Studie für Strecke Rastatt-Haguenau bis Ende 2021

Rastatt (fk) – Das Land hat untersuchen lassen, mit welchem Fahrgastaufkommen bei einer Reaktivierung alter Schienenstrecken zu rechnen ist. Das Teilstück Rastatt-Haguenau kam in Kategorie drei.

Die Rheinbrücke Wintersdorf, mit der stillgelegten Bahnstrecke im Vordergrund: Hier könnten in Zukunft wieder Züge verkehren. Foto: Armin Broß/BT-Archiv

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Die Rheinbrücke Wintersdorf, mit der stillgelegten Bahnstrecke im Vordergrund: Hier könnten in Zukunft wieder Züge verkehren. Foto: Armin Broß/BT-Archiv

Mehr als zwei Dutzend stillgelegte Bahnstrecken in Baden-Württemberg haben nach einer Studie eine Chance, wegen einer erwarteten starken Nachfrage reaktiviert und wieder genutzt werden zu können. „In vielen der stillgelegten Bahnstrecken steckt ein beträchtliches Potenzial. Das wollen wir heben“, sagte der Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bei der Präsentation der Analyse.

Unter den Strecken, die für eine Reaktivierung infrage kommen, ist auch das Teilstück Rastatt–Haguenau. Es wird im Rahmen der Analyse in die dritte von vier Kategorien – Mittleres Nachfragepotenzial – eingruppiert. Die Untersuchung geht demnach von 500 bis 750 Fahrgästen je Schultag aus. „Durch vertiefte Untersuchungen ist hier zu klären, ob ein höheres Nachfragepotenzial möglich ist“, so das Ministerium.

Machbarkeitsstudie soll demnächst beauftragt werden

Das soll unter anderem eine Machbarkeitsstudie klären, die demnächst ausgeschrieben werden soll, wie Landkreispressesprecher Michael Janke auf BT-Anfrage mitteilte. Finanziert wird die Studie unter anderem vom Eurodistrik Pamina, dem Landkreis sowie auch dem Land Baden-Württemberg und dem Bund. Die Federführung obliegt Janke zufolge dem Eurodistrikt. Im Rahmen der Pamina-Mobilitätsstrategie soll die Untersuchung eine Schienenverbindung von Rastatt nach Haguenau und weiter nach Saarbrücken über die Wintersdorfer Brücke untersuchen. Bis Ergebnisse vorliegen, dauere es aber wohl bis Ende 2021, so Janke weiter. Zentrale Punkte seien die Untersuchung der ökonomischen Effekte, eine Prognose, wie sich die Mobilität der Bevölkerung weiterentwickeln und verbessern könnte sowie auch die Auswirkungen für den Bahnverkehr durch die Reaktivierung auf der Strecke Karlsruhe-Saarbrücken.

Bühl-Stollhofen in unterster Kategorie

In der am Dienstag von Hermann vorgestellten Landesanalyse hatte das Land untersuchen lassen, mit welchem Fahrgastaufkommen Region, Bahn und Land bei einer Reaktivierung alter Schienenstrecken rechnen können. Insgesamt wurden mehr als 40 stillgelegte Strecken im Südwesten geprüft und auf ihr zu erwartendes Fahrgastaufkommen untersucht. Demnach erwarten die Experten für zwölf Strecken ein sehr hohes Nachfragepotenzial von mehr als 1.500 Passagieren pro Schultag. In der zweiten Kategorie finden sich zehn Verbindungen mit einem hohen Fahrgastaufkommen (750 bis 1.500 Fahrgäste pro Schultag).

In der untersten Kategorie – Gelegenheitsverkehr und touristischen Verkehr prüfen – findet sich auch die Strecke von Bühl nach Stollhofen. Der Grünen-Abgeordnete Hans-Peter Behrens interpretiert das als gutes Zeichen: „Ein deutlich größeres Potenzial lässt sich erschließen, wenn die Strecke von Stollhofen über den Airpark und Hügelsheim weiter nach Rastatt verlängert wird. Sofern die Strecke von Rastatt nach Haguenau ebenfalls reaktiviert wird, ergeben sich weitere Fahrgastpotenziale durch potenzielle Umsteiger.“ Damit lasse sich eine Entlastung vieler Gemeinden, im speziellen Hügelsheim, erreichen.


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