Tag für Tag im Einsatz für schnelles Impfen

Gernsbach (BT) – Dietmar Paul aus Rastatt verabreichte am vergangenen Wochenende mit seinem Team in der Stadthalle Gernsbach vor allem Booster-Impfungen.

Dietmar Paul (Mitte) setzt auf familiäre Unterstützung bei der Impfaktion. Hier lässt er sich von Sohn Lion assistieren (sitzend: Marlon Gerber). Foto: Christiane Krause-Dimmock

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Dietmar Paul (Mitte) setzt auf familiäre Unterstützung bei der Impfaktion. Hier lässt er sich von Sohn Lion assistieren (sitzend: Marlon Gerber). Foto: Christiane Krause-Dimmock

Impfpass, Ausweis und schon geht es los, unkompliziert und rasch. Als Dietmar Paul am Wochenende in der Stadthalle Impfungen ohne vorherige Terminabsprache anbot, war der Zuspruch während der Stoßzeiten groß.

Mit Absperrbaken hatte man sich auch auf größere Zahlen von Impfwilligen eingestellt. Ein wenig wirkte das Foyer der Stadthalle wie die Wartezone vor den Attraktionen im Europapark. Zum Auftakt notwendig, waren sie im Laufe des Tages immer wieder verwaist. Wer hier auftauchte, der wollte eine Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung. Letztere ist – so Dietmar Paul – schon nach vier Monaten möglich. In diesem Fall mit Moderna. „Viele waren dennoch enttäuscht, dass wir nur geringe Mengen Biontech hatten.“ Eine Haltung, die für den Mediziner, der hauptberuflich in Rastatt als Chirurg im OP steht, nicht nachvollziehbar ist. Denn Moderna und Biontech ließen sich trefflich kombinieren. „Ich selbst bin übrigens auch drei Mal geimpft, mit Moderna, Biontech und mit Astra.“

Diskussion über Kreuzimpfungen oft ermüdend

Tag für Tag im Einsatz für schnelles Impfen, sei die Diskussion über Kreuzimpfungen inzwischen oftmals ermüdend, räumt der Oberarzt ein. „Denn ich finde, dass das sogar die bessere Lösung ist.“ Nichts spreche dagegen, klärt er immer wieder auf und sucht bildhafte Vergleiche. Wenn der menschliche Körper etwa Abwehrstoffe entwickeln soll und – will man es simpel ausdrücken – dafür verschiedene Schablonen bekommt, um sich daran zu orientieren, müsse das einfach besser sein. „Das ist in etwa so, als ob man von einem Auto, das man kaufen möchte, Bilder von vielen statt nur von einer Seite zu sehen bekommt.“ Das leuchtet offenbar ein. In der Stadthalle wurden die Ärmel hochgekrempelt.

Das Foyer der Stadthalle Gernsbach ist mit Absperrungen für die Impfaktion gerüstet. Der Andrang ist aber nicht durchgehend groß. Foto: Christiane Krause-Dimmock

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Das Foyer der Stadthalle Gernsbach ist mit Absperrungen für die Impfaktion gerüstet. Der Andrang ist aber nicht durchgehend groß. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Und nicht nur hier. „Wir kommen auch zu Firmen-Impfaktionen und stehen inzwischen zu festen Zeiten in Rastatt bei der Kfz-Prüfstelle von Markus Czech in der Karlsruher Straße.“ Dass er zuvor bei Aldi auf dem Parkplatz an der Lützower Straße agierte, kam zuletzt bei dem Discounter nicht mehr gut an. Der Zustrom zum Impfen war letztlich zu groß geworden. Doch er bleibt dran. Man müsse jetzt schnell handeln.

Weil seine Partnerin Marsela Ceno ebenfalls Chirurgin ist und obendrein die Vorsitzende der Gesellschaft der albanischen Ärzte in Deutschland, bekomme man auch hier im Bedarfsfall Hilfe. „Vor vier Wochen habe ich diese Entwicklung auch noch nicht geahnt.“ In der Zwischenzeit wird Paul jedoch nicht müde zu erklären. „Moderna hat als alleiniger Impfstoff schon eine sehr hohe Wirksamkeit“, erklärt er einem Impfwilligen, der nicht den Eindruck macht, dass er zurückziehen will, weil hier nicht Biontech verabreicht wird.

350 Menschen bekommen den Pieks

Aber der Mann will es trotzdem wissen. Er hat Fragen und er bekommt Antworten. „Ich stehe dafür“, gibt sich der Doktor souverän. Wer zuvor schon Biontech oder einen sogenannten Vektorimpfstoff erhalten habe, könne sehr gut mit Moderna geboostert werden, versichert er. Und er will das weiterhin tun.

Wie die Stadt Gernsbach gestern informierte, haben bei der offenen Impfaktion am vergangenen Wochenende 350 Menschen in der Stadthalle Gernsbach den lang ersehnten Piks erhalten. Der Großteil der verabreichten Impfungen seien Booster-Impfungen gewesen, es habe aber auch einige Erst-und Zweitimpfungen gegeben. Dr. Paul und sein Team aus Rastatt waren von Gemeinderätin Gabi Kienzle (Freie Bürger) an beiden Tagen tatkräftig unterstützt worden. Sie hatte auch den Kontakt zum Impfarzt hergestellt.

Vor Ort im Einsatz waren ebenso Mitarbeiterinnen der Tourist-Info Gernsbach sowie die Ortsgruppen von DRK und DLRG. „Alle Beteiligten sorgten für einen reibungslosen Ablauf und zeigten sich sehr zufrieden, resümiert die städtische Pressestelle.

Weitere Impfaktion für Personen unter 30

In der Stadthalle findet am kommenden Donnerstag, 23. Dezember, zwischen 17 und 21 Uhr eine weitere Impfaktion statt. Dafür kommt ein Mobiles Impfteam nach Gernsbach, das das Landratsamt Rastatt entsendet. Es wird unterstützt von DRK sowie Mitarbeiterinnen der Stadt Gernsbach. Die Impfaktion richtet sich an alle Menschen zwischen zwölf und 30 Jahren, die mit dem Impfstoff Biontech geimpft werden. Eine Anmeldung verbunden mit einer Terminvergabe ist zwingend erforderlich unter (0 72 24) 6 44 44, (0 72 24) 64 49 06 oder (0 72 24) 6 44 71. Die Stadt Gernsbach bittet darum, folgende Hinweise zu beachten:

- Impfungen von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren sind bei dieser Aktion nicht möglich
- Erst- und Zweitimpfungen sind möglich für Personen von zwölf bis 30 Jahren.
- Auffrischimpfungen (Drittimpfungen) werden erst ab 18 Jahren durchgeführt. Es müssen sechs Monate seit Abschluss der Grundimmunisierung verstrichen sein.
- Folgende Unterlagen sind zum Impftermin mitzubringen: Impfpass (sofern vorhanden), Personalausweis, Krankenkassenkarte (sofern vorhanden); wenn möglich wird darum gebeten, dass die Impflinge sich vorab unter www.impfen-bw.de registrieren und sämtliche Unterlagen ausgedruckt zum Termin mitbringen. Alternativ können die Formulare auch unter www.gernsbach.de heruntergeladen, ausgedruckt und manuell ausgefüllt werden.

Es wird voraussichtlich Ende Januar eine weitere Impfaktion mit dem Impfstoff Moderna geben, kündigt die Stadt Gernsbach abschließend an.


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