Südwestdeutscher Brahmschor verklingt

Rastatt (ema) – Der Südwestdeutsche Brahmschor löst sich auf. Bereits im Juli vergangenen Jahres war sein Gründer Günter Horn verstorben – und ohne den Chorleiter will man nicht weiter machen.

Konzert im Schwarzacher Münster: Der letzte Auftritt des Südwestdeutschen Brahmschors mit seinem Gründungsdirigenten Günter Horn im Mai 2019. Foto: Archiv

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Konzert im Schwarzacher Münster: Der letzte Auftritt des Südwestdeutschen Brahmschors mit seinem Gründungsdirigenten Günter Horn im Mai 2019. Foto: Archiv

Die mittelbadische Sängerlandschaft ist um eines ihrer prägenden Ensembles ärmer: Der Südwestdeutsche Brahmschor löst sich auf. Ganz überraschend kommt die Entwicklung nicht. Denn sein Gründer Günter Horn war im Juli vergangenen Jahres im Alter von 93 Jahren gestorben.
Zwar wäre es denkbar gewesen, dass der Brahmschor unter einem neuen Dirigenten weitermacht. Schließlich existiert auch noch der Günter-Horn-Chor, den der gebürtige Chemnitzer und langjährige Hornist des SWF-Sinfonieorchesters über Jahrzehnte leitete. Den Gospelchor dirigiert jetzt Michael Diefenbacher. Doch beim Südwestdeutschen Brahmschor stehen die Dinge anders. Die Sängerinnen und Sänger „wollten nicht mehr ohne ihn. Wir sind miteinander alt geworden“, sagt Sonia Teuber, die langjährige Lebensgefährtin von Günter Horn, die selbst seit 1970 dem Brahmschor angehörte. Chor und Dirigent waren eben eine verschworene Gemeinschaft, die über Jahrzehnte hielt. Aus Teubers Sicht hätte es aber auch gar keinen Sinn gemacht, weiterzumachen, da zu wenige Aktive dem Verein angehörten. Bei den Konzerten hatte man sich ohnehin immer Gastsänger an die Seite holen müssen.

Anfänge als Kammerchor

Günter Horn hatte den Südwestdeutschen Brahmschor 1964 gegründet, in Sandweier, wie sich Sonia Teuber erinnert. Das Ensemble sei aus einer Theatergruppe des örtlichen Gesangvereins hervorgegangen und zunächst als reiner Kammerchor a cappella aktiv gewesen. Später nahmen die Konzerte deutlich mehr Gestalt an. Sonia Teuber erinnert sich an viele Konzerte mit der Baden-Badener Philharmonie im Weinbrennersaal des Kurhauses. Dann begleitete das Westböhmische Sinfonieorchester Marienbad den Chor – zuletzt beim Konzert im Schwarzacher Münster im Mai 2019.

Dass der Südwestdeutsche Brahmschor überhaupt mit Orchester und Solisten auftreten konnte, ist auch dem finanziellen Engagement von Günter Horn zu verdanken. Er habe viele Honorare für Solisten und Orchester aus eigener Tasche bezahlt, berichtet Sonia Teuber. „So konnten wir jedes Jahr tolle Werke aufführen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Egbert Mauderer

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Erstellt:
23. November 2021, 15:30 Uhr
Lesedauer:
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