Theater im Kurpark: Wie geht es weiter?

Gernsbach (vgk) – Das über die Grenzen des Murgtals hinaus bekannte Freilufttheater geht auf sein 30-jähriges Bestehen zu und beschäftigt sich mit seinen Zukunftsperspektiven.

Begeisternde Auftritte wie hier bei dem Stück „Krabat“ im Jahr 2017 will das Theater im Kurpark auch künftig hinlegen. Die Frage ist: Wie? Foto: Veronika Gareus-Kugel

© BT

Begeisternde Auftritte wie hier bei dem Stück „Krabat“ im Jahr 2017 will das Theater im Kurpark auch künftig hinlegen. Die Frage ist: Wie? Foto: Veronika Gareus-Kugel

Wie wird die Zukunft des „theaters im kurpark (tik)“ aussehen? Diese Frage warf am Schluss der Jahreshauptversammlung Vorsitzender Martin Rheinschmidt in die Runde. Im kommenden Jahr wird das „tik“ 30.

„Was passiert in Zukunft? Wie steht es mit dem Nachwuchs?“ Eine Strategie müsse entwickelt werden, um den Fortbestand des Theaters frühzeitig zu sichern. Darauf machte Rheinschmidt aufmerksam. Noch sind es keine drängenden Fragen, denen sich das beliebte Freilufttheater stellen muss. Gleichwohl kam Rheinschmidt nicht umhin darzulegen, dass es Jahr für Jahr schwieriger werde, ein geeignetes Stück auszusuchen, das der Anzahl der Schauspieler entspreche und das in die für den Theaterverein wichtige Szenerie des Kurparks passe.

Einst konnte das Theater aus einem Pool von 20 Schauspielern und 30 Statisten schöpfen. Berufliche und veränderte Lebenswirklichkeiten seien ausschlaggebend für eine Reduktion von Schauspielern und Statisterie. Noch funktioniere es, trotz aller Krisen, dennoch wäre es schön, wenn man dem Theater jetzt schon eine Perspektive und Zukunft geben könnte, so Theatermitbegründer und Vereinsvorsitzender Martin Rheinschmidt.

Mit „Grimmige Märchen“ ein deutliches Lebenszeichen gesetzt

Im Freien, wie es sich für ein Freilufttheater gehört, und bei herbstlichen Temperaturen trafen sich zahlreiche Mitglieder des „tik“ am Montagabend zur Jahreshauptversammlung. Von einem „rumpeligen“ Jahr, musste Rheinschmidt sprechen. Zwar mussten sich die Theaterleute im März von der Aufführung „Der Geizig“ von Molière verabschieden, doch mit „Grimmige Märchen“ wussten diese ein deutliches Lebenszeichen zu setzten. Die ausführenden Spieler hatten bloß zwölf Proben, um die szenische Lesung in Form zu bringen und an drei Tagen im Kurpark einem begeisterten Publikum zu präsentieren.

Der Dank Rheinschmidts galt deshalb nicht nur den Schauspielern, sondern auch allen Helfern und dem Bau-Team des Fördervereins „theater im kurpark“ für das eilends gefertigte Bühnenbild.

Der Bericht von Schriftführer Harald Meisel fiel coronabedingt kurz und knackig aus, ebenso wie der Kassenbericht von Kassiererin Bettina Kohler. Zudem berichtete sie von den Schwierigkeiten und dem Zeitaufwand, den der personalisierte Kartenverkauf mit sich brachte.

In den kommenden Monaten liegt die Konzentration ganz auf 30 Jahre „tik“.

Jubiläumsfeier ausgebremst

„Ausgebremst! Ein Wort mit weitreichenden Folgen. Wir wurden im vergangenen Jahr von der Corona-Pandemie buchstäblich ausgebremst.“ So formulierte es im Rahmen der Jahreshauptversammlung die „tik“-Fördervereinsvorsitzende Lidwina Catania. Denn eigentlich hätte der Verein im Vorjahr sein 25-jähriges Jubiläum feiern können. Das weltweit grassierende Coronavirus machte die geplante Feier zunichte. Man habe noch sein traditionelles Helferfest durchführen können, „dann war es auch schon wieder vorbei“, so die Vorsitzende.

Das Gründungsdatum des Fördervereins Theater im Kurpark ist der 11. Mai 1995. Darauf verwies Schriftführerin Petra Rheinschmidt-Bender. Ihr Bericht offenbarte das gesamte Dilemma der vergangenen Monate. Die Planungen für das Fest am 25. Juli im Kurpark liefen. Auch die Festorganisation war bereits weit gediehen. So sollten alte Bühnenbilder an vergangene Aufführungen des „tik“ erinnern. Dazwischen eingestreut themenentsprechende Kulinarik. Ausfallen mussten Kostümversteigerung, Clownerien und Kinderschminken. Ebenfalls nicht durchgeführt werden konnten Ehrungen wie die der Gründungsmitglieder.

In den kommenden Monaten möchte sich der Förderverein nun auf 30 Jahre „tik“ konzentrieren. In wieweit die beiden Ereignisse gemeinsam gefeiert werden können, muss noch besprochen werden. Rund 40 Mitglieder stehen im kommenden Jahr zur Ehrung an. Darauf verwies Kassierer Ludwig Gerber.

Ebenso überschaubar wie das Vereinsgeschehen im Jahr 2020 präsentierten sich Einnahmen und Ausgaben des 105 mitgliederstarken Fördervereins. Die einwandfreie Kassenführung bestätigten die Kassenprüfer Udo Spaude und Karl Schiel.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.