Tablets an Carl-Netter-Realschule

Bühl (nie) – Weg vom frontalen Unterricht – hin zu mehr Individualität: Die Carl-Netter-Realschule führt testweise eine Tabletklasse im nächsten Schuljahr ein.

Tablets sollen nichts ersetzen, sondern den Unterricht ergänzen: Jana Leonhard, Daniel Hagenunger und Steffen Faller (von links) treiben das Projekt voran. Foto: Nina Ernst

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Tablets sollen nichts ersetzen, sondern den Unterricht ergänzen: Jana Leonhard, Daniel Hagenunger und Steffen Faller (von links) treiben das Projekt voran. Foto: Nina Ernst

Alle alles zur gleichen Zeit“, davon will man an der Carl-Netter-Realschule in Bühl wegkommen, das erläutert Lehrer Daniel Hagenunger im Bezug auf den gängigen Unterricht. Und darum wird im kommenden Schuljahr versuchsweise eine Tablet-Klasse eingeführt.

Personalisierte Tablets

Das bedeutet, dass jeder Schüler der Klasse sein eigenes personalisiertes Tablet erhält, es in allen Fächern benutzen und es auch mit nach Hause nehmen kann. 2021/2022 soll die Versuchsgruppe eine achte Klasse sein. Sobald es wieder möglich ist, sollen die Eltern in einer Präsenzveranstaltung detailliert informiert werden, erläutert Schulleiter Steffen Faller. Ob es dann weitere Tablet-Klassen geben wird, werde das Fazit nach dem einen Jahr zeigen. An Schulen im Raum Karlsruhe und Pforzheim, wo Tablet-Klassen schon etabliert seien, habe man sich Anregungen geholt, das Positive für die CNR mitgenommen und das Projekt gestartet.

Und warum? Warum nicht einfach weiter mit Tafel, Heft und Buch weiterarbeiten? „Die Kinder wachsen heute damit auf“, sagt Hagenunger im Bezug auf Internet, digitale Endgeräte, soziale Medien, verschiedene Hard- und Software. Hagenunger, Faller und Lehrerin Jana Leonhard sehen es daher als Aufgabe der Schule an, die Kompetenz dahingehend zu vermitteln und aufzuzeigen, wie man diese Möglichkeiten sinnvoll nutzen kann. Das alles gehöre „zum späteren Leben der Schüler dazu“, ist sich Leonhard sicher.

Gute Kooperation mit der Stadt

Hagenunger zieht den Vergleich mit einem Schweizer Taschenmesser: „Das Tablet ist ein multifunktionales Werkzeug.“ Und man merkt ihm und seiner Kollegin Leonhard die Begeisterung der neuen, digitalen Möglichkeiten an. Aber die engagierten Lehrer stellen auch klar, dass die Tablets den momentan gängigen Unterricht nicht ersetzen, sondern ergänzend genutzt werden sollen. So sei es in Bildender Kunst oder Sport natürlich schwieriger damit zu arbeiten, und Bücher und Hefte gebe es weiterhin. Man profitiert laut Hagenunger aber von einem weiteren Spektrum: Das Tablet als reines Infomedium, beispielsweise mit Verweis auf Bücher, zur Internetrecherche und auch um darauf Übungen zu machen. Leonhard ergänzt, dass die Schüler gleichzeitig ganz praktisch lernen würden, was eine Cloud ist oder wie man höfliche E-Mails verfasst. Zudem könne so der Frontalunterricht aufgelöst werden und individueller und differenzierter auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen werden. So sei es einfacher zu händeln, wenn der eine Schüler schneller und der andere langsamer lerne.

Vorreiter in Sachen Digitalisierung

Schon jetzt ist die CNR Vorreiter in Sachen Digitalisierung, erhielt sie doch 2020 den Titel „Digitale Schule“ und verfügt laut den Verantwortlichen über eine gut ausgebaute Infrastruktur. Und so dienen Tablets, an der Realschule sind es iPads von Apple, dem Unterricht auch jetzt schon in vielfältiger Weise – aber als sogenannte Kofferlösungen. Das bedeutet, dass die Lehrer für einzelne Fächer oder Projekte Tablets benutzen können, die dann aber wieder zurückgegeben werden müssen. Die jetzt vorgesehene Eins-zu-Eins-Lösung habe aber viele Vorteile, findet Hagenunger. Dinge könnten gespeichert werden, die Geräte sind über Clouds und mit den einzelnen Konten verbunden, der Datenschutz sei gesichert.

Dankbar zeigt sich Schulleiter Faller für die gute Kooperation mit der Stadt, in persona Lisa Kohler, bei den schon umgesetzten Projekten und auch dem jetzigen Vorhaben.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
17. Februar 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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