TVS Baden-Baden plant zweigleisig

Baden-Baden (mei) – Beim Handball-Oberligisten möchte das Wort Aufstieg noch niemand in den Mund nehmen.

„Ich bin insgesamt sehr zufrieden“: Der Sandweierer Trainer Sandro Catak (links). Foto: Frank Seiter

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„Ich bin insgesamt sehr zufrieden“: Der Sandweierer Trainer Sandro Catak (links). Foto: Frank Seiter

Im Sport liegen Sieg und Niederlage oft nur knapp beieinander. Das erlebte zuletzt auch der Handball-Oberligist TVS Baden-Baden. Während die Sandweierer knapp mit 27:26 bei der HSG Konstanz II die Oberhand behielten, musste Aufstiegskonkurrent Herrenberg einen herben Rückschlag hinnehmen. Beim Gastspiel in Heiningen bekamen die Herrenberger bei ihrem letzten Angriff ein Stürmerfoul gegen sich gepfiffen und kassierten im Gegenzug in letzter Sekunde den Treffer zur 27:28-Niederlage.

Durch den späten Knockout der Herrenberger konnte der TVS seine Ausgangsposition im Aufstiegsrennen deutlich verbessern. Sechs Spiele vor Schluss liegt die Mannschaft von Trainer Sandro Catak weiterhin auf Rang zwei, der am Ende der Saison den Aufstieg bedeutet. Bei vier Punkten Vorsprung auf Herrenberg und dem besseren direkten Vergleich könnte man prinzipiell die Sektflaschen kaltstellen. Das Wort Aufstieg möchte in Sandweier aber noch niemand in den Mund nehmen.

Sicher kein Verzicht

„In der Kabine ist der Aufstieg noch kein Thema“, stellt TVS-Trainer Catak klar. Gleichwohl rechne er damit, dass in den nächsten Wochen darüber gesprochen werde. „Natürlich bereiten wir uns zweigleisig vor. Alles andere wäre unprofessionell“, zeigt sich Fabian Hochstuhl, Abteilungsleiter Handball des TVS, etwas offener. Allerdings möchte auch er sich über den Aufstieg noch keine zu großen Gedanken machen.

Sicher ist, dass der TVS auf einen Aufstieg nicht verzichten wird. Seit dieser Saison ist in der Spielordnung der Handball-Oberliga geregelt, dass wenn ein Erst- oder Zweitplatzierter sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen sollte, er als Absteiger feststeht. Zudem ist es dem Team nicht erlaubt, in der folgenden Saison in die Oberliga aufzusteigen. „Dies ist absurd“, erklärt Hochstuhl, laut dem der Aufstieg einen ganz anderen Aufwand bedeuten würde. Deshalb gelte es, neue Sponsoren zu akquirieren. Zudem hofft er, dass sich die Stadt Baden-Baden mehr hinter den Verein stellt. Hochstuhl versichert, dass der TVS auf die dritte Liga besser vorbereitet wäre, als in der Saison 2018/19. „Es gab einige Gründe, dass es damals nicht funktioniert hat“, erklärt er. Ein finanzielles Risiko wolle der Verein auf Biegen und Brechen aber nicht eingehen. „Bereits jetzt haben wir einen der kleinsten Etats der Oberliga und wollen unseren Weg fortsetzen“, sagt Hochstuhl. Auf den Rückhalt der Zuschauer kann der Verein zählen. Mit 400 bis 800 Zuschauern pro Heimspiel ist die Rheintalhalle seit Jahren ein Hexenkessel.

Trotz des geringen Etats stimmt der sportliche Erfolg. Seit Jahren ist der Stamm der Mannschaft zusammen, auch die Neuverpflichtungen erwiesen sich stets als Leistungsträger. Immer wieder schaffen es die Verantwortlichen, die besten Spieler der Region nach Sandweier zu lotsen. In dieser Saison startete der TVS durchwachsen. Anschließend folgten 14 Spiele ohne Niederlage.

Beste Defensive der Liga

„Ich bin insgesamt sehr zufrieden“, erklärt Catak. Besonders freue ihn, wie sich die Spieler weiterentwickelt haben. Dabei trotzte das Team etlichen Rückschlägen, da gleich mehrere Leistungsträger längerfristig fehlten. „Es ist diese Saison sehr herausfordernd, doch die Breite unseres Kaders hat die Ausfälle aufgefangen“, meint der Trainer. Aufgrund der mit Abstand besten Defensive der Liga habe sich seine Mannschaft Respekt verschafft: Die Gegner spielen ungern gegen Sandweier.

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Ihr Autor

Stefan Meister

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Erstellt:
20. April 2022, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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