Streit um „Eberts Garten“ in Baden-Baden

Baden-Baden (nof) – Das Konfliktpotenzial um das Plangebiet „Eberts Garten“ hatte sich bereits angedeutet. Nun zog Bürgermeister Alexander Uhlig die Notbremse.

Wohnen trifft auf Gewerbe: Die Planungen für das Areal „Eberts Garten“ in Oos sorgen für reichlich Zündstoff.  Foto: Nico Fricke

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Wohnen trifft auf Gewerbe: Die Planungen für das Areal „Eberts Garten“ in Oos sorgen für reichlich Zündstoff. Foto: Nico Fricke

Er sah gar „zwei ICE aufeinander zurasen“. Einen Zusammenprall der unterschiedlichen Interessengruppen will Uhlig aber unbedingt vermeiden, deshalb setzte er den Sachverhalt „Eberts Garten“ kurzerhand von der Tagesordnung des Bauausschusses ab.

Eigentlich hätten die Stadträte den Billigungs- und Offenlegungsbeschluss für das umstrittene Baugebiet in Oos vorbereiten sollen. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Festlegung auf die bauliche Nutzung – entweder als „Urbanes Gebiet“ oder dem Antrag der CDU-Fraktion folgend als eingeschränkten Gewerbegebiet mit angrenzendem Mischgebiet, wie es schon die Verwaltung einst vorgeschlagen hatte.

Feuer unterm Dach

Doch diese Frage bleibt zunächst unbeantwortet, denn hinter den Kulissen ist Feuer unterm Dach. „Wir haben in den vergangenen Tagen eine deutliche Anspannung auf allen Ebenen feststellen müssen“, sagte Bürgermeister Uhlig: Das betreffe den Investor, die dort bestehenden Betriebe und auch die politische Seite. Er habe viele Gespräche geführt und Verhärtungen zwischen der Treubau AG und der Firma Heel gespürt.

„Das muss nicht sein“, sagte Uhlig. Er sehe Ansätze, wieder miteinander in den Dialog zu kommen. Deshalb werde das nächste Gespräch unter seiner Leitung stattfinden. Als „Moderator“ wolle er die Konfliktparteien an einen Tisch bekommen und eine Gesprächsgrundlage schaffen, „auf der wir aufbauen können“. Dann werde man sehen, „ob es zu einen Ausgleich kommen kann“, so Uhlig. „Das ist der bessere Weg – ohne Niederlagen und gegenseitige Verletzungen.“ Zeitlich verliere man nichts. „Das ist ein Versuch, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.“

Wohnung und Gewerbe nebeneinander

Hintergrund des Konflikts ist das Bestreben der Treubau AG aus Freiburg, auf dem ehemaligen Gärtnereigrundstück zwischen Sinzheimer- und Saarstraße Wohnungen zu errichten. Geplant sind betreutes Wohnen, frei finanzierte und öffentlich geförderte Wohnungen sowie Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätte sowie eine gewerbliche Nutzung in Form der Verwaltung der Pflegeeinrichtung und eines Hotels.

Die bestehenden Betriebe befürchten aber erhebliches Konfliktpotenzial, wenn Gewerbe und Wohnen künftig in unmittelbarer Nachbarschaft nebeneinander existieren sollen. An dieser Stelle der verhärteten Fronten will sich Uhlig nun als Moderator einschalten und nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
12. März 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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