Theater Baden-Baden legt Bilanz der Spielzeit vor

Baden-Baden (hez) – Auch das Theater in Baden-Baden hat im vergangenen Jahr einen Einbruch bei Erträgen und Besucherzahlen erleiden müssen.

„Peterchens Mondfahrt“: Das Märchen erweist sich wieder als ein Renner der Spielzeit. Foto: Cornelia Hecker-Stock/Archiv

© pr

„Peterchens Mondfahrt“: Das Märchen erweist sich wieder als ein Renner der Spielzeit. Foto: Cornelia Hecker-Stock/Archiv

Die Pandemie brachte dem Baden-Badener Theater im vergangenen Jahr einen Einbruch bei Erträgen und Besucherzahlen. Dies geht aus dem Rückblick auf die Spielzeit 2019/20 hervor, der am kommenden Montag dem gemeinderätlichen Hauptausschuss präsentiert wird.

Unter dem Strich verzeichnete man in der Spielzeit 4. 252 Besucher in 337 Veranstaltungen. Dies ist deutlich weniger als in den drei Vorjahren, als im Durchschnitt 59.645 Menschen gezählt wurden, die sich auf 448 Veranstaltungen verteilten. Und dabei war die Spielzeit durchaus sehr erfolgreich gestartet, was in dem jetzt vom Theater vorgelegten Bericht herausgestellt wird. Darbietungen wie zum Beispiel „Der Fall Hau“, „Hamlet“, das Musical „Hochzeit mit Hindernissen“ oder das Märchen „Peterchens Mondfahrt“ zogen viele Besucher an.

Doch dann kam der Schock: Plötzlich stand Corona auf dem „Spielplan“. Dies hatte extreme Folgen: Am 13. März kam die ganze Theatermaschine von einem Tag zum anderen zum Erliegen.

Im ersten Lockdown Masken genäht

Diesen ersten Corona-Lockdown überbrückten die Theater-Werkstätten mit dem massenhaften Nähen von damals dringend benötigten Masken für die städtische Feuerwehr. Vorbereitet wurde in dieser Zeit die Wiedereröffnung im Juni im kleinen, abwechslungsreichen Programmen auf der Hofbühne. Die französische Komödie „Der Vorname“ war dann die erste nach den Corona-Regeln uminszenierte Aufführung.

Der pandemiebedingte Bruch in der Spielzeit spiegelt sich auch in der Statistik wider. Noch im Zeitraum vom 1. September bis 31. Dezember 2019 besuchten fast 23.000 Menschen das Theater, was gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme der Besucherzahl um rund zehn Prozent war. Aber nach dem Ausbruch der Pandemie mussten 84 geplante Vorstellungen abgesagt werden. Im Zeitraum von März bis zum Ende der Spielzeit brachen Erträge und Besucherzahlen um 88 Prozent ein. Konnte man in den drei Vorjahren in dieser Zeit noch durchschnittliche Erträge von rund 215 000 Euro erwirtschaften, so waren es 2020 nur noch 26.000 Euro.

Abonnenten verzichten auf Rückerstattung

Es war aber möglich, den Ertragsverlust durch das Einsparen von Aufwendungen für die ausgefallenen beziehungsweise verschobenen Produktionen (unter anderem für Bühnenbilder, Gagen für mitwirkende Gäste, Miete für Tribüne am Marktplatz) auszugleichen.

Erfreulich, so heißt es in dem Bericht weiter, sei die große Spendenbereitschaft seitens der Abonnenten gewesen, die „bereit waren, auf die Erstattung ihres Guthabens aus entfallenen Abo-Veranstaltungen zu verzichten“.

Zum Artikel

Erstellt:
15. Januar 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.