Straßensperrung legt Neusatz lahm

Bühl (sre) – „Gravierende Einschränkungen“ erwartet man im Bühler Stadtteil Neusatz durch die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Die Arbeiten starten Ende Juni.

An der Kreuzung im Vordergrund hätte der Ortschaftsrat gern einen Kreisverkehr realisiert. Foto: Bernhard Margull

© bema

An der Kreuzung im Vordergrund hätte der Ortschaftsrat gern einen Kreisverkehr realisiert. Foto: Bernhard Margull

Wenig begeistert zeigte man sich im Neusatzer Ortschaftsrat über die Information von Ortsvorsteher Hans-Wilhelm Juchem, dass die im vergangenen Jahr vom Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe verschobene Straßensanierung nun ab Ende Juni geplant ist. Die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt, war man sich einig, wird Anwohner und Gastronomie stark belasten. Zudem ärgert die Ortschaftsräte, dass der gewünschte Gehweg und ein Kreisverkehr nicht realisiert werden.

Von einer „starken Beeinträchtigung“ durch die geplanten Sanierungsarbeiten sprach Ortsvorsteher Juchem – auch für den ÖPNV. „Die Busse können jetzt schon teilweise nicht fahren“, machte er mit Blick auf die laufenden Leitungsarbeiten im Ort klar. Das werde noch schlimmer: „In der Zeit fahren praktisch keine Busse mehr in Neusatz.“

Wie berichtet, wurde die ursprünglich für 2020 geplante Sanierung der L83a um ein Jahr verschoben. Grund waren nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP) die umfangreichen Leitungsarbeiten, die von den Bühler Stadtwerken vor Beginn der eigentlichen Fahrbahnerneuerung durchgeführt werden sollten. Diese werden laut Juchem nun bis Ende Juni abgeschlossen sein. Im Anschluss soll dann die Fahrbahn in der Schwarzwald- und Omerskopfstraße in verschiedenen Abschnitten erneuert werden.

Keinerlei Fahrzeugverkehr möglich

Die Abschnitte, erläuterte Juchem, wurden vom RP aufgrund des unterschiedlich starken Sanierungsbedarfs der Straßenoberfläche festgelegt: In einigen Bereichen werde nur die Deckschicht getauscht, in anderen gehe die Sanierung tiefer. Deshalb könne man deren Zuschnitt nicht wesentlich verändern, auch wenn das verkehrstechnisch sinnvoll wäre.

Im jeweiligen Abschnitt sei absolut kein Fahrzeugverkehr möglich, die Anwohner kämen also für die Dauer der Sperrung nicht mit Fahrzeugen zu ihren Häusern. Auch die beiden Gasthäuser und der neu eröffnete Bäcker seien betroffen, was kurz nach Ende des Lockdowns besonders unglücklich sei. Lediglich die Gehwege könnten von Fußgängern genutzt werden.

Die Abschnitte seien meist für eine Woche gesperrt, sagte Juchem. Zunächst sei vom 26. Juni bis 2. Juli der Bereich vom ehemaligen Gasthaus Löwen bis zum Alten Kirchweg dran. Dort würden Verschleißdecke und Binderschicht der Fahrbahn abgetragen. „Die Zufahrt von Waldmatt und aus dem ehemaligen ,Uhlgelände‘ ist in dieser Zeit nicht möglich“, so der Ortsvorsteher.

Auch Omerskopfstraße wird saniert

Vom 5. bis 24. Juli werde dann vom Alten Kirchweg bis zur Schwarzwaldstraße 55 die komplette Asphaltschicht bis auf den Schotter erneuert. In Gesprächen mit dem Bauleiter habe er aber erreicht, dass der Teilabschnitt vom Alten Kirchweg bis zur Muhrbachbrücke zusammen mit dem ersten Abschnitt angegangen werde. „Falls sich beim Abfräsen herausstellen sollte, dass in diesem Teilabschnitt nicht unbedingt der komplette Asphalt erneuert werden muss, könnte die Zufahrt zur Otto-Stemmler-Straße hoffentlich wieder ab 9. Juli möglich sein“, so Juchem. So wäre die Ortsmitte von Bühl aus wieder direkt anfahrbar.

Vom 26. bis 31. Juli wird von der Schwarzwaldstraße 55 bis zur Einmündung der Kirchbühlstraße die Deckschicht erneuert. Der nächste Abschnitt (2. bis 7. August) betrifft die S-Kurve vom Kloster bis zur Einmündung der Sommerseite. Vom 9. bis 28. August wird ab Einmündung Sommerseite bis zum Abzweig der Omerskopfstraße gesperrt. Weitere drei Wochen wird im restlichen Bereich der L83a bis zur Einmündung in die Sandstraße gearbeitet. Vom 20. September bis zum 30. Oktober wird schließlich noch in drei Bauabschnitten die Omerskopfstraße bis zur oberen Einfahrt der Frankenbachstraße saniert.

Im Ortschaftsrat war man sich fraktionsübergreifend einig, dass die Sanierung grundsätzlich gut sei und man trotz des schlechten Timings in den „sauren Apfel“ beißen müsse. Kritik wurde allerdings laut, dass der vom Ortschaftsrat gewünschte Kreisverkehr an der Einmündung der Omerskopfstraße in die Schwarzwaldstraße nicht mit realisiert wird. Das RP habe dies abgelehnt, weil man dafür extra Planungen brauche, sagte Juchem. „Das grenzt schon an Steuergelderverschwendung“, ärgerte sich Franz Fallert (Freie Wähler). Auch der vom Ortschaftsrat geforderte Gehweg wird nicht umgesetzt, wie Hubert Oberle (CDU) bedauernd feststellte. Diesen hätte die Stadt Bühl finanzieren müssen, sagte Oberle. Dass das aus Kostengründen abgelehnt worden sei, sei „sehr bedauerlich“. Nun werde die Umsetzung wieder viele Jahre auf sich warten lassen.

Zum Artikel

Erstellt:
9. Juni 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 02sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.