbacher Fettweiswerk zu schaffen. Die Umplanung sei abgeschlossen und ein Konzept zur Verwertung des Ausbruchs erarbeitet, erläutert Eckhardt. Das Ausbruchmaterial soll nicht mehr dauerhaft abgelagert, sondern im Steinbruch in Raumünzach zwischengelagert, aufbereitet und danach wiederverwertet werden.

Für Anwohner soll sich nichts ändern

Für die Anwohner in der Nähe der geplanten Kraftwerksbaustelle ergeben sich keine Änderungen. Es ist weiterhin geplant, dass Material über ein Tunnelportal oberhalb der bestehenden Kraftwerksanlage an der B462 abzufahren und damit die Ortslage Forbach zu schonen. Die Planer kalkulieren für die Hauptphase des Baus mit bis zu 170 zusätzlichen täglichen Lkw-Fahrten auf der Bundesstraße und der L 83. Mit der stärksten Belastung wird in den ersten eineinhalb Jahren der Ausbruchsarbeiten gerechnet.

Der Aushub entspreche etwa anderthalbmal des Volumens der Schwarzenbach-Staumauer, hatte Grünen-Gemeinderat Hubert Reif die Dimension im Forbacher Ratsgremium verdeutlicht.

123 Meter lang, 19 Meter breit und 38 Meter hoch soll der zu schaffende Hohlraum werden, um Platz für die erforderliche Kraftwerkstechnik zu bieten. Diese Eckdaten nannte das Energieunternehmen bei der Präsentation des Projekts im Frühjahr 2018. Als Kosten für die reine Unterstufe wurden 130 Millionen Euro genannt, als Bauzeit vier Jahre. Die Pläne, am Seekopf ein neues Oberbecken zu bauen, ruhen. Oberbecken für das PSKW soll die Schwarzenbach-Talsperre werden.

Dieses Jahr noch keine Entscheidung

Aktuell sei man noch mit der Abarbeitung zusätzlicher Anforderungen im Umweltrecht und bei der Wasserrahmenrichtlinie beschäftigt. Hier hätten sich erst Anfang dieses Jahres neue Anforderungen ergeben, die in den Genehmigungsantrag integriert werden müssen. „Auch dieses Themenfeld werden wir Ende des Jahres abgearbeitet haben, sodass es im Planfeststellungsverfahren weitergehen kann.“ Für den Baubeginn seien zuerst ein endgültiger Genehmigungsbescheid durch die Behörden und anschließend ein Investitionsentscheid der EnBW notwendig, bekräftigt Pressesprecher Eckhardt.

Die weiteren Vorbereitungen, wie die technische Planung sowie Ausschreibungen der Ausführungslose habe das Energieunternehmen weiterverfolgt. Hier sei man für alle wesentlichen Ausführungslose (Bautechnik, Maschinentechnik, Elektrotechnik) derzeit in Verhandlungen mit den Bietern. Voraussichtlich im nächsten Frühjahr könnten die Vergaben an die ausführenden Firmen erfolgen.

Bis zum endgültigen „Grünen Licht“ für das Jahrhundertprojekt dauert es noch. „Wir gehen aktuell davon aus, dass sich der Erhalt der Genehmigung und damit auch ein Investitionsentscheid bis weit ins nächste Jahr ziehen wird“, erläutert der Unternehmenssprecher. Im Zuge der Umplanungen sowie der Vergaben werde der Kostenrahmen bis Ende dieses Jahres aktualisiert. Genaue Zahlen könnten noch nicht genannt werden. „Sobald der Genehmigungsbescheid vorliegt, werden wir einen Investitionsentscheid treffen können, bei dem dann auch die Ausschreibungsergebnisse berücksichtigt werden müssen.“

Bericht zur Schwarzenbach-Talsperre.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
6. Oktober 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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