TS Ottersweier schaut voraus

Ottersweier (mf) – Bei der Jahreshauptversammlung der TS Ottersweier gibt es Veränderungen in der Vorstandschaft. Nicht alle Ämter können aber nachbesetzt werden.

Vorsitzender Ralph Audörsch mit der ausscheidenden Christine Schrempp, dem neuen zweiten Vorsitzenden Torsten Falk, Schriftführerin Heike Maier und dem nach 39 Jahren scheidenden Handball-Abteilungsleiter Lothar Moser (von links) nach der Versammlung im Gemeindezentrum. Foto: Martina Fuß

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Vorsitzender Ralph Audörsch mit der ausscheidenden Christine Schrempp, dem neuen zweiten Vorsitzenden Torsten Falk, Schriftführerin Heike Maier und dem nach 39 Jahren scheidenden Handball-Abteilungsleiter Lothar Moser (von links) nach der Versammlung im Gemeindezentrum. Foto: Martina Fuß

Die Turnerschaft Ottersweier (TSO) ist ein großer und traditionsreicher Verein. Im kommenden Jahr wird er 100 Jahre alt. Erster Vorsitzender Ralph Audörsch kündigte im Rahmen der Jahreshauptversammlung an, dass man das Jubiläum feiern werde, aber nicht nur, um zurückzublicken, sondern auch um nach vorne zu schauen: „Wir wollen den Verein fit machen für die nächsten 100 Jahre.“

Die Pandemie habe zwar nur wenige sportliche Aktivitäten ermöglicht, die Vorstandschaft habe aber sehr viel gearbeitet, so Audörsch in seinem Bericht an die Mitglieder. Neben dem immer wieder Erstellen neuer Hygienepläne und Überlegungen, wie man den Sport-Betrieb aufrechterhalten könnte, bot die Zeit auch Gelegenheit, neue Ideen zu entwickeln. So seien digitale Werkzeuge getestet und neue Online-Angebote entwickelt worden. Vieles davon werde erhalten bleiben. Allerdings sei auch klar geworden, dass man Prozesse auf den Prüfstand stellen müsse, um zu vereinfachen, was 100 Jahre gewachsen und letztlich auch gut funktioniert habe. „Aber die Vereinslandschaft verändert sich“, so der erste Vorsitzende. „Neben einem Generationswechsel entwickelt sich ein Spannungsfeld zwischen familiärem Miteinander und sportlicher Dienstleistung. Menschen, die die TSO über Jahrzehnte geprägt haben, werden die Kommandobrücke in absehbarer Zeit verlassen. Solche Ehrenamtliche, die über lange Jahre ein Amt übernehmen, die finden wir nicht mehr.“

Kein Nachfolger für Lothar Moser

Bestes Beispiel dafür ist Lothar Moser, der 39 Jahre für die Handballabteilung verantwortlich zeichnete. In den vergangenen neun Jahren hatte er die Funktion kommissarisch inne. Nachdem nun erneut kein Nachfolger in Sicht ist, trat Lothar Moser definitiv zurück. Verabschiedet wurde auch Christine Schrempp, Leiterin der Abteilung Breitensport, die sich familiären Aufgaben widmen möchte. Auch diese Leitungsposition bleibt unbesetzt. „Parallel dazu erleben wir aber die Bereitschaft, Aufgaben projektbezogen zu übernehmen. Das wollen wir nutzen und das Ehrenamt stärken“, so Ralph Audörsch.

Die Themen der Veränderung seien in einer Projektgruppe „TSO for Future“ schon vor zwei Jahren bearbeitet worden und jetzt im Vorstand angekommen. Aus diesem Grund wolle man den Vorstand verstärken durch Torsten Falk, der die Themen aktuell bearbeitet. Die bisherige zweite Vorsitzende Heike Maier wurde zur Schriftführerin, Torsten Falk zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Bei den turnusmäßig anstehenden Wahlen wurden die Abteilungsleiterin Turnen Silke Kohler-Vierling und die Jugendsprecher Antonia Glaser und Gabriel Moser in ihren Ämtern bestätigt.

Christine Schrempp berichtete, dass die Fitness- und Gesundheitskurse online sehr gut angenommen würden, während die Aktion des Sportabzeichens nicht durchgeführt werden konnte. „Mit der Anschaffung der Air-Track-Bahn ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte Silke Kohler-Vierling in ihrem Bericht der Turnabteilung. Allerdings konnte die Bahn wenig genutzt werden, denn natürlich war auch das Turnen untersagt. Momentan trainierten die Kinder im Freien.

„Wir haben das gemeinsame Training eingestellt, aber Zeit, Geld und Kreativität investiert“, blickt auch Marcel Velte auf ein ungewöhnliches Jahr zurück. Die Rope-Skipper haben neue Showkonzepte erarbeitet, digitale Plattformen erobert und bundesweite Online-Trainingsangebote entwickelt. Sportliche Erfolge gab es trotz Corona: Lukas Rohfleisch und Liv Grete Schupp qualifizierten sich für die Online-Weltmeisterschaften.

Ein Plus bei den Finanzen

Die Handballabteilung wurde am vierten Spieltag abgebrochen und dann im Februar für beendet erklärt. Sieben lange Monate gab es keinen Trainingsbetrieb, sodass nun alle Hoffnung auf der kommenden Runde liege, sagte Lothar Moser in seinem definitiv letzten Bericht. Eine gravierende Veränderung wird es geben: Mit dem TuS Großweier werde man auch im Seniorenbereich eine Spielgemeinschaft bilden. Die Handballakademie für die Jugend aus Sinzheim, Großweier und Ottersweier werde mit 21 Mannschaften plus F- und Mini-Mannschaften an den Start gehen.

Ein kräftiges Plus gab es bei den Finanzen. Mangels Sportveranstaltungen wurde deutlich weniger eingenommen, zum anderen aber noch weniger ausgegeben. „Damit hat sich die Liquidität verbessert und die Rücklage erhöht“, konnte Kassier Reinhard Zink von einem positiven Aspekt berichten. Nach dem Bericht der Kassenprüfer Harry Engelmeier und Hans-Jörg Meier und der einstimmigen Entlastung von Zink wurde auch die Gesamtvorstandschaft entlastet. Bürgermeister Jürgen Pfetzer motivierte in seiner Entlastungsrede dazu, positiv nach vorne zu schauen und zu gestalten was möglich sei. Er machte der TSO Mut, die gesellschaftlichen Veränderungen aufzugreifen und die Vereinsstrukturen anzupassen. „Der größte Verein in der Gemeinde ist gefordert, neue Wege zu gehen und Vorbild zu sein für andere Vereine. Die Gemeinde steht dabei auf Augenhöhe an Ihrer Seite.“

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Erstellt:
14. Juni 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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