Stolperfallen geht es schnell zu Leibe

Bühl (BNN) – Löcher in Straßen und Gehwegen: Entsteht ein Schaden oder es verletzt sich jemand, hat die Kommune ein Problem. Daher gibt es in Bühl ein ausgeklügeltes Schadensmanagement-System.

•Bereits beseitigt: Der metallene Rohrstumpf auf dem Gehweg der Straße „Im Grün“ in Bühl war eine Stolperfalle. Foto: Bernhard Margull/BT

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•Bereits beseitigt: Der metallene Rohrstumpf auf dem Gehweg der Straße „Im Grün“ in Bühl war eine Stolperfalle. Foto: Bernhard Margull/BT

Es gibt Geschichten, die werden im Lauf der Recherche mehr oder minder von der Aktualität überholt. Das nennt man dann Schnelligkeit, in diesem Fall einer Kommunalverwaltung. Ausgangspunkt einer Anfrage im Bühler Rathaus waren zwei Stolperfallen auf dem Gehweg der Straße Im Grün in Bühl: Der Stumpf eines Metallpfostens und ein Loch. Für Senioren, insbesondere für die mit Gehilfe, gefährlich. Die Redaktion hakte nach, und während der Autor mit Wolfgang Schuchter, dem Leiter der Tiefbauabteilung der Bühler Stadtverwaltung telefonierte, und sich in die Geheimnisse der örtlichen Straßen samt Gehwege und ihrer Pflege einweihen ließ, war ein Bauhofteam schon vor Ort, um die Stolperfallen unschädlich zu machen.

Fotograf Bernhard Margull, für ABB und BT immer flott im Einsatz, hatte fast Mühe, noch ein Bild zu schießen. Das wohl durch Frostsprengung entstandene Loch in Höhe des Anwesens Nummer 9 verschlossen Bauhof-Mitarbeiter mit Kaltasphalt, der metallene Rohrstumpf beim Anwesen 19 wurde bodeneben abgeflext, berichtet Schuchter auf Anfrage der Redaktion. Der schadhafte Gehweg in der Thomas-Mann-Straße an der Ausfahrt des Parkplatzes erhält ebenfalls in absehbarer Zeit eine Schönheitskur. Dort handelt es sich um eine großflächigere Geschichte.

Für Verkehrssicherheit: Mitarbeiter des Bauhofs beseitigen eine Unebenheit in der Straße „Im Grün“. Fotos: Bernhard Margull/BT

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Für Verkehrssicherheit: Mitarbeiter des Bauhofs beseitigen eine Unebenheit in der Straße „Im Grün“. Fotos: Bernhard Margull/BT

Der Unterhalt der kommunalen Infrastruktur geht nicht so einfach nebenher. 155 Kilometer Ortsstraßen gibt es auf der Gemarkung der Großen Kreisstadt Bühl. Bei vielen gehören Gehwege dazu, bei einigen Radwege. 500 der kommunalen Straßen tragen einen Namen – Haupt-, Eisenbahn- oder Friedrichstraße heißen wichtige Verkehrswege in der Kernstadt. Dazu kommt eine Reihe Ortsverbindungsstraßen wie zum Beispiel die von Balzhofen nach Oberbruch unter der Autobahn 5 hindurch und nicht zuletzt 330 Kilometer Wirtschafts- und Feldwege, wartet der Chef der Tiefbauabteilung mit Zahlen auf.

Wer den Haushalt der Stadt für 2021 durchblättert, sieht schnell, das Thema Gemeindestraßen schlägt sich in vielen Bereichen und zum Teil mit erklecklichen Sümmchen durch, auch beim Unterhalt.

Regelmäßige Kontrollen

Damit die Stadt der vorgeschriebenen Verkehrssicherungspflicht nachkommen und die kommunale Infrastruktur in Schuss halten kann, gibt es regelmäßige Kontrollen. Wöchentlich begutachtet der Straßenkontrolleur die sogenannten Hauptverkehrswege, die unter Stufe I gelistet sind. Die Thomas-Mann-Straße fällt in dieses Schema. Zur Stufe I gehören auch die Fußgängerzonen, „ganz wichtig“, sagt Schuchter, flanierende Menschen und Fußangeln geht natürlich gar nicht. Unter Stufe II finden sich dann alle örtlichen und überörtlichen Sammelstraßen, sie werden alle vier Wochen überprüft.

Bei Stufe III eingebucht sind die Wohnstraßen, zu denen das „Grün“ gehört. Hier erfolgt die Überprüfung in achtwöchigem Turnus. Dann gibt es noch die Stufen IV (alle zwölf Wochen, zum Beispiel asphaltierte Feldwege) und V (alle sechs Monate, unbefestigte Feld- und Wirtschaftswege). Was bei den Kontrollen auffällt, wird laut Schuchter zeitnah in Absprache zwischen Tiefbauabteilung und Bauhof gemacht. Dazu gehören die beiden Fußangeln in der Straße „Im Grün“. Für größere Schadstellen hat die Stadtverwaltung eine Fachfirma an der Hand, die zur Reparatur anrückt. Da schauen die Tiefbauer dann auch, dass man möglichst Synergien nutzt und eine ganze Reihe notwendiger Maßnahmen verbindet. Und im Zweifelsfall bleibt immer noch die temporäre Absperrung mit Warnbaken.

Die Schadensmeldungen kommen auf unterschiedliche Weise zur Stadtverwaltung. Die hat auf ihren Internetseiten einen Schadensmelder eingerichtet. Wie Matthias Buschert, Pressesprecher der Bühler Stadtverwaltung berichtet, gab es über diesen Weg im ersten Quartal 2022 sieben Meldungen über schadhafte Stellen auf Straßen und Gehwegen. Weitere Hinweise teilen die Entdecker telefonisch mit; über die Zentrale ebenso wie direkt beim Fachbereich. Wichtig, so die Stadt, sei bei den Meldungen eine präzise Ortsangabe und Beschreibung des Schadens.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Jörg Seiler

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Erstellt:
12. April 2022, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 00sec

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