Stourdza-Kapelle: Golddach wird unrealistisch

Von Franz Vollmer

Baden-Baden (fvo) – Laut der Stadtverwaltung ist das derzeitige Spendenvolumen nicht ausreichend, um ein Golddach für die Stourdza-Kapelle realisieren zu können. Die FDP-Fraktion fordert eine Abstimmung im Gemeinderat.

Stourdza-Kapelle: Golddach wird unrealistisch

Mangels Spendengelder kommt für die Dachpartien wohl nur ein schlichter Farbanstrich infrage. Foto: Burkart/Stadt

Der glanzvolle Traum wird sichtlich blasser: Die Stadt Baden-Baden sieht sich mit Blick auf die zusehends angespannte Finanzlage gezwungen, nun doch von einer Vergoldung der sichtbaren Dachpartien auf der Stourdza-Kapelle Abstand zu nehmen.Wie Bürgermeister Alexander Uhlig kurz vor der endgültigen Entscheidung über die Materialwahl des Daches in einem Schreiben an die Mitglieder des Bau- und Umlegungsausschusses mitteilt, reiche das bisherige Spendenaufkommen nicht aus.

Der aktuelle Stand der Geld-Spenden beträgt laut Uhlig 32790 Euro, hinzu kommen Arbeitsleistungen in Höhe von 10000 Euro. Dies ergibt zusammen rund 43000 Euro. Zu dem voraussichtlichen Finanzbedarf für die Wiederherstellung des vergoldeten Daches – er wird mit rund 85000 Euro veranschlagt – bestehe daher noch eine erhebliche Lücke.

„Angesichts der aktuellen Situation, die noch unabsehbare wirtschaftliche Folgen für die gesamte Gesellschaft haben wird, sehe ich mich gezwungen, auf die wünschenswerte Vergoldung des Daches zu verzichten und – wie in den vergangenen Jahrzehnten schon – lediglich ein Streichen des Metalldaches vorzusehen“, teilt Uhlig in besagtem Schreiben mit.

Wenn der Betrag bis zum Ende der Woche zusammenkommt, gibt es die Vergoldung

Oberbürgermeisterin Margret Mergen hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die Finanzierung dieser ohne Frage luxuriösen, allerdings historisch belegten Materialvariante allenfalls auf Spendenbasis darstellbar wäre. Laut Uhlig sei es nun nachfolgenden Generationen vorbehalten, „diese schöne Aufgabe hoffentlich bei besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vollziehen zu können“.

Sollte wider Erwarten jedoch der ausstehende Betrag bis zum Ende dieser Woche durch weitere Spenden zusammenkommen, würde das Gebäudemanagement der Stadt eine Vergoldung in Auftrag geben und damit die Wiederherstellung des Originalzustands realisieren, betont Uhlig. Die Entscheidung über die Art der Ausführung werde dann in der kommenden Woche getroffen.

Mit diesem Vorgehen überhaupt nicht einverstanden zeigen sich die Freien Demokraten, wie deren Kreisvorsitzender René Lohs betont. Er fordert die Verwaltung in einem Schreiben auf, „den Gemeinderat über die Zur-Verfügung-Stellung der restlichen Mittel für die Vergoldung der Kuppel abstimmen zu lassen“. Dies nicht zuletzt mit Blick auf den Nachschlag, den sich die Stadt aufgrund der Corona-Krise in der heutigen Gemeinderatssitzung für ihren Haushalt absegnen lassen will. Anvisiert sind zehn Millionen Euro. „Unter diesen Umständen das finanzielle Engagement einiger Bürger nicht zu würdigen und den Restbetrag nicht einfach aus dem laufenden Haushalt zu nehmen, entspricht nicht dem Anspruch Baden-Badens als Stadt von Kunst und (Bau-)Kultur“, argumentiert Lohse.