TVS Baden-Baden holt Linkshänder Krauth

Baden-Baden (moe) – Handball-Oberligist TVS Baden-Baden hat einen dritten Zugang für die Saison 2021/22 verpflichtet: Beachhandball-Nationalspieler Tim Krauth kommt von der SG Pforzheim/Eutingen.

Die Sandweierer Verantwortlichen Simon Riedinger (links), Co-Trainer Marius Merkel und Chefcoach Sandro Catak (rechts) freuen sich über Neuzugang Tim Krauth (Zweiter von rechts). Foto: TV Sandweier

© pr

Die Sandweierer Verantwortlichen Simon Riedinger (links), Co-Trainer Marius Merkel und Chefcoach Sandro Catak (rechts) freuen sich über Neuzugang Tim Krauth (Zweiter von rechts). Foto: TV Sandweier

Die Versuchung war natürlich groß, doch Sandro Catak musste seine Schützlinge einbremsen, Sicherheit geht schließlich vor. Nach sieben langen, vor allem aber entbehrungsreichen Monaten haben die Oberliga-Handballer des TVS Baden-Baden am 17. Juni das Training in der Halle wieder aufgenommen. Was die Kernkompetenz der Sandweierer anbelangt, musste die Handbremse aber zunächst etwas angezogen werden: „Wir mussten uns nach so langer Abstinenz erst wieder an die Halle gewöhnen, da kann man nicht einfach aufs Tor werfen,“ erklärt Catak, der Trainer der Grün-Weißen.

Genau einen Monat schwitzen die Sandweierer nun schon wieder, fünfmal in der Woche wird aktuell trainiert: einmal im Aumattstadion, viermal in der Halle des Schulzentrums-West, das Dach der Rheintalhalle als eigentliche Heimat des TVS wird bekanntlich gerade saniert. Kraft, Ausdauer, Athletik – das sind die Schwerpunkte, die Coach Catak aktuell auf seinem Trainingsplan stehen hat, mit zunehmender Dauer werden die Aufgaben handballspezifischer. Testspiele – geplant sind bis zu neun Partien – stehen erst in der zweiten Phase an, zu der Catak ab Mitte August bittet.

Riedinger: Krauth schon länger beobachtet

Handball ist bekanntlich ein Kontaktsport, noch gehen die Sandweierer aber nur sehr dosiert auf Tuchfühlung. Seine Spieler hätten schnell gemerkt, dass die lange vermissten Einheiten, „was ganz anderes sind, als durch den Wald zu laufen“, so der Trainer. Und überhaupt: Harz gehört im Handball schließlich an die Finger und nicht an Zweige. Insgesamt ist Catak mit dem bisherigen Verlauf zufrieden: „Die Jungs ziehen super mit, das freut einen Trainer natürlich.“

Mit Jeremias Seebacher von der SG Steinbach/Kappelwindeck als Spielmacher (Catak: „Er ist jung, willig und passt perfekt in unser Anforderungsprofil.“), und dem ehemaligen MuKu-Kreisläufer Jascha Lehnkering („Er ist ein komplett anderer Typ als unsere bisherigen Kreisläufer und macht uns noch variabler.“) hatte der TVS mit Blick auf die neue Saison, die am 18. September beginnen soll, bereits zwei Neuzugänge verpflichtet.

Nun ergab sich die Option auf einen dritten: Tim Krauth wechselt nach seinem letzten A-Jugend-Jahr im Bundesliga-Team der SG Pforzheim/Eutingen in die Rheintalhalle. „Wir haben Tim schon länger beobachtet und freuen uns, dass er zu uns kommt. Er ist jung und ehrgeizig, er passt zu uns,“ sagt Simon Riedinger, der sportliche Leiter des TVS. Der Bühler hat das Handball-ABC bei der SG Steinbach/Kappelwindeck gelernt, war die vergangenen drei Jahre aber Leistungsträger im ambitionierten Nachwuchs der Goldstadt-SG. Aber auch auf anderem Terrain sorgte der 19-Jährige für Furore: Der Schlaks aus Kappelwindeck gehört zum Kader der deutschen Beachhandball-Nationalmannschaft. Ein Sandmann für Sandweier, wenn man so will. Für seinen neuen Trainer passt Krauth perfekt ins Anforderungsprofil: „Er braucht vielleicht noch ein bisschen Zeit, bringt aber sehr viel mit. Er tut uns auf jeden Fall gut“, sagt Catak, der sich über den Luxus von nun fünf Linkshändern im Team freuen darf.

Oberliga-Modus bleibt unverändert

Weniger freudig hat Catak aufgenommen, dass sich der Modus in der Oberliga nicht verändert hat. Anders als etwa in der Südbadenliga wurde die baden-württembergische Eliteklasse nicht nach regionalen Aspekten in verschiedene Vorrundengruppen unterteilt. Stattdessen heißt es: jeder gegen jeden, erst Hin-, dann Rückspiel. „Alles bleibt beim Alten – ohne Abstimmung“, wundert sich Catak. Immerhin: Die Staffelgröße hat sich von 18 auf 16 Teams reduziert. „Das ist natürlich besser“, so der TVS-Coach, der von einer „interessanten Liga“ spricht. In dieser dürfte seine Mannschaft „wieder eine gute Rolle spielen“, ist Catak sicher. Mit großen Kampfansagen hält er sich (noch) zurück. Klar ist: „Wir werden sicher nicht gegen den Abstieg spielen“, scherzt Catak.

Wieder 16 statt 18 Mannschaften

Im Vergleich zur letztlich abgebrochenen und annullierten Vorsaison gehen in der anstehenden Oberliga-Spielzeit nicht 18, sondern lediglich 16 Mannschaften an den Start. Nicht mehr mit von der Partie sind die Drittliga-Aufsteiger TSV Neuhausen/Filder und TSG Söflingen sowie die Neckarsulmer Sport-Union, die ihr Team aus der Oberliga zurückgezogen hat. Neu in der Liga ist die Reserve der HSG Konstanz, die zwangsweise aus der dritthöchsten Spielklasse absteigen musste, weil die erste Mannschaft der Seehasen die zweite Bundesliga in einem dramatischen Saisonendspurt letztlich nicht halten konnte und so die eigene Reserve aus Liga drei verdrängt.

Im baden-württembergischen Handball-Oberhaus gehen neben dem TVS Baden-Baden folgende 15 Teams an den Start: SV Fellbach, TSV Weinsberg, TSV Zizishausen, TV Weilstetten, SG Herrenberg, TSB Schwäbisch Gmünd, TSV Schmiden, TV Bittenfeld II, TSV Heinigen, HC Neuenbürg, TSV Birkenau, SG Köndringen/Teningen, HSG Konstanz II, TuS Steißlingen und TuS Schutterwald.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.