TV-Aufnahmen zeigen Baden-Badener OB-Kandidaten

Baden-Baden (sre) – In einer Filmaufnahme von Stern TV ist der Baden-Badener OB-Kandidat Peter Hank zu sehen: Er ruft bei einer Demo zur Besetzung eines Wasserwerfers auf.

Aufgebracht: „Wir müssen Druck machen“, ruft Peter Hank seinen Mit-Demonstranten in Berlin zu. Foto: Stern TV vom 18.11.2020

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Aufgebracht: „Wir müssen Druck machen“, ruft Peter Hank seinen Mit-Demonstranten in Berlin zu. Foto: Stern TV vom 18.11.2020

Die Filmaufnahmen von Stern TV sind im November 2020 entstanden, als Peter Hank noch Leiter der städtischen Galerie Fruchthalle in Rastatt war. Sie zeigen den heute 67-Jährigen bei einer Demonstration in Berlin, er ruft dort zur Besetzung eines Polizeifahrzeugs auf. Hank, der für die Partei „Die Basis“ bei der OB-Wahl in Baden-Baden antreten will, sieht sich im Recht: Er habe damals lediglich auf den Einsatz eines Wasserwerfers reagiert, betont er.

Unter dem Titel „Demonstranten im Bundestag: Demo gegen das Infektionsschutzgesetz eskaliert“ ist der Beitrag von Stern TV nach wie vor auf der Plattform Youtube zu finden. Peter Hank ist bereits nach wenigen Sekunden zu sehen, aufgebracht gestikuliert er und ruft: „Wir müssen Druck machen, kommt alle nach vorne, ihr müsst den Wagen besetzen!“ Im Hintergrund sind Polizeifahrzeuge zu sehen. In dem Video ist die Rede von Demonstranten, die versuchen, zum Reichstag durchzubrechen, von vorher im Netz kursierenden Gewaltaufrufen. Bei dem Versuch, die Demo aufzulösen, sei es zur Auseinandersetzung zwischen Polizei und Protestierenden gekommen, heißt es weiter.

In diese Auseinandersetzung geriet auch Peter Hank. „Ich stehe dazu“, sagte er am Dienstag auf Nachfrage dieser Zeitung. Er betonte allerdings auch, dass die Bilder aus dem Zusammenhang gerissen und von Stern TV „nicht korrekt zusammengeschnitten worden“ seien. „Bei der Demo waren nicht wir die Angreifer, sondern die Wasserwerfer.“ Diese hätten die Menschen weggespritzt: „Das empfand ich als Übergriff der Polizei auf die friedlichen Demonstranten, die da versammelt waren“, so Hank.

Kritiker der Corona-Maßnahmen

Der 67-Jährige ist ein Kritiker der Corona-Maßnahmen. Er hält diese für „verfassungswidrig“ und ist der Überzeugung, dass die Gewaltenteilung in Deutschland nicht mehr stattfindet. Dennoch stehe er zur Gewaltfreiheit, ebenso wie seine Partei „Die Basis“, sagte Hank am Dienstag. Er schilderte die Situation, in der das Video entstanden sei: „Ich stand da mit mehreren älteren Herrschaften, Rentnern zum Teil. Dann kam die Polizei und spritzte uns ab.“ Auch Tränengas sei eingesetzt worden, er habe sich körperlich verletzt gefühlt. „Es war furchtbar. Dass ich das noch erleben musste, war wirklich hart.“ In dieser Situation habe er gerufen, man müsse den Wasserwerfer besetzten, um diesen am Weiterfahren zu hindern: „Das war Verteidigung.“

Er sei auch nicht unter den Demonstranten gewesen, die später in den Bundestag gelangten: „Ich musste mich ja trocknen.“ Er habe sich nach der Szene – ein Wasserwerfer wurde nicht besetzt – ins Auto gesetzt und sei zum Aufwärmen bei voll aufgedrehter Heizung durch Berlin Mitte gefahren. Für seinen Auftritt sei er damals „sehr kritisiert worden“, schließlich sei er als Galerie-Leiter zwar kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand, aber noch im Amt gewesen. Er habe die Situation aber erklärt: „Dann war es für viele verständlich.“

Fest steht, dass sich an jenem Novembertag allein am Brandenburger Tor laut Berliner Polizei rund 7.000 Menschen versammelten und die Polizei die Demonstration wegen Nichtbeachtung von Corona-Auflagen für aufgelöst erklärte. Weil viele Menschen vor Ort verharrten, wurden Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt. Es war Medienberichten zufolge das erste Mal seit Jahren, dass bei einer Demo in Berlin Wasserwerfer genutzt wurden. Laut Polizei wurde aber kein direkter Strahl eingesetzt: Man habe die Menschen lediglich beregnet, hieß es damals.

Peter Hank ist inzwischen Mitorganisator der sonntäglichen Demonstrationen in Baden-Baden gegen die Corona-Maßnahmen. Diese Demos sind laut Stadtverwaltung stets angemeldet und sind bisher alle friedlich verlaufen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
11. Januar 2022, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

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