Streift GW852m durch Wälder bei Moosbronn?

Malsch/Gaggenau (BNN) – Von einer Wolfssichtung bei Malsch-Völkersbach berichtet ein Jäger. Er hat keinen Zweifel, das Foto ist indes nicht sonderlich gut. Die Sichtung muss noch ausgewertet werden.

In die Fotofalle getappt: Das Bild aus dem Murgtäler Höhengebiet vom 22. Juni 2018 zeigt den Grauwolf-Rüden „GW852m“. Foto: Forstliche Versuchsanstalt Freiburg/Archiv

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In die Fotofalle getappt: Das Bild aus dem Murgtäler Höhengebiet vom 22. Juni 2018 zeigt den Grauwolf-Rüden „GW852m“. Foto: Forstliche Versuchsanstalt Freiburg/Archiv

„Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.“ Lothar Pientka ist sich sicher – was er am Sonntag auf einer Pferdekoppel an der Moosalbtalstraße zwischen Völkersbach und Moosbronn gesehen hat, war ein Wolf. Als er das Tier am Morgen sah, hielt er an. „Auch der Wolf hat dann gestoppt und hergeschaut“, erzählt er. Es gelang ihm, ein Foto zu machen, bevor das Tier im Wald verschwand. Auf einer Völkersbacher Facebook-Seite wurde dann durch eine Bürgerin von der Sichtung berichtet, nachdem der örtliche Jagdpächter Matthias Schatz aus Ettlingen den Bereich abgefahren und beispielsweise Hundehalter informiert hatte.

Gut getarnt: das unbekannte Tier auf einer Koppel bei Moosbronn. Foto: Lothar Pientka

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Gut getarnt: das unbekannte Tier auf einer Koppel bei Moosbronn. Foto: Lothar Pientka

Lothar Pientka kann sich ein Urteil erlauben. Der Ettlinger Optiker ist Jagdpächter bei Karlsbad-Ittersbach und Jagdaufseher im Oberen Gaistal bei Bad Herrenalb, erzählt er. „Das war eindeutig ein baltischer Wolf mit entsprechender Fellzeichnung. Dafür kann ich die Hand ins Feuer legen.“ Ein Jungjäger habe zuvor schon einmal von einer Sichtung berichtet, auch aus dem Gaistal kamen ihm Begegnungen zu Ohren. „Ziemlich fit“ sei das Tier gewesen, so Pientka.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg in Freiburg, die das Wildtiermonitoring macht, will sich mit Pientka in Verbindung setzen. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um den Wolfsrüden GW852m gehandelt haben könnte – dessen Lebensraum umfasst auf Grundlage bestätigter Sichtungen laut FVA bisher grob den Bereich Forbach im Murgtal, Enzklösterle und Simmersfeld (Kreis Calw), Seewald (Kreis Freudenstadt).

„Vor diesem Wolf muss man keine Angst haben“

Bisher hatte der Landkreis Karlsruhe mit Malsch keine bestätigte Sichtung. GW steht im Übrigen für „Genetischer Wolf, männlich“, 852 ist seine individuelle Kennnummer.

Der Wolf-Fachmann im Landkreis Rastatt Martin Hauser. „Ich bin um jede Meldung froh.“ Die FVA werde zur Sichtung ausführlich befragen, um diese zu klassifizieren. Dass es ein Wolf war, sei möglich bis wahrscheinlich, überraschen würde ihn dies nicht.

„Bisher ging vom Wolf keine Gefahr für den Menschen aus“, betont Hauser. Der letzte bestätigte Wolfsriss von Schafen und Ziegen sei der in Forbach-Gausbach im November 2021 gewesen. Im Fall GW852m sei es erstaunlich, dass dieser seit Ende 2017 mit großem Radius umherstreift, obgleich hier kein Weibchen zu finden ist. Früher oder später rechnet Hauser jedoch mit einem weiblichen Tier, das zuwandert. Ohne ein Raubtier verharmlosen zu wollen, betont der Wildtierbeauftragte: „Vor diesem Wolf muss man keine Angst haben.“

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Rainer Obert

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Erstellt:
7. März 2022, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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