Terai klettert und setzt Duftmarken

Karlsruhe (BT) – Jeden ersten Samstag im Monat präsentiert das BT mit dem Zoo Karlsruhe ein Zootier. Unter der Rubrik „Im Zoo zu Hause“ lernen Kinder im Juni den Roten Panda Terai kennen.

Terai ist fast ein Jahr alt und derzeit oft auf Entdeckungstour in seiner neuen Anlage. Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

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Terai ist fast ein Jahr alt und derzeit oft auf Entdeckungstour in seiner neuen Anlage. Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

Mit mir geht es heute ganz hoch hinaus. Ich bin Terai, ein Roter Panda. Derzeit bin ich oft auf Entdeckungstour. Ich bin nämlich erst seit wenigen Tagen in Karlsruhe und will die Anlage ausgiebig kennenlernen und die besten Plätze ausfindig machen. Die hohen Bäume sind auf jeden Fall super zum Klettern geeignet. Mit meinem langen Schwanz kann ich dabei gut balancieren.

Im Juli 2020, also ungefähr vor einem Jahr, wurde ich im schwedischen Zoo in Eskilstuna geboren. Von dort bin ich jetzt den langen Weg nach Karlsruhe umgezogen, wo ich bleiben darf. Bei meinen Erkundungen auf dem Boden und vor allem in den Baumkronen, reibe ich mich immer wieder an Ästen und Gegenständen. Dabei setze ich Geruchsmarken und markiere meinen Bereich – ähnlich wie ein Hund. Über solche Duftspuren teile ich Artgenossen wichtige Informationen mit. Ich verteile also überall kleine Nachrichten in der Anlage.

In Zukunft werde ich zusammen mit der Panda-Dame Akuti leben. Sie ist schon seit 2013 in Karlsruhe und deutlich älter als ich. Aber wenn wir uns gut verstehen, werden wir vielleicht eines Tages Nachwuchs bekommen. Da ich noch so jung bin, ist dies frühestens in einem halben Jahr möglich.

In der Natur sind Rote Pandas stark bedroht. Einer der wichtigsten Gründe hierfür ist, dass unser Lebensraum zerstört wird. Wir kommen aus Gebieten mit dichtem, hohen Bambus in der Himalaya-Region in Asien. Diese Gebiete werden jedoch immer weiter von Menschen besiedelt oder zur Holzgewinnung genutzt, sodass wenig ursprünglicher Wald übrig bleibt.

Zuchtprogramm in Zoos

Damit wir in der Natur nicht aussterben, wurden für uns wichtige Gebiete unter Schutz gestellt. Der Handel mit uns – zum Beispiel mit unseren Fellen – ist zudem verboten, allerdings hindert es einige Menschen nicht daran, Tiere illegal zu fangen oder zu schießen.

Deshalb ist es auch wichtig, einen Bestand in Zoos zu haben, aus dem Tiere eines Tages, falls es nötig wird, wieder ausgewildert werden können. Das ist allerdings sehr kompliziert, sodass ich hoffe, dass es nie nötig sein wird.

Um die Zootiere optimal auf die Tiergärten zu verteilen und dafür zu sorgen, dass alle einen Partner haben, der zu ihnen passt, gibt es ein Zuchtprogramm. Dadurch kann eine gesunde, große Gruppe erhalten werden. Auch mein Umzug war Teil eines solchen Programms.

Und jetzt müsst ihr mich entschuldigen, ich muss zurück zu meinem Bambus. Den bekommen wir im Zoo neben leckerem Obst und Gemüse immer frisch serviert. Obwohl wir zu den Raubtieren gehören, ernähren wir uns zum Großteil vegetarisch und verspeisen nur ab und an kleine Wirbeltiere, Eier und Insekten.

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Erstellt:
6. Juni 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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