Streaming-Tipps für die Weihnachtszeit

Baden-Baden (wyst) – Von „Binge Reloaded“ bis „Fargo“: Ein Blick auf die Serien-Highlights, die im Dezembert bei Netflix und Co. starten.

In „Binge Reloaded“ werden TV-Klassiker auf die Schippe genommen. Unter anderem veralbern Comedians das „Traumschiff“. Foto: Amazon.de/obs

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In „Binge Reloaded“ werden TV-Klassiker auf die Schippe genommen. Unter anderem veralbern Comedians das „Traumschiff“. Foto: Amazon.de/obs

Weihnachten steht vor der Tür, aber Corona überschattet dieses Jahr die Feiertage. Immerhin sorgen in den kommenden Wochen wieder einige neue Serien für Ablenkung von der krise und Abwechslung im Advent. Wir stellen die interessantesten Neuerscheinungen vor, die im Dezember bei Streaminganbietern oder im Bezahlfernsehen starten.

„Binge Reloaded“

(seit 4. Dezember, Amazon): Lachen gegen den Corona-Kummer: Comedians wie Michael Kessler parodieren in dieser Fortsetzung des TV-Klassikers „Switch“ beliebte Fernsehsendungen – unter anderem wird die bizarre Musikshow „The Masked Singer“ auf die Schippe genommen, in der ein Kandidat im Kostüm eines Sars-CoV-2-Virus auftritt und von der völlig überdrehten Jury nicht gleich erkannt wird. Außerdem veralbern die Comedians das „Traumschiff“ mit Florian Silbereisen als Kapitän oder populäre Serien wie „4 Blocks“: In der Parodie „4 Blöckle“ sind die Gangster sehr schwäbisch und enorm geizig. Alle Formate werden einfallsreich und treffsicher, aber nie bösartig gefoppt. Die acht halbstündigen Episoden sind mit ihrem originellen Witz ein Spaß für echte Fernsehjunkies.

„Two Weeks to live“

(seit 4. Dezember, Sky): Fans von „Game of Thrones“ kennen Maisie Williams bestens: Die Schauspielerin spielte die Heldin Arya Stark und schweifte als Rächerin mit Dolch im Gewande durch Westeros. In ihrer neuen Serie nimmt sie diese ikonische Rolle jetzt ein Stück weit auf die Schippe. Die 23-Jährige spielt die Britin Kim, die als Kind ansehen musste, wie ihr Vater von Gangstern ermordet wurde – danach lebte sie mit ihrer Mutter in der Wildnis und schwor sich, seinen Tod zu sühnen. Jetzt ist sie unterwegs, schwer bewaffnet und wütend – aber leider ohne jede Ahnung, wie man sich in der Zivilisation verhält. Kim hinterlässt eine Schneise der Verwüstung und stolpert ständig über ihre eigenen Füße: Die sechsteilige Dramödie veralbert mit schwarzem britischen Humor sämtliche gängigen Rachefilm-Klischees.

„Fargo“

(ab 10. Dezember, Joyn+): Die drei ersten Staffeln von „Fargo“ gehören zu den besten Serien, die je gedreht wurden. Absurder Humor und skurrile Wendungen machten die Spin-offs des Kultfilms zu Kunstwerken. Die ambitionierte vierte Staffel hat jetzt nicht bei Netflix, sondern bei Joyn Premiere und spielt in den USA der 50er Jahre: Ein skrupelloser Mafiaclan und eine Gruppe schwarzer Gangster kooperieren zähneknirschend – als der Mafiaboss ausgerechnet von zwei spielenden Kindern schwer verletzt wird und ins Krankenhaus muss, nimmt eine Groteske voll blutiger Gewalt ihren Lauf. Das Ganze wird aus Sicht einer blitzgescheiten Schülerin mit afroamerikanischen Wurzeln in kinoreifen Bildern erzählt und dreht sich um die Geschichte von Immigration und Rassenhass. Doch so wichtig und interessant der Stoff auch ist – der Funke will dieses Mal nicht richtig überspringen.

„Unter Freunden stirbt man nicht“

(ab 17. Dezember, TV Now): Es geht im Fernsehen in letzter Zeit viel ums Sterben – so spielte Anke Engelke in der Serie „Das letzte Wort“ eine Trauerrednerin und das Ethikdrama „Gott“ beleuchtete das Thema Freitod. Nun lacht eine neue Serie mit Stars wie Iris Berben und Heiner Lauterbach dem Tod ins Gesicht: Wenige Tage bevor er wohl den Wirtschaftsnobelpreis bekommt, stirbt der Wissenschaftler Hermann (Walter Sittler). Damit er nicht leer ausgeht, sondern sein Platz in den Geschichtsbüchern gesichert ist, beschließen seine Freunde, Hermanns Tod zu vertuschen. Das entpuppt sich als schwierig, denn es geschehen diverse Malheure mit dem lästigen Leichnam. Die vierteilige Miniserie weckt Erinnerungen an die schwarze Komödie „Immer Ärger mit Bernie“ und punktet mit einem Starensemble, das vor Spaß an der Sache sprüht.

„Bridgerton“

(ab 25. Dezember, Netflix): Es ist ein Kostümspektakel, wie geschaffen für die Weihnachtszeit: „Bridgerton“ wirkt wie die frivole Antwort auf „Downton Abbey“. Die Handlung spielt im London des Jahres 1813, im Mittelpunkt steht die wohlhabende Familie Bridgerton. Die schöne Tochter Daphne (Phoebe Dynevor) wird in die Gesellschaft eingeführt und der Königin vorgestellt, niemand zweifelt daran, dass sie auf dem Heiratsmarkt eine Spitzenpartie machen wird – doch dann kommt alles anders. Zu allem Übel plaudert eine anonyme Tratschtante ihr Geheimwissen über Liebe, Skandale und Intrigen der oberen Zehntausend in ihrem Gesellschaftsjournal aus. Fabelhafte Kostüme, Adelsgeschichten und eine Prise Ironie, garniert mit etwas Sex: Die süffisante Dramaserie gewinnt gewiss keinen Kulturpreis, aber sie bietet beste Unterhaltung vor tollen Kulissen.

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Erstellt:
6. Dezember 2020, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 11sec

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