TVS-Handballer zerlegen Bittenfeld II

Baden-Baden (moe) – Die Oberliga-Handballer des TVS Baden-Baden haben sich im Titelrennen eindrucksvoll zurückgemeldet. Der dezimierte TV Bittenfeld II wurde mit 37:20 aus der Rheintalhalle gefegt.

Haushoch überlegen: Han Völker (am Ball) und der TVS Baden-Baden zerlegen den schwer dezimierten TV Bittenfeld nach allen Regeln der Handball-Kunst. Foto: Frank Seiter

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Haushoch überlegen: Han Völker (am Ball) und der TVS Baden-Baden zerlegen den schwer dezimierten TV Bittenfeld nach allen Regeln der Handball-Kunst. Foto: Frank Seiter

„Mitleid“, betonte Franz Henke nach dem 37:20-Kantersieg seines TVS Baden-Baden in der Handball-Oberliga gegen die Reserve des TV Bittenfeld, „ist vielleicht das falsche Wort.“ Doch der Kapitän der Sandweierer konnte durchaus nachempfinden, wie sich die abgewatschte Rumpftruppe der Bundesligareserve gefühlt haben muss, „wenn man früh spürt, dass nix geht. Wir haben das auch schon durchgemacht“. Zum Beispiel in der Vorwoche bei der Niederlage im Topspiel gegen Herrenberg. Am Samstagabend schlichen nun die TVB-Akteure zerfleddert aus der Rheintalhalle, während die Grün-Weißen endlich wieder Ringelreihen tanzen durften.

Das überdeutliche Ergebnis, aber viel mehr noch die eigene Leistung „war Balsam auf die Seele“, tat Henke nach dem Erfolg kund, dessen Team in den vergangenen Wochen nicht an das Leistungsmaximum kam. Das lag freilich auch an zahlreichen Corona-Erkrankungen. Vor der Partie grassierte das Virus in den Reihen des TVB, der pandemiebedingt auf fünf Akteure verzichten musste. Vier weitere wichtige Akteure mussten mit der ambitionierten A-Jugend im Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft beim Nachwuchs des THW Kiel ran.

Gästetrainer Ebermann lässt keine Ausreden gelten

Die deutliche Dezimierung wollte Gästetrainer Jörg Ebermann indes nicht als Ausrede für den kaum oberligatauglichen Auftritt seines Teams gelten lassen: „Trotzdem standen zum Teil Spieler auf dem Platz, die den Anspruch haben, Spielzeit in der BWOL zu bekommen. Da habe ich mir mehr erwartet. Der TVS hat eine geile Mannschaft, aber wir haben zu wenig Gegenwehr gezeigt.“

In der Tat hatten die Hausherren vor 350 Zuschauern weitgehend leichtes Spiel. Jascha Lehnkering, Sebastian Wichmann und Kapitän Henke verdichteten die Abwehr und provozierten reihenweise leichte Ballgewinne, mit denen der TVS sein Tempospiel zu forcieren wusste – meist über den eifrig flitzenden Max Mitzel. Mehr als ein Drittel der TVS-Treffer resultierten am Ende aus Gegenstößen beziehungsweise der zweiten Phase nach der Balleroberung. Zwischendurch setzten Maximilian Vollmer, Markus Koch und Han Völker immer wieder spielerisch Akzente, nicht selten in Form von messerscharfen Anspielen an den Kreis. Und weil auch Dominik Horn im Tor sowie Linksaußen Christian Fritz auf der Höhe performten, entwickelte sich das Heimspiel für den TVS schnell zu einer äußerst einseitigen Angelegenheit. 5:1 stand es nach acht Minuten, weshalb sich Gästecoach Ebermann gezwungen sah, eine erste Auszeit zu nehmen.

Debüt von Lukas Veith im TVS-Trikot

Besser wurde das Spiel seines Teams freilich nicht, „scheiße unpräzise“, fluchte der TVB-Trainer nach dem x-ten Fehlpass. Kaum Patzer leistete sich die Sandweierer, deren Express unaufhaltsam rollte: Beim 15:5 (22.) war der Vorsprung erstmals zweistellig.

„Mir war wichtig, dass wir Vollgas geben“, sagte Sandro Catak nach der Partie, „vor allem in der ersten Halbzeit haben wir das gut gemacht“, fügte der TVS-Trainer hinzu. Nach der Pause – die Partie war beim Stand von 21:7 bereits nach 30 Minuten entschieden – schlichen sich zunehmend unsaubere Aktionen ins Spiel der Hausherren ein, was freilich auch daran lag, dass Catak den komfortablen Vorsprung nutzte, ordentlich durchzuwechseln. Nach etwas mehr als 40 Minuten kam so auch Lukas Veith zu seinem Debüt im grün-weißen Dress. Dem Modellathleten aus Neuweier, der zuletzt beim Drittligisten TV Willstätt unter Vertrag stand, war zunächst noch die fehlende Bindung zum TVS-Spiel anzumerken, in der Folge deutete der Rechtshänder indes seine Qualitäten an, als er den Ball aus dem Rückraum dreimal „reingefackelt hat“, so sein neuer Kapitän Franz Henke.

Aufstellung und Torschützen

TVS Baden-Baden: Horn, Hafner – Mitzel 8, Völker 7, Fritz 6/3, Seebacher, Koch, Lehnkering, Vollmer, Veith je 3, Seiter 1, F. Henke, Wichmann, Strüwing.

TV Bittenfeld II: Rica-Kovac – Seiz 6/2, Widmaier 4, Bischoff 4/1, Theurer 3, Kornmann 2, Eberle 1, Läpple, Hofmann, Vukotic.

Schiedsrichter: Dirk Baustert/Sebastian von Briel (TSV Freiburg-Z.) – Zuschauer: 350 – Zeitstrafen: 1/2.


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