Tanken im Elsass lohnt sich nicht

Karlsruhe (BNN) – An den Zapfsäulen in der Region gab es am Freitag neue Rekordwerte. Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich ist der Sprit teuer.

Rekordhöhe beim Sprit in der Region: Für einen Liter Diesel müssen fast zwei Euro bezahlt werden. Foto: Bernhard Margull

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Rekordhöhe beim Sprit in der Region: Für einen Liter Diesel müssen fast zwei Euro bezahlt werden. Foto: Bernhard Margull

Die Preise für Benzin und Diesel kennen derzeit nur eine Richtung – sie steigen und steigen. Der Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine hat die schon seit Wochen anhaltende Preisentwicklung noch beschleunigt, im Südwesten kletterte der Preis für den Liter Diesel an etlichen Tankstellen bereits über die Zwei-Euro-Marke.

Diesel und Benzin in Frankreich auf ähnlich hohem Niveau

Gleichwohl lohnt sich für Autofahrer in Nord- und Mittelbaden die Fahrt über den Rhein ins Elsass nicht. In Frankreich sind Diesel und Benzin auf einem ähnlich hohen Niveau, wie der ADAC Nordbaden auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Demnach kostete am Freitagmittag an der beliebten Supermarkt-Tankstelle des Carrefour in Scheibenhard bei Lauterbourg der Liter Diesel (Gazole) 1,935 Euro und der Liter Super E5 (SP95) 1,903 Euro. Zur gleichen Zeit mussten an der Supermarkt-Tankstelle des Real in der Durlacher Allee in Karlsruhe 1,919 Euro für den Liter Diesel und 1,949 Euro für den Liter Super E 5. Aus diesem Grund lohne sich eine Fahrt von 50 Kilometern zur Tankstelle im Elsass nicht, so ADAC-Sprecherin Alexa Sinz gegenüber den BNN.

Spritpreise seit Jahresbeginn deutlich gestiegen

In Deutschland sind seit Jahresbeginn die Spritpreise deutlich gestiegen. Nach Angaben des ADAC hat sich der Preis für einen Liter Super E10 um 24 Cent erhöht, ein Anstieg um 15 Prozent. Beim Diesel schnellte der Preis um 25 Cent nach oben, ein Plus von 16 Prozent. Und ein Ende ist angesichts der angespannten internationalen Lage nicht in Sicht.

Grund sind die stark gestiegenen Rohölpreise. Kostete ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Sorte Brent am 21. Dezember noch rund 74 US-Dollar, überstieg der Preis vor wenigen Tagen die Marke von 110 Dollar. Am Freitag wurde ein Fass sogar für mehr als 112 Dollar gehandelt, der höchste Stand seit acht Jahren. Zudem stieg in Deutschland der Preis für CO2 von 25 Euro pro Tonne auf 30 Euro. Damit stiegen die Preise für einen Liter Diesel von 8 auf 9,4 Cent und von Super von 7 auf 8,4 Cent.

Erdöl droht auf dem Weltmarkt knapp zu werden

Die Lage wird dadurch verschärft, dass wegen der verhängten Sanktionen größere Mengen russischen Rohöls auf dem Weltmarkt unverkäuflich sind. Gleichzeitig hat die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten OPEC erklärt, man werde kein zusätzliches Öl fördern. Damit droht Erdöl auf dem Weltmarkt knapp zu werden – und wird es wohl auch länger bleiben.

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