Stollhofen: Lösung für Schandfleck in Sicht

Rheinmünster (ar) – Auf dem Gelände der Bauruine des früheren Gasthauses Krone-Post, das einem Brand zum Opfer fiel, will ein Investor zwei Wohnhäuser errichten.

Keinen schönen Anblick bietet die Bauruine der Gaststätte Krone-Post. Möglicherweise muss sie nun einem Neubauvorhaben weichen. Foto:  Anne-Rose Gangl

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Keinen schönen Anblick bietet die Bauruine der Gaststätte Krone-Post. Möglicherweise muss sie nun einem Neubauvorhaben weichen. Foto: Anne-Rose Gangl

Nicht schön ist, was bei der Ortsdurchfahrt des Rheinmünsteraner Ortsteils Stollhofen sofort in die Augen fällt. Es ist das Gebäude der ehemaligen Gaststätte Krone-Post, das seit einem Brand im März 2019 nur noch als nicht mehr bewohnbare Bauruine steht.
Nachdem die Gemeinde Rheinmünster Anfang 2021 beim Landratsamt Rastatt den Antrag auf Erlass einer Abbruchanordnung stellte, zeigt sich nun ein Licht am Horizont.

Viel Mühe hatte sich die Gemeinde Rheinmünster mit dem im Verfall befindlichen Gebäude und auch mit dessen Eigentümer gemacht. Doch die Kontaktaufnahme mit dem im Ausland wohnenden Eigentümer gestaltete sich schwierig, und auch von dessen Seite waren keinerlei Bemühungen zu erkennen, den verwahrlosten Zustand zu beseitigen. Es handle sich um eine ortsbildprägende Stelle in der Ortsdurchfahrt von Stollhofen, sagte Bürgermeister Helmut Pautler. Der Schandfleck sei sowohl für die Einwohner von ganz Rheinmünster als auch insbesondere für das nachbarschaftliche Umfeld nicht mehr hinzunehmen gewesen, begründete Pautler das bisherige Vorgehen, das zum Antrag auf Erlass der Abbruchverfügung geführt habe.

Abbruch beantragt

Möglich wurde dies durch die im Juli 2019 in Kraft getretene Novelle der Landesbauordnung Baden-Württemberg, die im Paragraf 65 die Möglichkeit schafft, für Anlagen, die nicht genutzt werden und im Verfall begriffen sind, den Antrag auf Erlass einer Abbruchanordnung zu stellen. Die Gemeinde Rheinmünster hatte sich hierbei rechtsanwaltlich beraten lassen. Nachdem sich der Gemeinderat Anfang Februar dieses Jahres einvernehmlich dafür ausgesprochen hatte, vom Paragrafen 65 Gebrauch zu machen, wurden die Unterlagen an die Untere Baurechtsbehörde beim Landratsamt Rastatt weitergeleitet. Pautler sprach von einem hohen Verwaltungsaufwand, der sich aber gelohnt habe.

Die Gemeinde Rheinmünster ist die erste Gemeinde im Landkreis Rastatt, die einen solchen Schritt gegangen ist. Beim Landratsamt Rastatt sah man die Dauerhaftigkeit der Nichtnutzung noch nicht gegeben, weswegen dem Eigentümer bis Ende des Jahres eine Frist zum Handeln eingeräumt wurde. Doch nun kommt Bewegung in die Sache. Wie Natascha Friedel vom Rheinmünsteraner Bauamt in der Gemeinderatssitzung am Montagabend informierte, ist vor wenigen Tagen der Antrag auf Bauvorbescheid eingegangen. Es gebe einen Investor, der Interesse an dem rund 1.400 Quadratmeter großen Grundstück hat und anfragt, ob seine Vorstellungen umgesetzt werden könnten. Wie Natascha Friedel informierte, möchte der Investor, der namentlich nicht genannt werden möchte, auf dem Grundstück in der Rastatter Straße zwei zweigeschossige Zweifamilienhäuser mit Garage bauen. „Es gibt keinen Grund, an der Zuverlässigkeit des Interessenten Zweifel zu hegen“, beruhigte Bürgermeister Pautler. Es sei der Verwaltung ein wichtiges Anliegen, dem Antragsteller zumindest einen Hinweis zu geben, ob sich die Rheinmünsteraner Entscheidungsträger grundsätzlich für die Planung aussprechen könnten.

„Wir haben den Hinweis erhalten, dass es im Zuge der Bebauung einen Eigentumswechsel geben soll“, sagte Pautler, der sich eine Wohnbebauung auf dem Areal der ehemaligen Gaststätte Krone-Post vorstellen könnte. Bereits eingeleitet wurde die Benachrichtigung der Angrenzer.

Am Mittwochabend wird sich auch der Ortschaftsrat Stollhofen mit dem Thema beschäftigen.

Ihr Autor

Anne-Rose Gangl

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Erstellt:
22. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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