Stiftung in Bühl für ukrainische Flüchtlinge gegründet

Bühl (asb) – Die SWB Wohnstift Betriebsgesellschaft bietet Flüchtlingen aus der Ukraine auch in Bühl eine Unterkunft und Beschäftigungsmöglichkeiten. Dafür wurde eigens eine Stiftung gegründet.

Sofortige Hilfe: In den SWB-Seniorenheimen sind die ersten Flüchtlinge angekommen. Foto: Carol Guzy/dpa

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Sofortige Hilfe: In den SWB-Seniorenheimen sind die ersten Flüchtlinge angekommen. Foto: Carol Guzy/dpa

Es waren die Bilder, die eine polnische Mitarbeiterin Hubertus Seidler geschickt hat, die ihn berührten. Sie zeigen, wie ein Konvoi mit benötigten Arzneimitteln und geweihten Hostien in Richtung der Bunker der Soldaten steuert. Aus den Häusern kommen Menschen. Sie knien am Straßenrand nieder und falten die Hände. „Das ist sowas von unmittelbar, dieses Video aus dem Auto heraus. Ich fühle mich so hilflos, wenn ich die Bilder aus der Ukraine sehe. Die jetzt von uns gegründete Stiftung ist eine Möglichkeit wirklich etwas zu tun. Wir wollen ukrainischen Flüchtlingen helfen und in unseren Einrichtungen ein Dach über den Kopf und Arbeit bieten“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter der SWB Wohnstift Betriebsgesellschaft.

Die ersten Familien sind Anfang März im SWB-Wohnstift in Krefeld aufgenommen worden. „Aktuell sind auch in Langensteinbach vier Erwachsene, vier Kinder und zwei Großeltern sowie eine alleinstehende Frau angekommen. Meine Mitarbeiterin schreibt mir soeben, sie brauche in Krefeld noch ein weiteres Appartement, weil sie zwei krebskranke Eltern mit Kind unbedingt unterbringen möchte“, aktualisiert Seidler. Er rechnet stündlich mit weiteren Flüchtlingen, welche die Mitarbeiter vermitteln.

„Mit der Gründung unserer gemeinnützigen Stiftung hat die SWB das Fundament geschaffen, diesen Auftrag professionell und vor allem schnell umzusetzen“, betont Seidler als Stiftungsrat. Das Startkapital der SWB-Stiftung mit Sitz in Bühl beträgt 250.000 Euro aus dem freien Kapital der SWB Betriebsgesellschaft, die bundesweit rund 24 Senioreneinrichtungen mit Betreutem Wohnen betreibt.

Appartements werden umgerüstet

„Die Idee der Stiftung ist, nicht mit Sachspenden auf diese Katastrophe in der Ukraine zu reagieren, sondern mit dem Geld und Spenden direkt von Polen aus wichtige Medikamente über unsere Mitarbeiter direkt an den Ort zu bringen, wo diese gebraucht werden. Kinder, Frauen, Senioren und Menschen mit einem Handicap werden aufgenommen“, erläutert Seidler. „Mir ist es wichtig, angesichts dieses grausamen Krieges in der Ukraine direkte Hilfsangebote zu machen“, verdeutlicht er. Durch die eigenen Mitarbeiter sei auch sichergestellt, „dass da nichts auf der Strecke bleibt. Ich werde mir auch einen persönlichen Eindruck vor Ort verschaffen.“ Angesichts des Flüchtlingsstroms werde sofort gehandelt und in ganz Deutschland „in unseren Einrichtungen für Betreutes Wohnen freie Appartements im Eiltempo umgerüstet für die Flüchtlinge“, ergänzt Seidler. Alles bereite sich auf den Empfang weiterer Personen in den SWB-Einrichtungen vor. Dabei sei Improvisation gefragt.

Man schaue aber auch über den Moment hinaus und das SWB-Team sei stark daran interessiert, die Flüchtlinge zu integrieren. „Neben dem Gefühl der Geborgenheit ist dabei auch Arbeit ein wichtiges Element, das Perspektiven in dieser ausweglos anmutenden Situation vermittelt. Wir bieten etwa Köchen und Pflegekräften gerne einen Job an“, sagt Seidler. Stiftungszweck ist, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu unterstützen. Nach Krefeld und Langensteinbach werden auch in den anderen SWB-Häusern für Betreutes Wohnen Vorbereitungen getroffen. Infos über Spenden erteilt die SWB Betriebsgesellschaft unter (07223) 940540 oder per E-Mail an info@swb-wohnstifte.de.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Andreas Bühler

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Erstellt:
18. März 2022, 17:47 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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