Strahlkraft für Tourismus im ganzen Murgtal

Loffenau/Gaggenau (stj) – Die Gemeinde Loffenau beteiligt sich mit einer Sachspende in Form einer Lkw-Ladung Douglasien-Baumstämme am Erweiterungsbau des Unimog-Museums in Gaggenau.

Die Fassade des Erweiterungsbaus am Unimog-Museum soll mit heimischem Holz erstellt werden. Foto: Peter Kraft

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Die Fassade des Erweiterungsbaus am Unimog-Museum soll mit heimischem Holz erstellt werden. Foto: Peter Kraft

Die Einrichtung am Eingangstor zum Murgtal an der B462 habe eine „Strahlkraft für den Tourismus im ganzen Murgtal“, erklärte Bürgermeister Markus Burger seine Unterstützung. Diese war im Gemeinderat allerdings nicht unumstritten. Während Bertram Herb für die CDU betonte, dass „wir alle in einem Floß sitzen“ und auch Loffenau von der Anziehungskraft des Unimog-Museums profitiere, hat sich die Freie Wählergemeinschaft gegen die Spende ausgesprochen. Man habe sich gewundert, dass der Verein aus der Großen Kreisstadt auf das kleine Loffenau zugekommen ist, um nach Holz aus dem Gemeindewald zu fragen. Zum einen müsste Gaggenau doch genug eigenes Holz haben, argumentierte Roland Seeger und forderte, die eigenen Baustellen im Ort anzugehen, bevor man sich auswärts engagiert. Zum anderen sollte man in Loffenau erst mal die eigene Vereinsförderung klären, ergänzte Reiner Singer. Der Fraktionsvorsitzende verwies diesbezüglich auf Unterschiede, was die Bereitstellung von Zuschüssen seitens der Gemeinde anbelangt und nannte die Beispiele Reitverein und TSV: Während letzterem etwa beim Bau des Kunstrasenplatzes 70 Prozent gewährt worden seien, erhalte Ersterer bei einer Investition von 100.000 Euro ins neue Dach der Reithalle gerade mal 5.000 Euro. Das passe nicht zusammen, so Singer.

Wirtschaftlicher Druck lastet auf Trägerverein

Für Bürgermeister Burger hingegen hinke dieser Vergleich vor allem im Blick auf die Mitgliederzahlen und die Jugendarbeit der beiden Vereine; zudem unterstütze die Gemeinde den Reitverein nicht nur mit dem Geld, sondern darüber hinaus mit der Übernahme einer Bürgschaft für den erforderlichen Kredit: „Ich denke, kein Verein in Loffenau kann sich über mangelnde Förderung beschweren“, so Burger.

Positiv wertete auch die Fraktion von SPD & Aktive Loffenauer Bürger die nachbarschaftliche Hilfe: „Das Museum hat eine überregionale Strahlkraft, das kommt über Umwege auch uns zugute“, meinte Wolfgang Reik: „Wir sind eine waldreiche Gemeinde, ich denke, das ist verkraftbar.“ Der finanzielle Wert des erbetenen Stammholzes liegt bei 2.500 Euro, hinzu kommen die erforderlichen Aufarbeitungskosten in Höhe von 600 Euro. Der Loffenauer Gemeinderat stimmte letztlich mit sieben Ja- und fünf Neinstimmen (alle Freie Wähler) für die Gewährung der erbetenen Sachspende.

Die Fassade des Erweiterungsbaus am Unimog-Museum soll mit heimischem Holz erstellt werden. Die aktuellen Turbulenzen auf dem Markt und Lieferprobleme haben den Trägerverein in seinem Vorhaben zuletzt unter „unglaublichen wirtschaftlichen Druck“ gesetzt, wie Vorsitzender Stefan Schwab seine Bitte begründete, Unterstützung auch aus umliegenden Gemeinden zu bekommen. Schließlich habe der Tourismus-Zweckverband „Im Tal der Murg“, dem auch Loffenau angehört, seinen Sitz im Museum.

Holzspende aus Gemeindewald könnte „schöne PR-Aktion“ werden

Bertram Herb regte an, die Holzspende aus dem Gemeindewald zu einer schönen PR-Aktion zu machen. Es ist angedacht, die Stämme von ortsansässigen Mitgliedern des Unimog-Clubs mit ihren Fahrzeugen aus dem Wald zu holen und sie zur Säge zu bringen.


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