TSO, Phönix und Großweier weiten Handball-Kooperation aus

Sinzheim (moe) – Große Lösung für großen Wurf: Zukünfig sollen nicht nur die Jungs im Trikot der Jugendhandballakademie jubeln, sondern auch die Mädchen.

Künftig sollen nicht nur Jungs im Trikot der Jugendhandballakademie jubeln. Foto: Jugendhandballakademie

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Künftig sollen nicht nur Jungs im Trikot der Jugendhandballakademie jubeln. Foto: Jugendhandballakademie

Auf dem Papier besteht die Jugendhandballakademie – kurz JHA – bereits seit rund zwölf Jahren, ursprünglich als eigenständiger Förderverein der Handballer von Phönix Sinzheim. Einer breiteren Öffentlichkeit ist die JHA aber erst seit rund zwei Jahren bekannt, damals wurde quasi die Metamorphose vom Förder- zum Sportverein im wörtlichen Sinne vollzogen: Seit der Saison 2018/19 nimmt die Talentschmiede mit drei Teams am Spielbetrieb des Südbadischen Handballverbands (SHV) teil. In der neuen Saison gehen die drei Stammvereine – Phönix Sinzheim, TS Ottersweier und TuS Großweier – sowie die JHA nun als große Spielgemeinschaft an den Start.

Die Jugendhandballakademie fungierte als eigenständiger Verein und bildete diesbezüglich bisher den leistungsorientierten Rahmen für die männliche D-, C- und B-Jugend der drei Stammvereine, wobei die TSO und der TuS bereits seit einigen Jahren im Jugendbereich als Spielgemeinschaft unterwegs waren. Vereinfacht ausgedrückt hatten die drei Vereine mit der JHA Baden ihre Kräfte gebündelt, um den besten Spielern eine Plattform für Handball auf Südbadenliga-Niveau bieten zu können. Diese Chance hatte der Nachwuchs in den drei Stammvereine nur bedingt – mit negativen Folgen: Den Clubs liefen in schöner Regelmäßigkeit hoffnungsvolle Talente davon.

„Dem wollten wir entgegenwirken“, erklärt Sascha Ackermann die Intention der JHA, „das war mit der Hauptgrund“, so der Funktionär und Jugendtrainer. Von 2013 bis 2018 haben insgesamt 18 ambitionierte Nachwuchsleute die SG Ottersweier/Großweier verlassen, die Mädels vornehmlich in Richtung SG Steinbach/Kappelwindeck, die Jungs entweder nach Altenheim, Schutterwald oder Helmlingen. Eine ganz ähnliche Entwicklung mussten die Verantwortlichen bei Phönix Sinzheim beobachten, wobei in diesem Fall keine belastbaren Zahlen vorliegen.

Ackermann: „Überragende“ Bilanz

Handlungsbedarf gab es dennoch, wobei die SG Ottersweier/Großweier zunächst in Gesprächen mit der Rebland-SG weit fortgeschritten war. Letztlich kam es aber zur Kooperation mit den Feuervögeln, was Ackermann als durchaus „naheliegend“ bezeichnet, nicht zuletzt, weil Kalman Fenyö bereits viele Jahre im Jugendbereich der bestehenden SG tätig war und obendrein als Cheftrainer für die Geschicke der Sinzheimer Südbadenliga-Männer verantwortlich zeichnet.

JHA-Macher: Sportkoordinator Kalman Fenyö und Funktionärskollege Sascha Ackermann (rechts). Foto: Jugendhandballakademie

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JHA-Macher: Sportkoordinator Kalman Fenyö und Funktionärskollege Sascha Ackermann (rechts). Foto: Jugendhandballakademie

Nach einer kompletten und einer Corona-bedingt abgebrochenen Saison spricht Ackermann aus sportlicher Sicht von einer „überragenden“ Bilanz, gerade in der vergangenen Runde konnte sich sowohl die D-, als auch die C- und B-Jugend für die Endrunde um die südbadische Meisterschaft qualifizieren, die allerdings dem Virus zum Opfer fiel. Die Verantwortlichen werten diese Tatsache dennoch als „Riesenerfolg“. Im 2018 aufgestellten Fünf-Jahres-Plan „haben wir ein komplettes Jahr übersprungen“, freut sich Ackermann.

Auch andernorts sind positive Effekte spürbar: Zwar haben erneut drei Spieler die JHA verlassen, darunter aber mit den Trainersöhnen Mathieu und Benet Fenyö zwei Toptalente, die im Nachwuchsleistungszentrum des SC Magdeburg den Traum vom Profi verwirklichen wollen. Im Gegenzug konnte die JHA aber ambitionierte Kräfte akquirieren, ungewöhnlicherweise auch aus dem im Nachwuchsbereich gut situierten Bezirk Offenburg. Für Ackermann ist klar: „Unser Konzept zieht Spieler an.“

Akademie wird auf kompletten Jugendbereich erweitert

Was bei den Jungs bisher Früchte trägt, soll ab der neuen Runde auch bei den Mädchen umgesetzt werden. Doch nicht nur dort: Die Akademie wird auf den kompletten Jugendbereich – von der E- bis zur A-Jugend – erweitert und firmiert unter dem Namen „SG JHA Baden“. Dabei, so versichern die Verantwortlichen, soll nicht nur der Leistungsbereich mit dem Ziel Südbadenliga, sondern auch der Breitensport im Fokus stehen. Während sich die jeweils erste Mannschaft über Leistung definiert, soll für die zweiten und gegebenenfalls dritten Mannschaften der Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen – mit Durchlässigkeit nach oben. Mit der Ausweitung des Konzepts wollen die vier Vereine aber auch einige Fallstricke aus dem Weg räumen. Die Erweiterung zur nun neuen SG stellt sicher, dass A-Jugendliche künftig mit dem Doppelspielrecht auch in den Seniorenteams ihrer Stammvereine zum Einsatz kommen können. Das war aufgrund bestehender SHV-Auflagen bisher nicht möglich.

Dadurch, dass in der neu formierten SG künftig durchgängig alle Jugendaltersklassen im Programm sind, besteht nun auch die Möglichkeit, Mannschaften über die Verbandsebene hinaus ins Rennen zu schicken. Denn Sportkoordinator Fenyö und Organisator Ackermann arbeiten am großen Wurf: „Wir wollen auch mal eine Mannschaft in der Oberliga melden.“

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Erstellt:
11. Juni 2020, 15:00 Uhr
Lesedauer:
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