Swarco in Gaggenau künftig als Mieter

Gaggenau (tom) – Die Swarco Dambach GmbH hat ihr Grundstück an den Investor Frasers Property Industrial im Rahmen einer Sale-Lease-Back-Transaktion verkauft.

Blick über die Murg auf das Swarco-Dambach-Gelände in Bad Rotenfels. Im Hintergrund der Eichelberg. Foto: Peter Kraft

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Blick über die Murg auf das Swarco-Dambach-Gelände in Bad Rotenfels. Im Hintergrund der Eichelberg. Foto: Peter Kraft

Das Unternehmen wird also künftig auf gemieteten Flächen weiterbetrieben. Es handelt sich um rund 80.000 Quadratmeter im Industriegebiet Bad Rotenfels an der Adolf-Dambach-Straße. Die Fläche umfasst Produktions-, Logistik- und Bürogebäude mit insgesamt rund 36.700 Quadratmetern.

Swarco Dambach entwickelt und produziert Systeme zur Sicherung, Lenkung und Regulierung des Straßenverkehrs. Es gehört zu den bedeutendsten Unternehmen in der Gaggenauer Industriegeschichte.

Geschäftsführer Thorsten Kern betont im BT-Gespräch die „langfristige Perspektive“, die das Unternehmen für Gaggenau habe: „Wir wollen am Ort bleiben. Mit Frasers Property Industrial haben wir den perfekten Partner gefunden, um den Standort erfolgreich in die nächsten Jahrzehnte zu führen.“ Dafür verzichte man durchaus auf einen eventuell höheren Verkaufspreis. Über dessen Höhe hält sich das Unternehmen bedeckt.

Geplant sei die Entwicklung des Standorts für die beiden Firmen Swarco Dambach GmbH und Swarco Traffic Systems GmbH. Langfristiges Ziel sei ein Industrie- und Gewerbepark mit Swarco als Ankermieter. „Ohne uns geht nichts. Wir wollen uns definitiv nicht vom Standort verabschieden“, versichert Kern.

Die Swarco Dambach GmbH habe sich durch den kürzlich verkauften Bereich der Leuchtmittel auf die Verkehrstechnik konzentriert. Mit der Veräußerung des Grundstücks könne man sich nun voll aufs operative Geschäft fokussieren. So habe man bereits 2020 rund eine Million Euro in den Maschinenpark in Gaggenau investiert. In beiden Firmen werden derzeit insgesamt mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Verkehrsanbindung gilt als gut

Beim neuen Grundstückseigentümer sieht man den Erwerb als Teil „unserer Expansionsstrategie auf dem europäischen Markt“, sagt Alexander Heubes, der Managing Director Europe bei Frasers in Köln. Die Fläche in Bad Rotenfels sei sehr gut an den Straßen- und Schienenverkehr angebunden. Ebenso sei die Nähe zu Frankreich und der Schweiz von Vorteil.

Auf BT-Anfrage erläutert Frasers-Manager Wilhelm Heusch Näheres: Das Potenzial von gut 45.000 Quadratmeter unbebauter Fläche sehe man, „aber wir dürfen natürlich nicht alle Flächen versiegeln“. Schließlich gelte es, den Anforderungen des Bebauungsplans zu entsprechen. „Wir werden mit unserem Hauptmieter Swarco in den nächsten Monaten überlegen, wie wir den Standort für die nächsten Dekaden optimieren können“, erläutert der Manager. Perspektivisch werde es sicher Platz für weitere Firmen geben, „aber nicht vor vier oder fünf Jahren“. Konkrete neue Mieter gebe es derzeit nicht.

Swarco sei derzeit alleiniger Mieter der rund 80.000 Quadratmeter. Der bestehende Mietvertrag zwischen Swarco und der CES CNC Engineering Solutions GmbH sei von der Transaktion nicht betroffen.

Eine Reihe der Gebäude sind teilweise 40 bis 50 Jahre alt mit entsprechendem Sanierungsbedarf. Mittelfristig werde man dort etwas Neues errichten, erläutert Heusch und betont: „Wir sind Investor, aber wir sind dabei Bestandshalter. Wir kaufen und entwickeln Liegenschaften mit dem Fokus auf langfristige Partnerschaften.“

Der Sinn von Sale-Lease-Back

Warum kann es für Swarco Dambach günstiger sein, vom Immobilieneigentümer zum Mieter zu werden, während gleichzeitig für Frasers sich der Invest in Flächen und Gebäude ebenfalls rentieren muss? Wilhelm Heusch, Senior Manager Business Development bei Frasers, erläutert die Idee einer Sale-Lease-Back-Transaktion: „Sie bietet beiden Parteien große Vorteile, indem sie es beiden erlaubt, sich auf ihr jeweiliges Kerngeschäft zu konzentrieren. Der Verkäufer / Mieter kann den Verkaufserlös beispielsweise für Investitionen in seinem Kerngeschäft verwenden und muss sich nicht um Immobilienverwaltung kümmern.

Für einen langfristig orientierten Investor / Entwickler bietet sich hingegen Gelegenheit, einen nachhaltigen Industrie- und Gewerbepark zu errichten, der sowohl den Bestandsmietern als auch neuen Mietern Planungssicherheit und Wachstumsmöglichkeiten bietet.“

International agierendes Unternehmen

Frasers Property Industrial ist eine strategische Geschäftseinheit der an der Börse Singapur notierten Frasers Property Limited und deren Tochtergesellschaften. Die Gruppe besitzt, entwickelt und verwaltet ein vielfältiges Immobilienportfolio mit einem Gesamtvermögen von knapp 25 Milliarden Euro. Frasers Property Industrial besitzt und verwaltet Industrie- und Logistikimmobilien in Australien und Europa: Logistikzentren, Warehouses und Produktionsstätten im Wert von rund sechs Milliarden Euro.

Die multinationalen Geschäfte von Frasers Property erstrecken sich über fünf Anlageklassen: Wohnen, Einzelhandel, Gewerbe- und Geschäftsparks, Industrie und Logistik sowie Gastgewerbe. Die Gruppe ist in Südostasien, Australien, Europa und China tätig, ihr Hospitality-Geschäft besitzt oder betreibt Serviced Apartments und Hotels in über 70 Städten und 20 Ländern in Asien, Australien, Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

Weiterer Bericht zur Swarco Traffic Systems GmbH.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
15. September 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 09sec

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