Tempo 30: Stadt will bis ans Limit

Rastatt (ema) – Noch mehr Tempo-30-Abschnitte in der Rastatter Kernstadt und den Dörfern – das sieht der Entwurf des Lärmaktionsplans vor.

Die Tempo-30-Limits wie hier in der Bahnhofstraße sorgen für eine deutliche Lärmreduzierung. Foto: Mauderer

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Die Tempo-30-Limits wie hier in der Bahnhofstraße sorgen für eine deutliche Lärmreduzierung. Foto: Mauderer

Die Stadt Rastatt will bei der Ausweisung von Tempo-30-Limits weiter in die Offensive gehen. Der Technische Ausschuss brachte jetzt die dritte Stufe des Lärmaktionsplans auf den Weg. Möglich werden die weiteren Maßnahmen durch neue gesetzliche Grenzwerte, wie ein Vertreter des beauftragten Ingenieurbüros Modus Consult erklärte. Dabei will die Verwaltung „bis an die Obergrenze gehen, was der Lärmaktionsplan erlaubt“, sagte OB Hans Jürgen Pütsch.

Nach den Berechnungen schlägt die Verwaltung jetzt für den Zeitraum der nächsten fünf Jahre zusätzliche Geschwindigkeitsreduzierungen auf 30 km/h auf folgenden Straßen vor (tags und nachts): Carl-Schurz-Straße zwischen Hindenburgbrücke und Zaystraße, Karlstraße zwischen Ludwigstraße und Ludwigring, Kehler Straße zwischen Ritterstraße und Murgstraße, Rauentaler Straße zwischen Werkstraße und (verlängerter) Hohlohstraße. In Plittersdorf die Riedstraße zwischen Fährstraße und Lammstraße. In Ottersdorf kommt die Friedrichstraße zwischen Wilhelmstraße (Ortsverwaltung) und Waldstraße infrage.

Förch und Niederbühl werden geprüft

Ein Tempo-30-Limit in der Nacht: Richard-Wagner-Ring zwischen Karlsruher Straße und Rheinauer Brücke und Plittersdorfer Straße zwischen Rheinauer Brücke und Oberwaldstraße.

In Niederbühl: Murgtalstraße (L 77) zwischen Am Bach und Ortsausgang (Autobahn). Ottersdorf: Wilhelmstraße (L78a) zwischen Friedrichstraße (Ortsverwaltung) und Rheinstraße. Rheinstraße (L78a) zwischen Wilhelmstraße und nördlichem Ortsausgang. Plittersdorf: Fährstraße zwischen Blumenstraße und Seefeldstraße. Ein nächtliches Tempolimit von 50 km/h wird auf der L77a (Nordwestumgehung) zwischen Plittersdorfer Straße und Amand-Goegg-Straße erwogen.

Mittelfristig sollen auch Straßensanierungen mit Flüsterasphalt zu einer Lärmreduzierung beitragen: Das Ingenieurbüro schlägt die Bahnhofstraße zwischen Schloss-Galerie und Steinmetzstraße (beim Bahnhof), die Kapellenstraße zwischen Murgstraße und Schloss-Galerie sowie die Kehler Straße zwischen Lützowerstraße und Augustastraße vor. In Wintersdorf ist ein Abschnitt der Dorfstraße ab dem Bahndamm im Gespräch.

Auf Anregung von Dieter Scharer (FW) wird geprüft, inwieweit für Förch ein Tempolimit infrage kommt. Joachim Fischer (SPD) setzte durch, dass alle Spielräume genutzt werden, um in der kompletten Ortsdurchfahrt von Niederbühl ein Tempo-30-Limit einzurichten.

Der Entwurf des Lärmaktionsplans wird zunächst in die öffentliche Anhörung gehen. Der beauftragte Ingenieur machte deutlich, dass bereits bei der zweiten Stufe durch die Tempo-30-Limits die Pegel „drastisch“ zurückgegangen seien.


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