Tennisverband: Medenrunde findet statt

Baden-Baden (moe) – Mit Spannung wurde die Entscheidung erwartet, nun steht sie fest: Die Medenrunde im Tennis findet statt – trotz aller Corona-Widrigkeiten.

ie kleinen runden Filzbälle dürfen auch auf Wettbewerbsebene wieder fliegen – allerdings unter Einhaltung bestimmter Hygienerichtlinien. Foto: Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

ie kleinen runden Filzbälle dürfen auch auf Wettbewerbsebene wieder fliegen – allerdings unter Einhaltung bestimmter Hygienerichtlinien. Foto: Gilliar/GES

Die Hoffnungen von Christian Wagner wurden erhört. Der Sportwart des Bezirks Mittelbaden hat emsig an den Spielplänen für die Tennis-Saison 2020 getüftelt. Dabei musste der Funktionär aus Bruchsal viele Stunden puzzeln, bis alle Partien zumindest auf dem Papier terminiert waren. Als Wagner endlich fertig war, begann das Bangen – aufgrund der Corona-Krise war bis zuletzt nicht klar, ob der Mannschaftsspielbetrieb aufgenommen werden kann: „Ich hoffe, dass ich sie nicht für die Tonne produziere“, sagte der hiesige Sportwart vor rund zwei Wochen. Seit Ende vergangener Woche herrscht nun endlich Gewissheit: „Die Sommerrunde des Badischen Tennisverbands findet statt.“

Diese Nachricht verkündete der Verband am Freitag auf seiner Homepage. Zuvor war Post aus dem für Sport zuständigen Stuttgarter Kultusministerium sowie dem Sozialministerium ins Haus geflattert – mit positiven Signalen: In der angepassten Corona-Verordnung für Sportwettkämpfe sind Wettbewerbe im Breiten- und Leistungssport ohne Publikum statthaft. „Die neue Regelung gilt für alle kontaktlosen Sportarten, bei denen ein Abstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann – wie zum Beispiel Tennis, Golf, Reiten, Turnen, Schwimmen, viele Leichtathletik-Disziplinen und Sportschießen“, heißt es in der Mitteilung. Teilnehmen dürfen bis zu 99 Sportler, vorausgesetzt alle Vorgaben des Infektionsschutzes werden eingehalten und ein Hygienekonzept liegt vor.

40 Prozent ziehen zurück

Auf grünes Licht in dieser Form hatten die Verbände aus dem Südwesten seit Wochen gewartet, ohne die Erlaubnis aus Stuttgart wäre die Medenrunde freilich der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Neben der grundsätzlichen Erlaubnis, den Wettspielbetrieb aufzunehmen, war es obendrein besonders wichtig, dass auch die Umkleiden sowie Duschen genutzt werden können und auch ein Aufenthalt auf der Tennisanlage neben dem eigentlichen Spiel möglich ist. „Wir sind sehr froh, dass die Politik nun diese Entscheidungen getroffen hat und unsere Kriterien zur Durchführung des Spielbetriebs erfüllt werden. So können wir die Sommerrunde ohne allzu große Einschränkungen absolvieren“, sagt BTV-Verbandssportwart Nico Weschenfelder. Diese Tatsache wiederum gefällt auch Sportministerin Susanne Eisenmann: „Ich freue mich sehr, dass wir vielen Breitensportlerinnen und Breitensportlern ein Stück mehr Normalität zurückgeben können.“

Die nun anlaufende Medenrunde 2020 – die ersten Spiele stehen in dieser Woche auf der Agenda – wird alles andere als normal verlaufen, ganz unabhängig von den Einschränkungen auf dem Gelände und der strikten Einhaltung des ausgearbeiteten Hygienekonzepts. Denn wie Bezirkssportwart Wagner dem BT bereits vor zwei Wochen mitgeteilt hat, haben sich rund 40 Prozent der Mannschaften in Mittelbaden vom Spielbetrieb abgemeldet. Das führt dazu, dass – vor allem in einzelnen Ligen der Altersklassen – gar keine oder nur sehr wenige Spiele stattfinden werden.

Sportliche Relevanz leidet unter der Krise

Abgesehen davon wird die sportliche Relevanz unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden, denn bis auf wenige Ausnahmen gibt es keine Auf- und Absteiger. Lediglich in den Wettbewerben der Badenliga werden Aufsteiger ermittelt: Die Meister der Wettbewerbe Damen, Herren und Herren 30 qualifizieren sich für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest. Die Meister aller anderen Wettbewerbe steigen in die Südwest-Liga auf, wie der BTV auf seiner Homepage bekannt gab.

„Corona-bedingt wollten wir die sportlichen Konsequenzen so gering wie möglich halten, deswegen haben wir auf eine Auf- und Abstiegsregelung weitgehend verzichtet. Der Mannschaftsspielbetrieb ist jedoch ein wichtiger Faktor für die soziale Interaktion in Vereinen. Daher wollten wir von Anfang an allen Vereinen und Mannschaften, die auf diese tragende Säule des badischen Tennissports nicht verzichten möchten, die Möglichkeit dazu geben“, erklärt BTV-Vizepräsident Weschenfelder abschließend.

Hygienekonzept des Verbands

- Zur Durchführung des Mannschaftsspielbetriebs hat der Badische Tennisverband (BTV) ein Hygienekonzept als Handlungsempfehlung erstellt. Ein Überblick:

- Beim Betreten der Anlage wird das Hygienekonzept deutlich sichtbar ausgehängt.

- Der Mannschaftsführer des Heimvereins ist für die persönliche Befragung der Wettkampfteilnehmer und der Betreuer hinsichtlich einer möglichen Covid-19-Erkrankung verantwortlich. Er weist auf die Möglichkeit des Händewaschens, der Desinfektion und auf die Einhaltung des Mindestabstands hin.

- Die Zahl der Betreuer wird auf drei Personen je Mannschaft begrenzt. Sie werden auf dem Spielberichtsbogen erfasst.

- Zuschauer sind verboten.

- Umkleiden sind während des Sportwettkampfs geschlossen und ausschließlich nach einem Spiel durch Sportler, die am Wettkampf teilnehmen, nutzbar. Der Mindestabstand von 1,5 Meter ist einzuhalten. Ein unnötiges Umziehen ist zu vermeiden. Nach erfolgter Nutzung sind die Umkleiden ausreichend zu lüften, zu reinigen und für den weiteren Betrieb der Sportstätte wieder zu verschließen.

- Duschen sind während des Wettkampfs geschlossen und ausschließlich nach einem Spiel nutzbar. Es dürfen nicht mehr als drei Personen gleichzeitig auf einer Fläche bis zu je 20 Quadratmeter unter Einhaltung des Mindestabstands duschen. Nach Möglichkeit sollte das Duschen mannschaftsintern erfolgen.

- Auf unnötiges Umarmen und das „Shakehands“ wird verzichtet.

- Der Heimverein benennt für den Wettkampf eine verantwortliche Person, die für die Einhaltung der Corona-Verordnung und des Hygienekonzepts zuständig ist.

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Erstellt:
15. Juni 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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