TV-Experiment mit Perspektivwechsel

München (KNA) – Am Sonntag startet die ARD ein weiteres TV-Experiment nach Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach. Ein Kriminal wird aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt - gleichzeitig.

Kommissar Peter Nadler (Bjarne Mädel, rechts) und seine Kollegin Lansky (Katharina Schlothauer) suchen nach der entführten Lisa. Foto: Stephan Rabold/ ARD Degeto/Moovie GmbH/dpa

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Kommissar Peter Nadler (Bjarne Mädel, rechts) und seine Kollegin Lansky (Katharina Schlothauer) suchen nach der entführten Lisa. Foto: Stephan Rabold/ ARD Degeto/Moovie GmbH/dpa

Die ARD zeigt um 20.15 Uhr „Feinde - Gegen die Zeit“, die dritten Programme „Feinde - Das Geständnis“. In der Mediathek ist eine dritte Version namens „Feinde - Der Prozess“ zu sehen. Abgerundet wird das Angebot durch eine Dokumentation („Recht oder Gerechtigkeit?“, 21.45 Uhr), in der auch von Schirach selbst zu Wort kommt.

Der jeweils andere Film wird laut Ankündigung am selben Abend sowohl im Ersten als auch in den Dritten ausgestrahlt; zusätzlich stehen alle Filme in der Mediathek. „Der Zuschauer verpasst also nichts. Er kann sich das komplette Bild der Geschichte machen“, heißt es. Inhaltlich geht es um die Entführung eines Mädchens.

Anstoß für Beschäftigung mit komplexen Themen

„Gegen die Zeit“ nimmt die Perspektive des Ermittlers (Bjarne Mädel) ein, „Das Geständnis“ jene des Juristen (Klaus Maria Brandauer). Regie führte bei beiden Filmen Nils Willbrandt, der die Drehbücher gemeinsam mit von Schirach und Jan Ehlert verfasste.

Im aktuellen Projekt gehe es nicht um eine klar zu beantwortende Frage, erklärte ARD-Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl. „Es geht um unterschiedliche Perspektiven. Und genau die zeigen wir dem Zuschauer.“ Kunst könne ein Anstoß sein, sich mit komplexen Themen zu befassen, fügte Produzent Oliver Berben hinzu. Programmdirektor Volker Herres verriet, dass es durchaus „Umschaltpunkte“ in beiden Filmen gebe, in denen der Zuschauer entscheiden könne, die andere Perspektive einzunehmen. „Aber wir wollen die Zuschauer nicht zum Zappen auffordern“, so Herres. „Um ein wirklich umfassendes Bild zur Thematik zu bekommen, muss man beide Filme sehen.“


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